Special: Sony auf der Gamescom 2012

Zum Beginn der Gamescom 2012 veranstaltete auch der Soft- und Hardwarehersteller Sony ein Event. Dieses fand in diesem Jahr in Form einer Pressekonferenz statt, in welcher die kommenden Titel angekündigt und vorgestellt wurden.

Neben Neuheiten wurden auch sämtliche Peripherien vorgestellt, wie etwa das Wonderbook. Mit diesem lassen sich aber natürlich nur wenige Titel spielen, welche extern über Kamera und PlayStation-Move-Controller gesteuert werden können. Zudem wurde die Crossplatform-Gaming-Funktion erläutert, welche es ermöglicht, die PlayStation Vita als Controller an der PlayStation 3 zu nutzen. Die Pressekonferenz begann mit einem imposanten Video, welches viele, sowie schnelle Bilder und Szenen von Spielen aufgriff. Nachdem Jim Ryan die Bühne betrat, erklärte er uns, dass die Bedeutung von Videospielen gestiegen sei. Schließlich sind es die Spiele, die uns Menschen via Internet miteinander verbinden und kommunizieren lassen. Zudem steigere dies die emotionale Erfahrung zu Videospielen. Lange mussten wir seinen Monolog allerdings nicht anhören, denn schnell präsentierte er uns auch Trailer zum neuen LittleBigPlanet und auch zum bereits angekündigten PlayStation All-Stars: Battle Royale für die PlayStation 3. Das Spiel sieht nach wie vor abgekupfert von Nintendos Super Smash Bros. aus und wird wohl auch so ähnlich funktionieren. Anschließend ging es munter weiter und die bereits angesprochen Crossplatform-Gaming-Funktion wurde abermals erörtert. So kann man den Bildschirm der PlayStation Vita als zusätzliche Interaktionsfläche verwenden.

Abgekupfert oder exklusiv

Während man bei Nintendos künftiger Konsole das Feature direkt mit dem Controller nutzen kann, sind bei Sony direkt zwei Konsolen nötig. Stattdessen kann Sonys aktueller Handheld Videospiele abspielen, die teilweise exklusiv für die Vita erscheinen. In Assassin’s Creed III: Liberation werden wir endlich einen weiblichen Assassinen spielen können (warum Ubisoft nicht schon zuvor einmal eine Frau in den Kampf geschickt hat, ist uns schleierhaft) und Call of Duty: Black Ops Declassified wurde ebenfalls einmal mehr erwähnt. Alex Evans, seines Zeichens Mitgründer von Media Molecule, betrat die bunt beleuchtete Bühne und stellte uns die nächste Sensation für Sonys PlayStation Vita vor. Dabei handelt es sich ebenfalls um ein exklusives Spiel, welches auf den Namen Tearaway hört. In diesem Spiel werden wir später Iota steuern dürfen, welche eine Reise durch eine Welt antritt, die komplett aus Papier besteht. Fans von Paper Mario dürfen genüsslich schweigen, doch sei diesen gesagt, dass das Setting einen völlig anderen Gesamteindruck macht. Besonders dabei ist, dass die Spielwelt stark mit den Eigenschaften der PlayStation Vita funktioniert. Wir erleben das Geschehen hautnah mit und zwar durch das Berühren des Touchpads auf der Rückseite der PlayStation Vita. So und nicht anders können wir etwa Löcher in die Papierwelt stochern oder Gegner besiegen.

Zauberhaftes Pop-up-Buch

Nachdem Sony viel Zeit der PlayStation Vita gewidmet hat, ging es mit anderen Neuheiten weiter – unter anderem mit Titeln für Sonys andere mobile Geräte, wie dem Sony Xperia. Ein weiterer interessanter Aspekt der Pressekonferenz war die Vorstellung des Wonderbooks. Mit dem wundersamen Buch soll es möglich sein, tief in das Geschehen von Spielen abzutauchen und direkt mit der Spielwelt zu interagieren. Der Trailer zur Hardware-Erweiterung lässt uns schon klar erkennen, dass die Zielgruppe des Geräts Kinder und ihre Eltern darstellen sollen. Lachende Kinder werden sicherlich Spaß haben, die Magie des Harry-Potter-Universum von Joanne K. Rowling zum Leben zu erwecken und sie sogar nachzusprechen. Für Kleinforscher wird derzeit ebenfalls ein Spiel entwickelt, in welchem man die Welt der Dinosaurier besser kennenlernt. Dieser Wissensfaktor wird wunderbar mit Spielspaß verbunden, sofern man denn in die Zielgruppe passt. Während Eltern hier sicherlich schon ein interessantes Geschenk für ihre Kinder zu Weihnachten gefunden haben, wissen wir nicht so recht, was wir vom neuen Wonderbook halten sollen. Einerseits ist die Erweiterung sicherlich ein interessantes Konzept, aber andererseits versucht man uns hier ein neuartiges Pop-up-Buch vorzusetzen, für das wohl nur sehr wenige Spiele erscheinen werden. Wir sind auf der Verkaufspreis gespannt.

Im Westen nichts Neues

Zum Schluss kamen dann auch endlich die richtigen Hardcore-Spieler auf ihre Kosten. Diese mussten die gesamte Pressekonferenz warten, um bombastische Action, hübsche Grafik und blutige Horror-Elemente zu Gesicht zu bekommen. So wurde Electronic Arts’ Fifa 13 auf der Pressekonferenz gezeigt und dessen Move-Controller-Unterstützung, der den Pass in den Lauf erleichtern soll. Danach ging es mit düsteren Trailern zu Spielen wie Unteil Dawn und The Last of Us von Naughty Dog weiter. Besonders der letzte Titel kann stimmungsvoller kaum sein – wir sind schon sehr gespannt, was die Entwickler da noch auf die PlayStation 3 zaubern werden. Mit einer emotionalen Vorstellung der Spiele Rain und Puppeteer der Japan Studios ging es dann leider nicht so überzeugend weiter. Die Ideen hinter den Spielen sind sicherlich interessant, doch ist es fragwürdig, ob sich diese durchsetzen werden. Wir werden auf jeden Fall die Augen offen halten. Abschließend wurde uns noch ein Trailer zu Call of Duty: Black Ops 2 vorgestellt, der mit gewaltigen Explosionen und ohrenbetäubenden Schüssen in Szene gesetzt wurde. Mehr Spiele gab es leider nicht zu sehen und das ist in unseren Augen wirklich schade, denn Sony hat doch mit God of War: Ascension und Beyond: Two Souls doch noch zwei richtige Hochkaräter in der Pipeline, die man wunderbar hätte vorstellen können. So ist und bleibt die diesjährige Gamescom-Pressekonferenz in mittelmäßiges Ereignis.

Geschrieben von Julian Warkentin

Axels Fazit: Nachdem Sony Computer Entertainment auf der Electronic Entertainment Expo in Los Angeles überraschend viel zu den Spielen The Last of Us und Beyond: Two Souls gezeigt hatte, haben sich die Fans auf der Gamescom sicherlich mehr Material erhofft. Leider wurden wir in diesem Punkt enttäuscht. Es wurden überwiegend Titel für die PlayStation Vita und das von mir so lieb betitelte neue Kinderspielzeug Woonderbock gezeigt. Die großen Titel blieben ganz einfach außen vor und wurden nichtmals in irgendwelchen Trailern präsentiert. Das Line-up lief einfach zu schnell durch und alle waren auf einmal geschockt, dass die Präsentation so schnell vorbei war ohne dass Sony wirklich einen großen Titel vorgestellt hatte. Dieses Jahr war ich von Sony wirklich enttäuscht und hätte mir eine Pressekonferenz wie im letzten Jahr gewünscht.

Julians Fazit: Als wir am Dienstag vor der Gamescom zur Sony-Pressekonferenz eingeladen worden sind, waren meine Erwartungen sehr hoch. Sony ist immerhin für relativ gute Hard- und Software bekannt. Der erste Eindruck vor Ort war auch durchaus positiv, zumindest vom Optischen, denn die Halle war wunderbar dekoriert und da ich bereits vor der Vorstellung das Essen des Caterings riechen konnte, wurden alle Sinne befriedigt. Dann ging es in meinen Augen aber enttäuschend weiter. Es wurden zwar alle Features und Vorstellungen stimmig und anschaulich präsentiert, doch die wenigen neuen Features waren für mich uninteressant und langweilig. Man widmete sich einfach zu viel Zeit den eher unwichtigen Themen und das Hardcore-Spieler bei Sony immer weniger auf ihre Kosten kommen, ist mir denkwürdig im Gedächtnis geblieben. Die Freude hielt sich bei der Vorstellung definitiv in Grenzen und somit hat mich keine einzige der Präsentationen aus den Socken gehauen – leider!

Vielen Dank an Sony für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!

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