Nachdem die 31. Serienbox im Dezember 2022 für Furore sorgte, folgte die 32. Ausgabe nur einen Monat später am 23. Januar 2023. In den Episoden wird der Handlungsstrang auf Wa no Kuni leicht fortgeführt, bietet dabei aber leider nicht viele Überraschungen und Wendungen.
Mit der Anime-Serie One Piece ist es, zumindest in der Aufteilung in verschiedene Serienboxen, ein Auf und Ab. Nachdem die Jubiläumsausgabe ein wenig enttäuscht hat, überraschte in puncto Storytelling die wendungsreiche 31. Ausgabe. Beim 32. Episodenpaket müssen wieder ein paar Abstriche gemacht haben, die aber nicht so stark ins Gewicht fallen, wie Fans an dieser Stelle befürchten könnten. Die auf dem Manga von Oda Eiichirō basierende Anime-Serie greift die offenen Handlungsfäden der letzten Serienbox auf und führt diese auf stringente Art und Weise fort. Allen voran erhält der Zuschauer einen Einblick in den beschwerlichen Alltag in der Häftlingsmine von Udon. Hier sitzt Protagonist Monkey D. Ruffy seit seinem gescheiterten Auflehnen respektive einem verlorenen Kampf gegen seinen bisher wohl stärksten Antagonisten Kaidō der hundert Bestien ein, muss Steine abbauen und sich für einen Hungerlohn abmühen. Hier lernt er auch den älteren Herrn Hyōgorō kennen, der am Ende seiner Kräfte ist. Freundlich wie Ruffy nun mal ist, gibt er ihm einen Teil seiner Essenmarken ab und die beiden schließen Freundschaft. Den Gefängniswärtern ist dieses Verhalten natürlich ein Dorn im Auge, wodurch sie Hyōgorō auf dem Kieker haben. Als ein Aufstand droht, schreitet Gefängnisdirektor Queen ein, der Ruffy und Hyōgorō in einen Kampf auf Leben und Tod verwickelt.
Aufgeteilte Handlung für ein gemeinsames Ziel
Währenddessen machen sich in den Episoden der 32. Serienbox von One Piece der Schiffsarzt Chopper, die kleine Tama, die Schwertkämpferin Kikunojō und der rechtmäßige Herrscher über Wa no Kuni Kōzuki Momonosuke auf in die Gefängnismine von Udon. Mit der zumindest temporär an Amnesie leidenden Big Mom, der sie süße Bohnensuppe versprechen, wollen sie die Mauern und Tore des Gefängnisses einreißen, um Ruffy zu befreien. Dass zu dieser Zeit auch der Ninja Raizō durch die düsteren Gänge der Verliese schleicht, um an die Schlüssel für die Seesteinhandschellen zu kommen, ahnen sie da noch nicht. Wie es für die Anime-Serie üblich ist, findet die Handlung häufig an verschiedenen Orten statt. Beispielsweise wird ein Bankett für den unrechtmäßig regierenden Shōgun Orochi ausgerichtet. Auch hier ist eine Kunoichi, genauer gesagt die Kunoichi Shinobu, am Werk. Zusammen mit der getarnt arbeitenden Nico Robin, dem für Aufruhr sorgenden Skelett Brook und der Navigatorin Nami wird versucht, an verschiedene Informationen zu gelangen, um die Revolution zielgerichtet starten zu können. Der Abend verläuft nicht wie geplant, denn zwischen Shōgun Orochi und der Oiran Komurasaki entbrennt ein Streit, bei dem die Kurtisane vermeintlich ihr Leben verliert. So zeigen die Folgen, dass das meist heitere One Piece teils ganz schön erbarmungslos sein kann.
Bekanntes wie gewohntes Gesamtbild
Auch wenn die Handlung weitgehend stringent verläuft und es keine unvorhersehbaren Wendungen gibt, die den Kiefer nach unten klappen lassen, lüftet die Serie in diesen 25 Episoden dennoch das eine oder andere Geheimnis. Unter anderem erfährt der Zuschauer mehr über die Smile-Früchte, bei denen es sich um künstlich erzeugte Teufelsfrüchte handelt, die aber in so gut wie neunzig Prozent aller Fälle starke Nebenwirkungen haben. Auch gibt es ein paar neue Verknüpfungen zwischen verschiedenen Charakteren des Wa-no-Kuni-Handlungsstrangs, die dem Zuschauer ein verständlicheres Bild der Charakterriege geben. Ansonsten setzt One Piece abermals auf die bekannte Formel. Es werden schlagfertige Sprüche ausgeteilt, welche die kämpferischen Auseinandersetzungen aufwerten. Zudem versucht Ruffy über seine Grenzen hinauszuwachsen, um schließlich gegen Kaidō gewappnet zu sein. Auch unterhalb der Figuren bleibt es meist munter. Besonders wenn Chopper seine Angst äußert zur Gefahr, dass sich Big Mom an alles erinnern könnte, bleibt absolut kein Auge trocken. Audiovisuell bleibt alles beim Alten. Lediglich ein maximal zwei Sekunden anhaltender Tonfehler bei der deutschen Tonspur in Episode 941 schmälert das sonst positive Gesamterlebnis. Die physische Verkaufsfassung der 32. Serienbox ist zudem einmal mehr mit einem Booklet ausgestattet. Fein!
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf den Episoden 927 bis 951 der Serie): Nach dem etwas schwachen Auftakt der 30. Serienbox und der deutlich besseren 31. Ausgabe von One Piece war ich natürlich gespannt, wie es im 32. Episodenpaket weitergeht. Grundsätzlich kann ich sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde. Ich erhalte einen besseren Einblick in das Leben auf Wa no Kuni, verschiedene Handlungsplätze erhalten für mich ein greifbareres Bild und verschiedene Charakterkonstellationen verbessern das Verständnis. Hinzu kommt das Lüften ein paar weniger Geheimnisse, wunderbar kurzweilige Kämpfe und der gewohnt tolle Humor. Es ist jedoch schade, dass die großen Überraschungen oder Wendungen ausbleiben. Vielmehr bilden die 25 Folgen dieser Serienbox den stringenten Übergang zum nächsten Höhepunkt. Zumindest habe ich durchweg das Gefühl. Davon sollten sich Fans des Franchises aber nicht abhalten lassen, denn inszenatorisch wie inhaltlich sind die Episoden definitiv sehenswert!