Solid Snake genießt seinen Ruhestand. Zumindest bis das nächste Metal Gear Solid in den Händlerregalen steht. Bis dahin müssen wir mit Metal Gear Rising: Revengeance vorlieb nehmen, doch der Titel hat uns beim Anspielen durchaus überzeugt.
In Metal Gear Rising: Revengeance schlüpfen wir in den Charakter Raiden und schnetzeln dabei alles nieder, was nicht bei drei auf den Bäumen ist – inklusive vieler bewegungsloser Objekte innerhalb der Spielwelt. Das ergibt auf den ersten Blick natürlich nicht sehr viel Sinn, doch das Zerlegen von Gegenständen ist durchaus stimmig und trägt zur Glaubhaftigkeit bei. In der uns vorgestellten Gamescom-Demofassung haben wir übrigens keinen Einblick in die Handlung des Spiels bekommen. Stattdessen wird uns ein Virtual-Reality-Programm vorgesetzt, welches Raiden verinnerlichen soll, damit wir als Spieler seine Angriffstechniken schnell und leicht erlernen können. Nachdem wir die ersten Palmen abgeschnitten, Melonen aufgeschnitten und Autowracks durchgeschnitten haben, sollen wir doch die ersten Geiseln befreien. Dabei handelt es sich kurioserweise jedoch nur um Holzaufsteller, auf dem jeweils der Geiselnehmer und die Geisel zu sehen sind. Auf dem Geiselnehmer sind aber Zielscheiben aufgezeichnet, die uns symbolisieren sollen, wie wir Raidens Schnetzelwaffe einsetzen sollen. Die Steuerung ist dabei relativ intuitiv. Wir verlangsamen auf Knopfdruck zunächst die Zeit und müssen dann noch schnell die Richtung mittels des rechten Sticks auswählen und dann noch abschließend den Stick zum Angriff loslassen. Das funktioniert ausgesprochen gut!
Die Grenzen der Rechenpower
Nachdem wir die Holzaufsteller von ihrem Dasein befreit haben, gelangen wir anschließend in den nächsten Spielabschnitt. Hin und wieder entdecken wir in Verstecken die aus Metal Gear Solid bekannten Pappboxen. Kaum attackieren wir die Box, schon befindet sich das darunter ein echter Soldat – inklusive dem plötzlich auftauchenden Ausrufezeichen über dem Kopf und dem bekannten Jingle. Dieser Fanservice ist nett, ergibt jedoch noch keinen Sinn. Es handelt sich aber immerhin noch um ein Virtual-Reality-Programm, weshalb es aber nicht negativ ins Gewicht fällt. Im neuen Spielabschnitt bekommen wir es dann auch mit Gegnern zu tun, die wir ausschalten müssen. Diese platzen nach erfolgtem Angriff unlogischer Weise, anstatt einfach getrennt liegen zu bleiben. Übrigens: Liegengebliebene beziehungsweise zerstückelte Gegenstände bleiben nur für wenige Sekunden sichtbar am Boden liegen. Danach werden sie von der Spielmechanik automatisch gelöscht. Konami erklärt uns, dass das mit der begrenzten Rechenpower der jetzigen Konsolengeneration zu tun habe. Derzeit befinden wir uns in den letzten Tagen dieser Generation und viel mehr ist leider nicht mehr möglich. Um wirklich alle Objekte am Boden physikalisch korrekt liegen zu lassen, bedürfe es mehr Rechenleistung. In unseren Ohren verständlich, auch wenn es schade um die Schnetzelorgie ist.
Auswirkungen einer Schnetzelorgie
Später bekommen wir es auch noch mit kräftigen Robotern zu tun. Schön, dass eine Bazooka um die Ecke liegt. Wir schießen, doch dann weicht der Koloss aus und wir müssen uns wieder mit Handarbeit vorkämpfen. Das klappt auch ganz gut, da wir in der Demofassung unbegrenzt die Zeit verlangsamen können. Im fertigen Spiel soll das nicht mehr funktionieren. Sehr wohl aber enthalten sein werden aber die Laufabschnitte. Hier bewegt sich die Kamera von einer festen Position aus und wir müssen auf einer einstürzenden Straße vor angreifenden Helikoptern das Weite suchen und die Flugobjekte anschließend zerstören. Das funktioniert ebenfalls sehr gut, wenn auch die Kameraperspektive beim Laufen eventuell noch ein wenig überarbeitet werden sollte. Überarbeitet wird am Ende auf jeden Fall noch das System beim Töten von wehrlosen Gegnern. In der Demofassung hatten wir nämlich nur die Möglichkeit, hilflose Charaktere mit einem schnellen Streich das Leben zu nehmen. Im fertigen Spiel, so sagte uns Konami, wird man auf jeden Fall die Wahl haben und uns auch einen Grund dafür liefern. Das erinnert an Ubisofts Red Steel und diese Entscheidung finden wir gut. Schade nur, dass man uns keine Einzelheiten zur Handlung verraten hat, doch diese erfahren wir spätestens am 21.02.2012, denn dann soll Metal Gear Rising: Revengeance erscheinen.
Geschrieben von Eric Ebelt
Axels Prognose (basierend auf der Gamescom-Präsentation): Ein Schnitt hier, ein Schwertschnitt dort und das ganze noch einmal teilen und schon habe ich eine Mauer, eine Palme oder vielleicht auch einen ganzen Wasserturm in drei Stücke geteilt. Dieses Spiel zeigt mir eine völlig andere Seite von Metal Gear und legt den Schwerpunkt auf Hack and Slay, brachiale Zerstörung und eine hollywoodreife Inszenierung. Aber ich finde das nicht mal verkehrt, da sich Metal Gear Rising: Revengeance durchaus gut spielen lässt und eine Menge Spaß macht. Ab und zu muss es auch mal sein, seine Gegner auf obszöne Art und Weise hinzurichten und ganze Umgebungen einfach mal eben so zu zerstören. Wenn darauf auch noch eine gut erzählte Geschichte folgt, bin ich voll und ganz zufrieden.
Erics Prognose (basierend auf der Xbox-360-Fassung und der Gamescom-Präsentation): Ich bin erst seit einigen Monaten ein Fan des Franchises geworden. Solid Snake ist mir richtig ans Herz gewachsen und so wird es für mich wohl schwierig sein, mich an einen neuen Helden zu gewöhnen. Was ich aber bisher vom Gameplay des Spiels gesehen habe, stellt mich auf ein spannendes und actionreiches Spiel ein. Dies ist zwar kontrovers, da die Metal-Gear-Solid-Reihe ihren Schwerpunkt immer auf Schleichen und Taktik gelegt hat, doch da es sich hierbei um ein Spin-off handelt, kann ich darüber hinwegsehen. Die Technik, mit der das Spiel arbeitet, gefällt mir, auch wenn zerstörte Objekte nicht dauerhaft an Ort und Stelle liegen bleiben. Aufgrund der limitierten Hardware-Basis ist aber wohl kaum etwas anderes zu erwarten, auch wenn es schade um die Schnetzelorgie ist. Raidens Fähigkeiten fallen mir zwar positiv auf, doch was ich schmerzlich vermisse, ist eine Handlung. Raidens Beweggründe sind mir nicht klar, ich weiß noch nicht worum es in Metal Gear Rising: Revengeance geht und welches Ziel ich habe. Diese Punkte sollte Konami noch klären und dann kann man sich hier sicherlich auf ein sehr gelungenes Spin-off der Spielserie freuen.
Vielen Dank an Konami für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!