Preview: Der Rabe

Wenn sich neben Rollenspielen ein Genre in den letzten Jahren noch mehr entfalten konnte, dann war das ganz klar die Gattung der Point-and-Click-Abenteuer. Entwickler King Art präsentiert uns nach The Book of Unwritten Tales das Spiel Der Rabe.

Wie es der Name des Adventures schon vermuten lässt, dreht sich in Der Rabe alles um den gleichnamigen Meisterdieb. Wir schreiben das Jahr 1960 und der Rabe hält Europa in Atem. Seine Einbrüche sind nicht nur spektakulär, sondern auch einzigartig. Durch seine Genialität angestachelt fiebert die Öffentlichkeit seinem nächsten Coup entgegen, doch dann ist genau das passiert, was nicht hätte eintreffen dürfen – zumindest für den Raben. Dieser wird in Paris vom jungen Ermittler Nicolas Legrand gestellt und tödlich verwundet. Der Einbrecherkönig findet sein jähes Ende und mit der Raubserie ist es auch vorbei. Nun ja, nicht ganz! Vier Jahre später wird bei einem Diebstahl in London eine Rabenfeder aufgefunden. Das Markenzeichen des Raben ist unverkennbar und Legrand traut seinen Augen nicht, doch ob jemand versucht in die Fußstapfen des Verbrechers zu schlüpfen oder der Rabe gar von den Toten auferstanden ist, ist zunächst einmal nebensächlich. Ein uralter Saphir, genauer gesagt einer der legendären Augen der Sphinx, wurde entwendet und es liegt an Legrand, die Ermittlung aufzunehmen. In Zürich klingelt zeitgleich ein Telefon – Wachmeister Anton Jakob Zellner ahnt ebenso wenig wie wir, was wenige hundert Meter entfernt in einem Banktresor verborgen liegt. Er greift zum Telefon und an dieser Stelle soll sein Leben eine ungeahnte Wendung nehmen.

Doppelte Sichtweise

Wir sind an dieser Stelle schon gespannt, wie Entwickler King Art die Geschichte um Zellner, Legrand und natürlich den Raben spinnen wird. Auf der Gamescom hat man uns aber bereits verraten, dass Der Rabe eigentlich aus zwei miteinander verwobenen Geschichten bestehen wird. Während wir in der ersten Hälfte die Rolle der Gesetzeshüter einnehmen, übernehmen wir im zweiten Teil die Rolle der Gegenseite. Da am Ende des ersten Spielabschnitts der Raub nicht aufgeklärt wird, bleibt es somit natürlich weiterhin spannend. Außerdem soll es Entscheidungen geben, welche die Story leicht variieren lassen sollen. Klasse! Insgesamt verspricht Entwickler King Art an die zwanzig Stunden Spielzeit, die mit einer cineastischen Inszenierung, vielen Zwischensequenzen und hunderten Kameraeinstellungen gut gefüllt werden möchten. Der Stil ist dabei eigentlich recht zweidimensional gehalten, doch Hintergründe (etwa vorbeisausende Berge bei einer Bahnfahrt) werden dreidimensional eingefangen. Das machte auf uns während der Präsentation einen positiven Eindruck , doch ein Adventure lebt außerdem noch von einer guten Synchronisation. Von dieser haben wir leider noch nichts hören können, da sich der Titel ja auch noch in der Entwicklung befindet. Fällt diese aber so gut wie im Trailer aus, dürfen wir uns auf tolle Sprecher und dazu auf einen angenehmen Soundtrack freuen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Axels Prognose (basierend auf der Gamescom-Präsentation): Ich muss ehrlich sein und sagen, dass ich nicht so viel Ahnung habe von Point-and-Click-Adventures, aber der Rabe hat mich dann doch irgendwie begeistert und während der Präsentation in seinem jetzigen Entwicklungsstand doch gefesselt. Die verschiedenen Möglichkeiten und gerade die Option, die komplette Geschichte auf Seiten der Bösewichte noch einmal zu erleben, hat mir gefallen. Man merkt eindeutig, dass sich das Entwicklerteam viel Mühe gibt, um ein Spiel nach ihren Vorstellungen zu schaffen und genau dies ist der richtige Weg. Freunde von Point-and-Click-Adventures werden an diesem Spiel ihre wahre Freude finden und einige Stunden Beschäftigung haben beim lösen des Falls.

Erics Prognose (basierend auf der Gamescom-Präsentation): Früher war ich ein größerer Fan von Point-and-Click-Adventures, doch das hat sich erst vor kurzem mit Zurück in die Zukunft: Das Spiel geändert. Dank der Lizenz habe ich wieder ein Genre für mich entdeckt, an dem ich eigentlich gar kein Interesse mehr hatte. Der Rabe macht auf mich einen mehr als nur interessanten Eindruck. Zwar konnte ich mir noch keinen großen Eindruck von den im Spiel auftauchenden Rätseln machen, doch die Geschichte um Legrand und den Raben klingt spannend und besonders, dass nach der Hälfte der Spielzeit die Seiten gewechselt werden und ich die Geschichte aus einem ganz anderen Blickwinkel erleben kann, gefällt mir sehr, sehr gut. Ich bin schon sehr gespannt darauf, ob es bis dahin auch genügend Entscheidungen gibt, die ich als Spieler treffen darf und die den zweiten Durchgang sozusagen dann auch stark beeinflussen. Sollte King Art das hinbekommen und die Story auch wirklich so interessant und spannend gestalten, wie ich es bisher vermute, dann wird ein Exemplar von Der Rabe auf jeden Fall ein neues Zuhause finden – nämlich in meiner PC- und Videospielsammlung.

Vielen Dank an Nordic Games für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!

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