Preview: Rayman Legends

Nachdem Rayman im letzten Jahr seine Rückkehr ins Videospielgeschäft feiern konnte, folgt in diesem Jahr bereits der Nachfolger. Rayman Legends wird direkt und exklusiv für Nintendos Wii U erscheinen, womit uns ein weiterer potentieller Launch-Hit bevorsteht.

Von der Handlung des neuen Jump ’n’ Runs ist noch nichts bekannt. Zumindest hat man uns auf der Gamescom diesbezüglich nichts verraten. Wir gehen aber davon aus, dass wir keine epische Geschichte voller Wendungen und Verzwickungen erleben werden. Das wäre eher ein Fall für ein Rollenspiel, doch Hüpfspiele sprengen bekanntlich so gut wie nie den bekannten Story-Rahmen. So legt auch Rayman Legends die Prioritäten beim Gameplay, welches sich in der uns vorliegenden Version bereits sehen lassen konnte. Die Entwickler sind besonders stolz darauf, dass sie das Jump ’n’ Run weiterhin zweidimensional stricken können, doch optisch sind es ganze vier Ebenen, die uns präsentiert werden. Im Vordergrund stechen Ebenen mit Gräsern, Sträuchern und vereinzelten Bäumen hervor. Auf der zweiten Ebene sind wir es, die Rayman und seine Freunde (Rayman Legends wird wie sein Vorgänger und New Super Mario Bros. Wii wieder einen Mehrspielermodus besitzen) über die Plattformen scheuchen. Dahinter verbirgt sich eine weitere Ebene, auf dieser ebenfalls wie auf der ersten Stufe der Architektur Bäume, Steine und ähnliches positioniert sind. Die vierte Ebene ist der Hintergrund der Welt – hier werden dann farbenfrohe Landschaften mit malerischen Schlössern und anderen Dingen dargestellt. Das sieht in Verbindung mit dem Comiclook des Spiels wunderschön aus.

Konstante Framerate

Das Besondere an der ganzen Sache ist aber, dass sowohl das Geschehen auf dem Bildschirm des Fernsehers, als auch der Touchscreen des Wii U GamePad konstant mit sechzig Bildern pro Sekunde dargestellt wird – und das mit bis zu fünf Charakteren, sehr vielen Projektilen und anderen Objekten gleichzeitig! Man verriet uns allerdings nicht, in welcher Auflösung der Titel lief. Da Nintendo mehrmals betonte, dass die Wii U zwar eine HD-Auflösung in 1080p darstellen, aber so nur selten mit vollen sechzig Bildern pro Sekunde arbeiten würde, gehen wir davon aus, dass Rayman Legends in 720p dargestellt wird. Hier sind wir besonders gespannt, ob Ubisoft vielleicht das von Nintendo nahezu als unmöglich Angepriesene schafft. Sowohl auf dem Fernsehbildschirm und dem Touchscreen wird das ganze Geschehen in der gleichen Form dargestellt. Während ein Spieler die Kontrolle eines kleinen Wesens via dem Wii U GamePad übernimmt, verkörpern die anderen vier Spieler dann schon größere Figuren, die dann aber mit der herkömmlichen Steuerung mittels Wii U Controller Pro kommandiert werden. Der Vorteil des Wii-U-GamePad-Spielers ist der, dass er seinen flatternden Charakter direkt über den Touchscreen steuern kann. Besiegt werden kann das Wesen aber nicht.

Die Macht des Wii U GamePads

Das ist jetzt aber natürlich kein unlauter Vorteil gegenüber den anderen Spielteilnehmern, da diese sehr wohl besiegt werden können und nur diese in der Lage sind, den Spielausschnitt zu verschieben. Ist am Ende der Spieler mit dem Wii U GamePad übrig, muss die Stage natürlich so wieder von vorne gestartet werden. Trotzdem ist im Mehrspielermodus der Spieler mit dem Wii U GamePad besonders wichtig, denn dieser kann besiegte Charaktere (die dann wie in Nintendos New Super Mario Bros. Wii in Luftblasen umherfliegen) einfach antippen, um sie ins Spielgeschehen zurückzuholen. Zudem obliegt es dem Spieler mit dem Wii U GamePad die über die Spielwelt verstreuten Physikrätsel zu lösen. Hier sollten die Entwickler aber noch ein wenig feilschen, denn das Rätsel mit den zwei Rädern funktionierte in der Anspielversion auf Anhieb nicht korrekt. Wenn Ubisoft es wieder schaffen sollte, die nötige Abwechslung im Spiel zu halten, verschiedene Spielwelten oder gar Spielweisen, humoristische Charaktere mit unterschiedlichen Eigenschaften und massenweise Geheimnisse zusammen arbeiten zu lassen, steht uns mit Rayman Legends wahrhaftig ein atemberaubender Wii-U-Launch-Titel bevor. Eine 3DS-Fassung kann man sich aber (nachträglich) getrost sparen, denn dort funktionierte der Vorgänger ebenfalls nicht so gut, wie wir das zuvor erhofften.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung und der Gamescom-Präsentation): Die einzige richtige Erfahrung, die ich mit Rayman bisher machen durfte, war das Videospiel-Debüt auf der PlayStation. Diese Fassung habe ich in den Kaufhäusern damals immer rauf und runter gespielt und sie hat mir eigentlich gefallen, doch da Rayman ziemlich schnell in Vergessenheit geraten ist, habe ich seinen Werdegang auch nicht weiterverfolgt. Erst dann, als die Hasen ihn langsam aus dem Geschäft verdrängt haben, hat Ubisoft gemerkt, wie sehr sie ihren französischen Mario brauchen. Mit Rayman Origins hat man, von der meiner Meinung nach misslungenen Nintendo-3DS-Fassung einmal abgesehen, alles richtig gemacht und an diesen Erfolg knüpft der Konzern aus Frankreich wieder an. Das was ich von Rayman Legends gesehen habe, hat mich schon begeistert. Die Spielwelt wirkt stimmig, die Figuren schräg und der Mehrspielermodus in Kombination von Wii U GamePad und Wii U Controller Pro fasziniert mich zumindest ein wenig. Eigentlich habe ich meine Wii-U-Launch-Titel-Kaufliste schon zusammengestellt, aber vielleicht erweitere ich sie um ein weiteres Spiel und welches das sein wird, dürft ihr nach dem Lesen dieses Reviews unlängst wissen.

Jonas’ Prognose: Rayman ist in den letzten Jahren der bessere Mario geworden. Für den einen oder anderen sicherlich eine gewagte Äußerung! Ich, der den ersten Kontakt mit Rayman seit einem guten Jahrzehnt wieder auf einem Event, beim kurzen Anspielen von Rayman Legends gehabt hat, kann das nachvollziehen, aber nicht vollends bestätigen. Die neuen Rayman-Spiele stechen eben mit einem schrillen Humor, sowie Farb- und Leveldesign, was die lang geforderte Abwechslung im Jump-’n’-Run-Bereich bietet. Durch diese speziellen Punkte wird es aber zu einer individuellen Geschmackssache, ob jemandem so etwas gefällt oder nicht. Jedenfalls die Jump-’n’-Run-Mechanik funktioniert sehr gut und die Steuerung ging mir nach einigen Minuten schon flüssig von der Hand (was bei diesem Schwierigkeitsgrad auch bitter nötig ist). Das Herzstück wird aber sicherlich neben den innovativen Musik-Levels die Einbindung des Wii U GamePads in den Coop-Modus sein. Der Spieler am Touchscreen fungiert als Unterstützer und säubert den Weg von Gegnern und eröffnet neue Levelabschnitte, während weitere Spieler mit waagerecht gehaltenen Wii Remotes spielen. Ubisoft setzt damit die Messlatte für einen asynchronen Multiplayer-Anteil, von denen wir auf der Wii U wohl einiges erwarten dürfen, für andere Entwickler extrem hoch an.

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!

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