Yōkai Watch erzählt auch im achtzehnten Band nach wie vor die Geschichte des Grundschülers Nathan Adams, der mit Hilfe der titelgebenden Uhr Freundschaften mit Yōkai schließen kann und allerhand abstruse Abenteuer erlebt. Wie schon in den letzten Ausgaben dümpelt die Handlung der Manga-Reihe von Autor und Zeichner Konishi Noriyuki aber vor sich hin. Das heißt, dass die eigentliche Story kaum mehr zur Geltung kommt und das Anfreunden mit den Yōkai nur noch am Rande wichtig ist. Zum Beispiel treffen Protagonist Nathan, sein Yōkai-Butler Whisper und Fan-Liebling Jibanyan dieses Mal auf den Gewitter-Yōkai Zackarias, der Blitze auf seine Gegner niederschlagen lässt. Blöd nur, dass Whisper gerade in jenen Momenten entweder Nathans Schirm oder Jibanyans Harpune hält, die dieser vom Fischen im Meer mitgebracht hat. Auch der höfliche Gentlemöter, ein Hund mit Menschenkopf und aufgesetztem Zylinder, der angeblich feine Manieren hat, ist mit von der Partie. Auch hier fährt der Manga wunderbaren Humor auf, denn dieser Yōkai hebt gerne mal sein Bein, um Wasser zu lassen – mitten im Dialog mit Nathan und seiner Entourage. Nicht unwichtig dürfte in Hinblick auf die Story-Fortsetzung im neunzehnten Band der affenartige Yōkai Schimpanyan sein, der mit Namen, Körperbau und Gesichtsmerkmalen gewisse Ähnlichkeiten zu Jibanyan aufweist.
Toller Humor, fragwürdige Designentscheidung
Trotz der Vielzahl an verschiedenen Charakteren, die mit ihren illustren Facetten in diesem Band auftreten, schließt Nathan nicht automatisch mit jedem einzelnen Yōkai Freundschaft, der ihm vor die Nase läuft. Obwohl sich der Band so nur auf wenige Charaktere abseits von Nathan, Whisper und Jibanyan konzentrieren könnte, kommen diese Figuren so gut wie überhaupt nicht vor oder sind im Falle von Möter lediglich eine Randnotiz wert. Yōkai Watch ist es auch im achtzehnten Band nicht möglich, das volle Potenzial der Marke auszuspielen. Soll heißen, dass die meisten Kapitel völlig voneinander losgelöst sind und insofern eigenständige Geschichten erzählen, auf die nur hin und wieder mal zurückgegriffen wird, um zum Beispiel Werbung für einen älteren Band zu machen. Auch das ist Teil des Humors der Reihe. So wird nicht selten die vierte Wand durchbrochen und der Leser adressiert. Tatsächlich zünden viele Gags im achtzehnten Band deutlich mehr als in der letzten Ausgabe. Zumindest hier kann der Manga an ruhmreiche Tage anknüpfen. Dennoch gibt es wieder eine fragwürdige Designentscheidung. Vor Kurzem wurden in Yōkai Watch die Schlüsselsteine als Alternative zu den vorher verwendeten Medaillen eingeführt. Ohne überhaupt eine Erklärung zu liefern, heißen die Schlüsselsteine im achtzehnten Band plötzlich Arks. Der Leser macht schon was mit!
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Im Großen und Ganzen lässt sich sagen, dass der achtzehnte Band von Yōkai Watch eine ähnlich gewichtige Steigerung wie der vorherige Band durchgemacht hat. So zündet der Humor deutlich mehr und manche Kapitel greifen sogar auf das eine oder andere vorherige Ereignis zurück. Nach wie vor ist der Manga aber weit davon entfernt, in puncto Qualität und stringenter Erzählweise an vorherige Bände anzuknüpfen. Viel zu oft verstrickt sich die Geschichte in nebensächliche Handlungsstränge, die in der Regel allesamt für sich stehen. Dem Humor schadet das in erster Linie zwar nicht, aber gerade Fans, die seit Jahren auf die Videospielfortführung warten, dürfte das inzwischen ein mehr als nur ein großer Dorn im Auge sein. Auch dass plötzlich die Schlüsselsteine in Arks umgetauft wurden, ohne eine großartige Erklärung hierfür zu liefern, ist ein Unding und eine klare Verweigerung zur Kontinuität. Die allergrößten Fans können natürlich auch beim inzwischen achtzehnten Band nicht so viel falsch machen, kennen sie das Prozedere doch schon zu genüge, aber unterm Strich wäre auch hier erneut deutlich mehr möglich gewesen.
Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yōkai Watch (Band 18)!