Gerade einmal ein Jahr hat es gedauert, bis die Serie Blue Exorcist hierzulande auf DVD und Blu-ray erschienen ist. Wir haben uns in einem Rutsch die ersten sieben Episoden angeschaut und sind von der Geschichte über die Exorzisten sehr angetan.
Rin und sein Zwillingsbruder Yukio könnten nicht verschiedener sein. Musterschüler Yukio ist ordentlich und bringt seinem Vater keine Schande. Rin hingegen ist ein Raufbold – ständig prügelt er sich und zudem schafft er es nie, einen neuen Job auch länger als einen Tag lang zu behalten. Ziehvater und Priester Fujimoto liebt dennoch seine beiden Söhne, als ob sie sein eigen Fleisch und Blut wären. Eines Tages öffnet sich jedoch in Assiah, also in unserer Welt, das Tor zur Welt der Dämonen. Aus dieser Gehenna genannten Dimension strömen nun böse Kräfte in die Welt der Menschen und trachten nach Rins Körper. Dieser weiß nämlich nicht, dass er der Sohn des obersten aller Dämonen ist. Satan schafft es, die Kontrolle über Fujimoto zu übernehmen und versucht nun Rin mit sich zu nehmen. Zum Glück ist Fujimoto stärker als Satans Verlangen und tötet sich selbst, um den Teufel zu vertreiben und Rin zu schützen. Mit Fujimotos Ableben beginnt für Rin und Yukio ein neuer Lebensabschnitt. Beide verlassen den Stift, um an einer großen Akademie zu lernen. Rin erhält sogar vom Direktor Mephisto Pheles persönlich die Möglichkeit, zu einem Exorzisten ausgebildet zu werden. Da sein einziges Ziel darin besteht Satan zu besiegen, willigt er schnell ein. Zu seiner großen Verwunderung muss er jedoch feststellen, dass Yukio sein Lehrer im Kolleg ist und ihn künftig unterrichten wird.
Supernatural lässt grüßen
Mit diesem Ausgangspunkt beginnt die Handlung von Blue Exorcist ins Rollen zu geraten. Es ist schön zu sehen, dass die Story sehr temporeich und auch wendungsreich erzählt wird. Wir lernen schnell neue Charaktere kennen, die sich wunderbar in das Gesamtwerk eingliedern – beispielsweise die junge Shiemi, die aufgrund Krankheit und einer zu engen Bindung zu ihrer Großmutter es nie geschafft hat, Freundschaften aufzubauen. Dem Hauptprotagonisten Rin ist übrigens Ryūji am ähnlichsten, der Satan ebenfalls herausfordern will, um seinen Tempel vor dem Untergang zu retten. Da beide Charaktere allerdings starke Hitzköpfe sind, sind natürlich Konfrontationen nicht ausgeschlossen. Durch die vielen Persönlichkeiten ergibt sich in Blue Exorcist ein munteres Gesamtbild, welches aus viel Wortwitz und kurzen, aber effektreichen Kämpfen gegen die Welt der Dämonen besteht. Wer übrigens die fünfte Staffel der Mystery-Serie Supernatural kennt, wird so die eine oder andere Ähnlichkeit zwischen Rin und Yukio erkennen. Auch Fans von alten Filmklassikern wie Der Exorzist dürfen ruhig einen Blick bei Blue Exorcist riskieren. Einzig und allein die Verschmelzung westlicher Architektur samt den dazugehörigen Religionen wirken in der japanischen Welt gewöhnungsbedürftig. Die ersten sieben Episoden ergeben eine gesamte Laufzeit von 175 Minuten (25 Minuten pro Folge). Das Bild in 1080p und im 16:9-Format macht zudem einen gestochen scharfen Eindruck.
Tarot-Karten in der limitierten Fassung
Egal ob die wundersame Architektur von Heiligkreuz eingefangen wird oder bei Rins Wutausbrüchen die blauen Flammen um ihn herum nur so sprießen – die kräftigen Farben passen hervorragend in das Gesamtbild. Ebenfalls nicht zu verachten ist die deutsche Synchronisation. Für Rin wurde beispielsweise Dennis Saemann und für Yukio Tobias Diakow ausgewählt. Sie verleihen den Charakteren in der deutschen Tonfassung genügend Ausdruck, um das Geschehen spannend erzählt zu halten. Die japanische Synchronisation ist natürlich auch hier wieder ein Stückchen besser – hier hören wir zum Beispiel Jun Fukuyama, den einige von euch sicherlich noch aus Animes wie Vampire Knight oder Bakuman kennen sollten. Wer des Japanischen (noch) nicht mächtig ist, freut sich über deutsche Untertitel – diese können aber leider nicht ausgeschaltet werden. Schade, aber so etwas kennen wir von anderen Animes bereits. Bonusmaterial ist bis auf ein paar Trailer zu weiteren Anime-Virtual-Angeboten nicht vorhanden. Das finden wir schade, da wir gerne Hintergrundinformationen von der Idee bis zur Umsetzung hätten erfahren wollen. Immerhin liegen der Erstauflage von Blue Exorcist zwei Postkarten und auch noch fünf Tarot-Karten bei – für Sammler ein netter Zusatz. Wir sind von den ersten sieben Episoden sehr angetan und freuen uns schon auf die nächsten 18 Folgen. Schließlich wolle wir wissen, wie die Geschichte um Satans Sohn endet.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Von der Exorzistenserie Blue Exorcist habe ich bis zur Veröffentlichung eigentlich noch gar nicht so viel gehört. Als ich dann jedoch die Blu-ray in das Laufwerk meiner PlayStation 3 legte und mir die erste Episode angeschaut hatte, musste ich einfach weiterschauen. Von der ersten Minute an hat mich die Serie in ihren Bann gezogen. Die Geschichte ist spannend, schnell und wendungsreich erzählt. Das Einzige, was ich tatsächlich an Blue Exorcist bemängele, ist die Vermischung westlicher Architektur samt religiösen Ansichten mit der japanischen Kultur. Das passt für mich vorne und hinten nicht, doch deswegen werde ich jetzt natürlich nicht mit der Serie abbrechen. Trotz der Kritik möchte ich nämlich unbedingt erfahren, wie die Geschichte von Rin und Yukio weitergeht. Da ist es schade, dass die restlichen Episoden erst im Laufe des Jahres wieder zusammengefasst in Bündeln erscheinen werden. Diese Wartezeit kann ich aber auch gerne mit anderen Animes überbrücken – dann ist die Vorfreude auf ein Wiedersehen mit den Charakteren danach auch noch größer. Supernatural-Fans und Freunde des alten Filmklassikers Der Exorzist mit dem Drang nach Animes sollten sich Blue Exorcist auf keinen Fall entgehen lassen.
Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blue Exorcist Vol. 1!