News: Demos drosseln Verkaufszahlen von Videospielen

Demos drosseln Verkaufszahlen von Videospielen (1)Auf einer kürzlich stattgefundenen Entwicklerkonferenz gab der Analyst Jesse Schell seine Meinung über Videospieldemos kund. Wenn Entwickler fortan keine Demos ihrer Spiele mehr auf den Online-Marktplätzen anbieten würden, so sollten die Einnahmen an den Spielen bis zu 50 Prozent erhöht werden können. Schließlich seien die Spieler dann so gezwungen das Produkt erst zu kaufen, bevor sie erfahren, ob es ihren Geschmack entspricht. Lieber sollten Entwickler mehr Trailer produzieren, die nach den Wünschen der Produzenten aufgebaut sind und dabei niemals durchsickern lassen, wie sich das tatsächliche Spiel im Endeffekt anfühlt.

Andreas‘ Meinung: Ich glaube, dass das nur ein Versuch einer Begründung ist, irgendwo Kosten einzusparen oder dem Spieler noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Es ist klar, dass für viele klassische Entwickler und Publisher es schwieriger geworden ist, viel Geld am Markt zu verdienen – ein gutes Beispiel dafür ist jüngst THQ! Jedoch sehe ich gerade in einer Demo die Zukunft und Gegenwart der Videospiele. Jeder kann genau sehen und erleben was er bekommt. So ist das halt im Internetzeitalter – da wirds nichts mehr auf gut Glück gekauft. Daran sollten sich die Spielefirmen gewöhnen und versuchen, ihre Kosten dementsprechend anzupassen. Beispielsweise in Zukunft Demos zu streamen oder komplett auf nichtssagende Trailer zu verzichten.

Erics Meinung: Diese Aussage halte ich für sie sehr gewagt. Auf der einen Seite kann ich dem Analysten natürlich Recht geben, da mit propagandistischen Mitteln nicht nur die Vorfreude auf das Spiel gesteigert, sondern zudem auch noch ein selbstlaufendes virales Marketing erreicht werden kann. Ich denke auch nicht, dass Demos den meisten Spielern fehlen werden. Sie konzentrieren sich stattdessen weiter auf die Vollversionen, doch kann ich mir sehr gut vorstellen, dass dadurch weniger die Verkäufe, sondern eher die Quote an ausgeliehenen Spielen in Videotheken steigern wird. Sollte es jedoch tatsächlich so in der Realität kommen, dann wäre das für die gesamte Industrie ein Armutszeugnis, denn vor allem kleine Entwickler, die (theoretisch) auf keine große Geldquelle zurückgreifen können, würden Ramschspiele zum Vollpreis anbieten und verkaufen können und einen zweiten Videospielcrash brauchen wir sicherlich nicht.

Jonas‘ Meinung: Natürlich kommt das immer auf die Demo an. Es gibt Spieler, welche sich ein bestimmtes Spiel entweder sofort beim Erscheinen oder eben niemals kaufen werden. Und die breite Masse dazwischen orientiert sich an Tests, Meinungen in ihrem privaten Umfeld oder eben an Demos. Wenn die Demo eindeutige Mängel vorweist oder damit genau die Mängel des Spiels präsentiert (was zuletzt die Demo von Resident Evil 6 belegt hat), dann braucht sich weder der Spielehersteller noch ein Analyst über potentielle schwache Verkaufszahlen wundern. Die Theorie der Blindkäufer ist besonders in unseren heutigen Tagen falsch, da wir dank dem Internet entweder kaum noch in der Lage sind, etwas blind zu kaufen oder sofort die Möglichkeit bekommen, etwas zum Verkauf ins Netz zu stellen. Zudem stellt eine Demo immer noch eine zusätzliche Werbung da, denn nicht selten wird sie auf größeren Spieleportalen mit einigen News und Video-Walktroughs zelebriert.

Ein Kommentar zu “News: Demos drosseln Verkaufszahlen von Videospielen

  1. Natürlich!
    Lasst den Konsumenten im Schatten stehen, zeigt uns lieber was wir sehen wollen und wir finden uns ganz schnell in guten alten Zeiten wieder, als die meisten Spiele Trash waren und die Werbungen dazu beeindruckend.

    Ein definitiver Schritt in die falsche Richtung! Das wird man früher oder später falls es durchgesetzt wird auch an den Verkaufszahlen an Release-Terminen merken. Ein mutiger wirds kaufen und alle anderen warten auf das Gameplay-Video auf Youtube.

Hinterlasse einen Kommentar