Review: Mega Man: Dr. Wily’s Revenge

Die Mega-Man-Spiele haben den Ruf, besonders schwierig gestaltet zu sein. Anfänger haben es mit Capcoms Reihe sichtlich schwer. Das ändert sich bei diversen Spin-offs ebenfalls nicht – Mega Man: Dr. Wily’s Revenge reiht sich deswegen auch munter in die Tradition ein.

Einst wollte Dr. Wily die Weltherrschaft gewaltsam an sich reißen, doch sein Konkurrent Dr. Light hat mit Mega Man einen Superroboter erschaffen, der sich gegen den durchtriebenen Dr. Wily stellte. Die ersten beiden Mega-Man-Spielen für das Nintendo Entertainment System liegen zeitlich also hinter uns, doch Dr. Wily gibt nicht auf und schürt schon neue Pläne, wie er die Weltherrschaft an sich reißen will. Diesmal sinnt er darauf, die Arbeitsautomaten von Dr. Light zu gefährlichen Superrobotern umzurüsten. Mega Man setzt sich ein weiteres Mal für Recht und Ordnung ein. Er eilt in die Stadt, um Dr. Wily von seinen Plänen abzubringen. Obwohl sich die Geschichte von Mega Man immer und immer wieder in recht ähnlicher Form wiederholt, ist das der treuen Fangemeinde grundsätzlich egal. Sie erwarten von einem neuen Mega-Man-Titel keine tiefgründige Story, sondern ein herausforderndes Gameplay mit vielen fiesen Stellen, an denen normale Spieler schnell die Lust vergehen wird. Wer nun immer noch Lust verspürt, sich in Mega Mans erstes Handheld-Spiel zu stürzen, wird dafür mit dem Inhalt belohnt, den wir hier gerade angesprochen haben. Bevor wir Dr. Wily das Handwerk legen dürfen, stehen wir vor der Auswahl von gerade einmal vier Levels, die wir in einer beliebigen Reihenfolge absolvieren müssen, um die andere Hälfte des Abenteuers erleben zu dürfen.

Entscheidungsfreiheit

Das Besondere an diesem System ist, dass am Ende eines Spielabschnitts jeweils ein Boss auf uns wartet, den es zu besiegen gilt. Sind wir im Kampf erfolgreich, erhalten wir eine neue Waffe, die bei einem der anderen Bossgegner entweder mehr oder weniger Schaden verursacht. Fans der Spiele konnten damals noch mit Bleistift und Papier und heute über das Internet die beste Route durch das Spiel notieren und mit anderen Fans teilen und gegebenenfalls aktualisieren. Dieses Phänomen ist für Nichtkenner kaum zu verstehen, doch wer einmal nur bis zum Ende einer Stage gelangen konnte, wird sehr wohl wissen, wie wertvoll diese Weisheiten sind. So fliegt der Rolling Cutter wie ein Bumerang durch die Lüfte, der Thunder Beam verursacht bei den Gegnern Blitzschaden und der Ice Slasher friert die Feinde ganze fünf Sekunden lang ein. Neben diesen Waffen gibt es übrigens noch weitere, die nur darauf warten, von uns ausprobiert zu werden. Erste Versuche sollten gegebenenfalls an kleinen Gegnern ausprobiert werden, um die Wirkung oder eher gesagt die Funktionsweise zu verstehen. Die Bosskämpfe am Ende der Levels sind dafür nur bedingt geeignet, obwohl schlussendlich hier die Bewegungsweise und die Taktik des Feindes studiert werden, sowie die richtige Entscheidung, welche Waffe nun genutzt werden soll, getroffen werden muss. Das System hat sich bis heute kaum verändert.

Der hohe Schwierigkeitsgrad für unterwegs

Optisch hinken die Levels ihren Vorbildern der Nintendo-Entertainment-System-Versionen in Punkto Vielfältigkeit zwar etwas hinterher, doch sind die Levels auf keinen Fall detailärmer und vor allem auch nicht weniger schwer. Fans erwartet in Mega Man: Dr. Wily’s Revenge genau das, was sie von einem Spiel der Reihe erwarten. Sprünge möchten somit in den Levels genau abgestimmt werden. Wer einmal auch nur eine Viertelsekunde zu früh abspringt, fällt oft in einen mit Stacheln gepflasterten Abgrund. Jene Zacken sind seit jeher das Todesurteil für unseren blauen Bomber. Wer den genauen Zeitpunkt des Absprungs von einer Kante übrigens verpasst, der wird wohl auch in den Abgrund fallen oder eher gesagt hineinlaufen. In einem Spiel von 1991 ist es zudem auch noch so, dass besiegte Gegner wiederkehrten, wenn der  Bildschirmausschnitt verlassen und wieder betreten wurde. Es ist allerdings sehr, sehr schade, dass Capcom keine Speicherfunktion in den Titel eingebaut hat. Das ist sehr ärgerlich, da das Passwortsystem relativ umständlich zu notieren ist. Besitzer der Virtual-Console-Fassung auf dem 3DS freuen sich aber auch hier über das interne Speichersystem des 3DS. Der Titel richtet sich in erster Linie an Fans und Spieler, die nichts gegen einen sehr hohen Schwierigkeitsgrad einzusetzen haben. Die werden dann auch lange Zeit unterhalten werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Virtual-Console-Fassung): Ich gebe sehr gerne zu, dass ich es noch nie in meinem Leben geschafft habe, einen Mega-Man-Teil durchzuspielen. Ich liebe es zwar, dass mich ein Spiel fordert, aber meistens habe ich leider nicht die Zeit, stundenlang immer und immer wieder an derselben Stelle zu versagen und dutzende Anläufe in Kauf zu nehmen. Immerhin gibt es jetzt mit Mega Man: Dr. Wily’s Revenge eine gute Möglichkeit, mit der ich unterwegs mein Können schulen kann. Wer mit den Spielen groß geworden ist und den ersten GameBoy-Ausflug des blauen Bombers verpasst hat, bekommt jetzt eine sehr günstige Gelegenheit den Titel nachzuholen. Es gibt aber, wie ich das in meinem Freundeskreis immer wieder mit bekomme, die sich gegen Mega Man sträuben. Das kann ich sehr gut verstehen, doch auch ich war damals etwas unschlüssig. Nachdem ich den ersten Teil auf dem Nintendo Entertainment System gespielt habe, waren meine Zweifel allerdings wie weg geblasen. Mega Man: Dr. Wily’s Revenge könnte für Unschlüssige aufgrund der portablen Verfügbarkeit ja eventuell der Einstieg in die Reihe sein. Ich kann ihn jedenfalls nur empfehlen.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des eShop-Guthabens!

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