Die Wii ist die letzte Plattform der vorherigen Konsolengeneration, die hierzulande noch keine neue Konsolen-Revision in ihrem gesamten siebenjährigen Bestehen (die letztliche Entfernung der Möglichkeit GameCube-Spiele abzuspielen und alternative Farben einmal ausgenommen) spendiert bekommen hat. Dagegen ist in Kanada Ende letzten Jahres die Wii mini erschienen, die mit einem neuen und schlichten Design, ohne Internet- und GameCube-Kompatibilität für knapp einhundert kanadische Dollar auf den Markt kam. Mit einigen Verbesserungen gibt es die Xbox 360 schließlich schon in der Slim- und Sonys PlayStation 3 sogar schon in der Super-Slim-Variante zu kaufen. Obwohl schon vor einiger Zeit James Honeywell von Nintendo UK ankündigte, dass die Wii mini niemals außerhalb Kanadas erscheinen soll, verdichten sich nun die Anzeichen für das Gegenteil und sogar auf der offiziellen deutschen Homepage von Nintendo fanden einige findige User kurzzeitig Untermenüs für die Wii mini. Mittlerweile ist das Gerät auch bei Amazon für 110 Euro gelistet. Jetzt stellt sich die Frage, ob es nach dem Release von der Nintendo Wii U überhaupt noch einen Sinn ergibt, eine ältere Konsole erneut zu veröffentlichen.
Erics Meinung: Die Verkaufszahlen der Wii, die seit 2006 eigentlich permanent Woche um Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr angestiegen sind, eignen sich einfach dafür, die Konsole auch nach der Markteinführung der Wii U weiterhin zu unterstützen. Es gibt schließlich auch heute noch PlayStation-2-Spiele und teilweise PlayStation-2-Konsolen in den Händlerregalen zu finden. Nintendo wünsche ich ebenfalls Erfolg beim Unterfangen, doch so wie sie die Wii mini vermarkten, sehe ich leider keinen großen Erfolg. Dass man auf der Konsole keine Gamecube-Spiele mehr nutzen kann, ist absolut verscherzbar. Das letzte Gamecube-Spiel ist hierzulande sowieso etwa zeitgleich mit der Einführung der Wii in den Handel gekommen und auch wenn ich durch Zufall erst vor zwei Wochen noch ein neues Exemplar von Geist in einem kleinen Laden erworben habe, gibt es heutzutage in der Regel einfach keinen Markt mehr dafür. Zumal ist die Wii mini, wie es der Name schon sagt, sehr klein und abermals Gamecube-Spiele zu unterstützen, würde das Gerät schon wieder größer machen. Warum man aber die Online-Komponente entfernt hat, ist mir ein wahres Rätsel. Die hätte drin bleiben sollen, denn im Wii-Shop-Kanal gibt es sehr viele Klassiker, die man sich nachholen sollte (wenngleich auch ebenso viele Klassiker in hiesigen Gefilden nicht erschienen sind und wohl auch nicht erscheinen werden). Letzten Endes ist es jedoch der Preis, der über die Konsole entscheidet und mit 110 Euros liegt der Konzern leider falsch. Für ein paar Euros mehr bekomme ich die Konsole mit mindestens einem Spiel und Online-Anbindung. Die Wii mini wird wohl ebenso ein kurioses Stück Hardware bleiben, wie damals der GameBoy micro und an den, so bin ich mir sicher, werden sich viele Leser jetzt gar nicht mehr erinnern. Nachsitzen, Nintendo!
Jonas‘ Meinung: Die Wii mini würde für mich niemals eine Alternative für die normale Konsole werden, denn dafür ist mir die GameCube-Abwärtskompatibilität viel zu sehr ans Herz gewachsen. Dennoch denke ich, dass vor allem für neue Käufer, die auch keinen Nutzen aus den vergleichsweise spärlichen Online-Angeboten ziehen wollen oder können, die Wii mini eine günstige Gelegenheit ist, einige Klassiker nachzuholen. Die Konsole nur regional begrenzt in Kanada zu verkaufen, war leider ein so seltsamer Entschluss, wie er eigentlich nur von Nintendo kommen könnte. Denn jetzt, nach dem Launch der Wii U, bricht natürlich ein großer Teil potentieller Käufer weg, die sich lieber gleich den Nachfolger kaufen.