Review: Disney Micky Epic: Macht der Fantasie

Zeitgleich mit Disney Micky Epic: Die Macht der 2 fand auch das Spin-off für den 3DS den Weg in den Handel. Obwohl sich das Spiel an die 16-Bit-Zeit anlehnen soll, fehlen uns hier einfach zeitgenössische Inhalte, um Mickys Abenteuer vollends zu genießen.

Einmal mehr bricht im Wasteland das Chaos aus, denn am Horizont erscheint das Schloss der Illusionen. Die Hexe Mizrabel versucht ihren bösen Einfluss auch auf der Mean Street geltend zu machen. Als Oswald Micky abermals um Hilfe bittet und Micky dabei erfährt, dass Minnie ebenfalls im Schloss gefangen gehalten wird, schnappt er sich erneut den magischen Pinsel von Zauberer Yen Sid, um seine Freundin aus dem Fängen der Hexe zu befreien. Unterwegs zum Schloss unterrichtet Oswald seinen Freund über das Schloss, doch Micky weiß nur allzu gut, worum es sich bei diesem Burggemäuer handelt. Bereits 1990 machte sich der Mäuserich auf, um in Castle of Illusion: Starring Mickey Mouse ebenfalls seine Freundin Minnie aus der Gefangenschaft zu befreien. Trotzdem handelt es sich bei Disney Micky Epic: Macht der Fantasie um einen vollständig eigenen Titel, der sich auf Gameplay-Elemente seiner beiden großen Brüder für die Wii stützt, doch dazu später mehr. Die Geschichte von Macht der Fantasie wird leider nur in relativ kurzen Dialogen abgehandelt und das auch nicht besonders gut. Uns wird klar vorgegeben, wer der Bösewicht ist und was wir dafür tun müssen. Für ein Jump ’n’ Run reicht das in der Regel aus, wie man es beispielsweise auch in den Spielen mit dem pummeligen Klempner gut sehen kann, doch wenn man sich die Mühe macht, mehrere Geschichten miteinander zu verweben, sollte man das Ergebnis auch sehen können.

Abenteuer aus tausendundeiner Nacht

In den zweidimensionalen Spielabschnitten treffen wir auf bekannte Disney-Figuren, die sich durch den bösen Zauber der Hexe ebenfalls in das Schloss der Illusionen verirrt haben. Wir rekrutieren Charaktere wie Simba, Peter Pan, Schneewittchen, Lumiére, Donald Duck, Goofy und Co., welche danach Platz in der Festung finden. Die Festung ist der Ausgangspunkt des Spiels, denn von hier aus gelangen wir in alle drei Oberwelten des Spiels, über die wir dann in die einzelnen Levels hüpfen dürfen. Die Levels orientieren sich optisch an verschiedenen Disney-Franchises wie zum Beispiel an der Stadt Agrabah aus Aladdin oder der Meereswelt aus Arielle. Wir laufen und hüpfen durch die Levels, erledigen im Weg stehende Gegner mit Sprüngen oder Wirbelattacken und wenn es einmal so aussieht, als ginge es an einer Stelle partout nicht weiter, dann reicht oft ein Blick auf den unteren Bildschirm. Dort sind dann wie in den Wii-Spielen Silhouetten zu erkennen, die es entweder auszumalen gilt oder eben auch zu löschen, um zum Beispiel einen Durchgang frei zu legen. Wir sollten den Pinsel übrigens immer fleißig nutzen, da jeder Gebrauch unsere Superanzeige kurzfristig erhöht und wir nur so größeren Schaden bei Gegnern anrichten können, die dann auch gerne mehr E-Tickets (die Währung des Spiels) fallen lassen. Diese brauchen wir wiederum, um einkaufen zu können.

Repetitives Gameplay

Bei Onkel Dagobert können wir zusätzliche Herzen kaufen, die unsere Energie darstellen. Sowohl Füllanzeigen von Farbe und Verdünner als auch die Verbrauchskosten können so verlängert beziehungsweise verringert werden. Er handelt jedoch erst mit uns, wenn wir seinen Glückskreuzer gefunden haben. Zwar wird auf der Oberwelt angezeigt, wo sich Quests erfüllen lassen, doch wird niemals gesagt, welche Quest wo genau erfüllt werden muss. Das ist ärgerlich, da sich Backtracking so bemerkbar macht und die künstliche Spielzeitstreckung unangenehm auffällt. Zudem bewegt sich Micky zu langsam und auf Herausforderungen treffen wir ohnehin erst in den letzten beiden Spielstunden. Die größte Herausforderung ist da schon zwischen Stylus- und Knöpfchensteuerung zu wechseln, denn gemalt werden kann ausschließlich mit dem Stift. Da die Animationen im Verhältnis eine zu lange Abspielzeit haben, ist das umso ärgerlicher. Schade, doch hier hätte man vielleicht lieber auf Quests verzichten sollen und stattdessen durchgängig ein Spiel wie auf dem Super Nintendo bieten können. Sprich ein Abenteuer mit dem Einsammeln von 1-ups, dem Nutzen von Continues und Einsetzen von Passwörtern. Für heutige Maßstäbe mag das für viele zwar nicht ausreichen, doch wir sind der Meinung, dass es Macht der Fantasie nicht geschadet hätte. Auch hier sollten nur hartgesottene Disney-Fans zugreifen, die nichts gegen ein repetitives Gameplay einzuwenden haben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als das Spiel auf der Electronic Entertainment Expo 2012 angekündigt wurde, habe ich es direkt einmal in unserem Redaktionsplan markiert. Ich mag Spiele, die wie gute 16-Bit-Spiele aufgebaut sind und so wirken, als könnten sie genauso auf dem Super Nintendo entstanden sein können. Im Grunde bietet mir der Titel das mit einem (wirklich schwachen) Tiefeneffekt, doch die Qualität eines Disney’s Magical Quest: Starring Mickey Mouse kann es absolut nicht erreichen. Die aus den beiden Wii-Spielen eingefügten Gameplay-Elemente, wie das Verdünnen und Anmalen von Gegenständen, stört bei diesem Spiel nach wenigen Minuten ungemein. Ich will nicht ständig zwischen dem Stylus und den Knöpfen wechseln und ständig ein- und dieselbe Aktion durchführen. Falls sich noch jemand an die PC-Version von Harry Potter und der Stein der Weisen erinnert, wird sehr gut wissen, wovon ich spreche. Die Idee mag vielleicht gut gemeint sein, die Umsetzung ist es bei Weitem nicht. Wenigstens fällt der aus dem Harry-Potter-Spiel bekannte Frustfaktor weg und je besser die jeweilige Figur mit dem Stylus gezeichnet wird, desto eher füllen sich Farbe und Verdünner wieder auf. Das mag für jüngere Spieler zwar Ansporn genug sein, aber ich finde es einfach nur nervig. Sowohl Disney Micky Epic: Die Macht der 2 als auch Disney Micky Epic: Macht der Fantasie haben mir leider nicht so viel Spaß gemacht, wie ich ihn gerne gehabt hätte. Daher spreche ich hier eine Empfehlung für jüngere Spieler aus, aber jeder der die Grundschule bereits verlassen hat, kann das Spiel ruhig meiden. Da gibt es auf dem 3DS deutlich bessere Alternativen!

Vielen Dank an Disney Interactive für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Disney Micky Epic: Macht der Fantasie!

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