Im Mai setzte Monkey D. Ruffy in den ersten dreißig Episoden die Segel, sammelte nach und nach seine neuen Crew-Mitglieder ein und legte sich dabei nicht nur mit anderen Piraten, sondern auch mit der Marine an. So geht es in diesen Episoden munter weiter.
Wir erinnern uns an die letzten Episoden der ersten One-Piece-Serienbox. Während Ruffy, Zorro, Lysop und Sanji sich ein Duell mit ihren Gegnern liefern, verschwindet Navigatorin Nami mitsamt der Flying Lamb in den Weiten des Meeres. Verwundert über diesen Vorfall nehmen die Freunde getrennt die Verfolgung auf. Die Suche führt sie in Namis Heimat, die von dem fiesen Fischmenschen Arlong und seiner Bande beherrscht wird. Komischerweise entpuppt sich Nami als Mitglieder der feindlichen Piratenbande und leugnet ihre Freunde, als sie auf der Insel auftauchen. Warum sich Nami für diesen Schritt entschieden hat, verraten wir an dieser Stelle natürlich nicht, aber der Ausflug in Namis Vergangenheit und Gegenwart ist spannend geschildert. Die Auseinandersetzung mit Arlongs Bande ist aber nicht das einzige, womit sich die fünf Freunde konfrontiert sehen müssen. Da Ruffy sich ständig mit Piraten der Gegenseite und der Marine anlegt, steigt er mit einem Kopfgeld von dreißig Millionen Berry (der Währung in der Welt von One Piece) in der Fahndungsliste auf. Ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, wo sie in Loguetown (dem Ort, in welchem Gold Roger hingerichtet wurde) von Bord gehen. Ein Wiedersehen mit zwei bekannten Gegnern ist ebenfalls nicht ausgeschlossen, doch haben sich diese beiden stark verändert. Der eine kleiner, die andere wesentlich dünner.
Auf dem Weg zur Grandline
Ihr Ziel lassen die Strohhut-Piraten natürlich nicht aus den Augen. Sie wollen immer noch auf die Grandline segeln, damit Ruffy das One Piece findet, Zorro der stärkste Schwertkämpfer wird, Lysop seine Angst verliert und Sanji den sagenumwobenen Allblue findet. Hier erfahren wir dann auch mehr über die Aufteilung der vier Meere, der Abgrenzung der Redline und vor allem, wie man eigentlich auf die Grandline kommt. Auch wenn die zweite Hälfte der 31 Episoden durch teils zu viele Umstände in die Länge gezogen wird, ist besonders das Ende spannend und macht Lust auf die nächste Serienbox von One Piece. Interessant ist, dass der von uns bemängelte Lückenfüller aus der ersten Box, sprich die Episode Der Mann in der Kiste, endlich seine Daseinsberechtigung findet, um die Handlung eines Charakters nun sinnvoller erörtern zu können. Aus diesem Grund sind wir bei einigen der hier vorliegenden Episoden sogar vorsichtiger bei unserem Urteil, denn wenn sämtliche Charaktere später auch wieder aufgegriffen werden, kann man wohl kaum etwas negativ ankreiden. Die Serie ist nach wie vor so gestaltet, dass die Kämpfe zwischen unseren Freunden und ihren Gegnern nicht zu sehr in die Länge gezogen werden und selbst während der Auseinandersetzungen erhalten wir viele wichtige Informationen über die Charaktere, da nicht an Dialogen und Rückblenden gespart wird.
31 Folgen voller Action, Humor und Spannung
Die Rückblenden werden zwar mittlerweile weniger, befinden sich hier aber immer noch auf einem gesunden Niveau. Die Story freut sich darüber, auch wenn diese in den letzten Folgen der Serienbox den Eindruck machen, gelegentlich einzuknicken. Wir hoffen nicht, dass sich die Handlung wie bei so manch anderen Animes (Dragonball Z) zeitweise ganz verabschieden wird. Hier wird die dritte Serienbox weiter Klarheit verschaffen. Das Bild im 4:3-Format ist hingegen verbessert worden. Während bei den ersten Folgen noch undeutliche Konturen und unscharfe Farbgebungen gestört haben, fällt dies hier kaum mehr auf. Klasse! Akustisch hat sich hingegen nichts verändert. Die Musik wird nach wie vor passend zur jeweiligen Szene in One Piece eingespielt, wodurch an den meisten Stellen Dramatik, Trauer, Action oder Humor genau richtig eingefangen werden – und das über die ganze Spielzeit von circa 730 Minuten. Hier müssen wir die Angabe auf der Packungsrückseite leider wieder korrigieren, denn diese verspricht ganze 775 Minuten – also eine ganze Dreiviertelstunde mehr! Die 31 Episoden sind aber genauso auf den insgesamt sechs DVDs enthalten, wie wir sie von TV-Ausstrahlungen innerhalb des deutschsprachigen Raums kennen. Ein beiliegendes Booklet ergänzt die ganze Box mit Informationen zu auftauchenden Charakteren und einer Episodenliste sinnvoll.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf den Episoden 31-61 der Serie): Nachdem ich von der ersten Box und den enthaltenen Folgen regelrecht begeistert war, stellt sich so langsam Ernüchterung ein. Während mir die erste Hälfte der 31 Episoden sehr gut gefällt, wirkt die Handlung nach dem Kampf gegen den Fischmenschen Arlong zu sehr gestreckt. Es tauchen ständig neue Charaktere auf, die Ruffy ans Leder wollen. Mir ist bewusst, dass so das Piratenleben in der Welt von One Piece ausgedrückt werden soll, wenn auf einem ein hohes Kopfgeld von ganzen dreißig Millionen Berry ausgesetzt ist, doch das hätte man irgendwie umgehen können. Somit wirkt der Sprung vom Eastblue auf die Grandline doch sehr gestreckt. Jetzt sind die Weichen für die Suche nach dem One Piece allerdings mehr als je zuvor gestellt und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Geschichte um Ruffy, Nami, Sanji, Lysop und Zorro nun richtig Fahrt aufnehmen wird. Ansonsten habe ich auch an dieser Box nichts zu bemängeln. Das Bild wirkt klar, der Soundtrack dazu ist passend unterlegt und die Charaktere sind nach wie vor super in Szene gesetzt. Ich freue mich auf die dritte Serienbox, denn ich kann es kaum erwarten, wie es mit unseren Freunden weitergeht. Ich entwickle mich immer mehr zu einem One-Piece-Fan.
Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von der One Piece Box 2 (Episoden 31-61)!