News: Electronic Arts fördert Mikrotransaktionen

Electronic Arts fördert Microtransaktionen (1)Wie der Chief Financial Officer von Electronic Arts Blake Jorgensen während einer Rede verlauten ließ, will der Publisher zukünftig in allen Spielen Mikrotransaktionen einbinden. Dabei handelt es sich um kleinere Vorteile wie Erfahrungspunkteboni in Rollenspielen oder exklusive Waffen, die nur mit echtem Geld erworben werden können. Dass diese gewinnoptimierenden Modelle, die eindeutig an Bezahlsysteme aus Free-to-Play- und den neueren Pay-to-Play-Titeln erinnern, nun auch bei Vollpreistiteln angewendet werden, stufen viele Spieler als extrem dreist ein. Nach Jorgensen sind aber sogar wir Spieler von dieser neuartigen Methode Geld zu machen extrem begeistert. Mittlerweile ist Jorgensen jedoch zurückgerudert und behauptet nun, dass man ihn da missverstanden hätte und er mit seiner Aussage nicht alle Spiele aus dem Hause Electronic Arts gemeint haben möchte. Ein etwas seltsamer und bitterer Nachgeschmack bleibt dennoch.

Erics Meinung: Dass dieser Tag irgendwann kommen wird, war mir bei Ankündigung und Auswirkung der Pferderüstung in The Elder Scrolls IV: Oblivion bereits klar. Dass dieses System leider Erfolg hat, sind eigentlich nur die Spieler schuld, da die diese entsprechende Erweiterung des Spiels billigen und bereitwilig dafür zahlen. Mittlerweile geht das in Spielen bereits soweit, dass man auch schon für Avatarbildchen Bares auf die virtuelle Ladentheke legen soll. Wer schon für diesen optischen Schnickschnack bereit ist zu zahlen, der freut sich dann in Zukunft auch darüber, dass in einem Strategiespiel ein Gebäude für zwei Euros nicht drei Minuten bis zur Errichtung benötigt, sodern nur eine Minute Zeit in Anspruch nimmt. Früher oder später wird es dazu kommen, dass sich Inhalte für ein Singleplayer-Spiel untrennbar auf den Mehrspielermodus auswirken. An dieser Stelle kann man sich bei Electronic Arts nur bedanken, dass sie unsere Gesellschaft mit Freude zu einer Dystopie entwickeln möchten, wo nur noch willensschwache und zudem natürlich auch nur reiche Spieler Vorteile in einem Spiel haben, welches ohnehin erst durch herunterladbare Inhalte zu einem vollen Spiel zusammengesetzt werden muss.

Jonas‘ Meinung: In gewisser Weise fühle auch ich mich betrogen, wenn ich erst für ein neues Spiel eine Menge Geld hinblättern muss, nur um dann trotzdem nicht den vollständigen Spielspaß oder Spielumfang mit dem Spiel geliefert zu bekommen. Natürlich gibt es Leute, denen irgendwann das Aufleveln zu lange dauert oder die einfach nicht die Zeit haben, Stunden in die Item-Suche zu investieren. Diese Spieler hätten sich aber von vornherein überlegen sollen, welches Produkt sie erwerben und was sie erwartet. Ich frage mich wie weit die Gewinnsucht von Unternehmen noch gehen kann, wenn man bedenkt, dass mittlerweile auch für herunterladbare Zusatzinhalte vollständige Spiele im Voraus beschnitten werden. Ich hoffe, dass andere namenswerte Publisher nicht nachziehen und auf ähnliche (verdorbene) Ideen kommen.

Hinterlasse einen Kommentar