Zwischen 2009 und 2016 sowie zwischen 2018 und 2019 lief die Anime-Serie Fairy Tail im japanischen Fernsehen. Trotz großer Beliebtheit kommt die Reihe bis heute auf nur zwei Anime-Filme. Den Anfang macht Fairy Tail: The Movie – Phoenix Priestess von 2012.
Ähnlich wie die Anime-Serie haben es auch die beiden Fairy-Tail-Filme verhältnismäßig spät in den deutschsprachigen Raum geschafft. 2018 war es dann aber endlich soweit: Publisher Kazé Anime veröffentlichte Fairy Tail: The Movie – Phoenix Priestess auf Blu-ray Disc. Der Film erzählt die Geschichte von Eclair, einer Bewohnerin des Dorfes des Feuers. Während eines magischen Rituals wird das Dorf angegriffen. Eclair kann fliehen, verliert jedoch einen Teil ihrer Erinnerungen. Nach langer Zeit kommt sie in Magnolia an und trifft dort durch Zufall auf die Stellarmagierin Lucy Heartfilia. Lucy nimmt ihre neue Freundin mit in die titelgebende Gilde Fairy Tail, wo Eclair zu neuen Kräften kommt. Es stellt sich heraus, dass Eclair einen magischen Stein in den Boundary-Wald bringen muss. Obwohl sie einen Groll gegen Magier hegt und eigentlich nichts mit diesen zu tun haben möchte, willigt sie ein, dass Anhänger der Gilde Fairy Tail sie begleiten dürfen. Entsprechend wird sie neben Lucy von den üblichen Verdächtigen Natsu Dragneel, Gray Fullbuster, Erza Scarlet und Co unterstützt. Die Reise scheint jedoch gefährlicher als gedacht zu sein, denn Eclair wird zum Ziel der Gruppierung Karfunkel. Mit der Zeit kommen immer mehr Details über Eclairs Vergangenheit ans Licht. Selbstverständlich darf in Phoenix Priestess auch jede Menge Action keinesfalls fehlen!
Gelungene Übertragung von der Serie zum Film
Unter technischen Gesichtspunkten kann der 86-minütige Film von Regisseur Fujimori Masaya durchaus mit der Anime-Serie mithalten. Die Charaktere behalten ihren markanten Stil bei, der auch in Filmform ein wenig an Oda Eiichirōs Werk One Piece erinnert. Dennoch fällt Fairy Tail in manchen Punkten, vor allem was das Charakterdesign angeht, ein wenig zu schlicht aus. Fans der Anime-Serie dürfte das aber nicht weiter wundern. Dennoch zeichnet Fujimoris Werk in puncto Animationstechnik ein wahrhaftig eigenes Bild. Wenn in Phoenix Priestess die Fäuste fliegen, geht einiges zu Bruch. Explosionen sind darüber hinaus keine Seltenheit. Auch Spezialeffekte wie die Beleuchtung der Szenerie inklusive Lichtstrahlen und der Einsatz von diffusem Licht machen einiges her. Am hochauflösenden Bild in 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format gibt es nur wenig zu bemängeln. Auch wenn es deutlich hübschere Anime gibt, wirkt in Phoenix Priestess zumindest alles wie aus einem Guss. Bei der Vertonung im Tonformat DTS-HD Master Audio 5.1 ist es ähnlich. Der Soundtrack kann sowohl die ruhigen und schönen Momente als auch die hitzigen Situationen auf wunderbare Art und Weise einfangen. An neue Stimmen müssen sich Kenner ebenfalls nicht gewöhnen. Sowohl auf Deutsch als auch Japanisch sind dieselben Sprecher wie in der Serie zu hören.
Angenehmer Prolog als Bonus
Als besonderes Schmankerl befindet sich auf der Blu-ray Disc von Phoenix Priestess der zwölfminütige Prolog „Der Morgen des Anfangs“. Der Kurzfilm berichtet von Eclairs Alltag als Wahrsagerin respektive wie sie sich als solche ausgibt. Aus Einsamkeit gelingt es ihr, ein Stofftier zum Leben zu erwecken, glaubt aber weiterhin nicht an Magie. Auch die Wichtigkeit ihres besonderen Steins wird hervorgehoben. Da der Prolog die Vorgeschichte ablichtet, kann dieser Kurzfilm auch wunderbar als Einstieg von Phoenix Priestess gesehen werden. Allerdings ist dieser im Gegensatz zum Hauptfilm bedauerlicherweise nur auf Japanisch synchronisiert und liegt nicht in einer auf Deutsch synchronisierten Fassung vor. Das ist äußerst schade, zumal der Prolog einen recht wichtigen Einblick in die Geschichte gibt und nicht einfach nur eine Aneinanderreihung mal mehr und mal weniger humorvoller kurzer Clips ist, wie es aus der Anime-Serie zu Fairy Tail der Fall ist. Neben einer Werbebroschüre zu weiteren Titeln aus dem Hause Kazé Anime liegt der Blu-ray-Veröffentlichung außerdem ein gefaltetes Poster bei. Dieses zeigt das Cover von Phoenix Priestess. Ein netter Bonus, der jedoch kaum fehlende Inhalte wie ein Making-of oder Interviews mit dem Produktionsteam wettmacht. Fairy-Tail-Fans nehmen es gelassen und freuen sich dafür über das gute filmische Abenteuer!
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Regisseur Fujimori Masaya erzählt mit dem Film Fairy Tail: The Movie – Phoenix Priestess eine sehr spannende Geschichte. Diese wird im Gegensatz zur Anime-Serie auch nicht unnötig aufgebläht. 86 Minuten reichen voll und ganz aus, um eine Story sowohl geheimnis- als auch actionreich und unterhaltsam zu gestalten. Keine einzige Minute fühlt sich verschwendet an. Das ist als äußerst positiv zu werten. Nicht ganz so gut fällt die technische Gestaltung aus. Diese sucht zwar die Nähe zur Anime-Serie, ohne jedoch Kinofilmqualitäten anzunehmen. Handlung und Action trüben über diesen Umstand aber hinweg, weshalb das nicht ganz so stark ins Gewicht fällt. Beim Bonusmaterial ist Phoenix Priestess jedoch ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist ein einfaches Poster zwar nett, aber sicherlich nicht weltbewegend. Andererseits überzeugt der kurze Prolog auch als Einstieg in die Filmhandlung. Warum dieser im Gegensatz zu Phoenix Priestess nicht auf Deutsch synchronisiert wurde, steht allerdings wieder auf einem anderen Blatt. Nichtsdestotrotz ist dies nur der kalte Tropfen auf den heißen Stein. Fans des Werkes von Manga-Künstler Mashima Hiro nehmen das hin und lassen sich auf das Abenteuer in Filmform gerne ein. Wer die Anime-Serie oder die Manga-Reihe nicht kennt, wird mit dem Film vermutlich weniger anfangen können, doch auch diese Zuschauer bekommen einen guten Einblick ins Franchise mit klar definierten Figuren und deutlichem Ziel. Unterm Strich ist Fairy Tail: The Movie – Phoenix Priestess durchaus als vielschichtiger Film zu sehen.
Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fairy Tail: The Movie – Phoenix Priestess!