Review: BrokenLore: Low

Den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Survival-Horror-Spielen macht BrokenLore: Low vom japanischen Entwicklerstudio Serafini Productions. Im Seriendebüt gilt es ein nebliges Dorf zu erkunden und die eigenen Ängste vor Tod und Schwangerschaft zu überwinden.

In BrokenLore: Low schlüpfen wir in die Rolle der aufstrebenden Sängerin Naomi. Diese ist auf der Suche nach neuer Inspiration, weshalb sie der gewiefte Produzent Hideki nach Kirisame-mura lockt, das Dorf des Nebels. Dieser Ort soll schon vielen Künstlern dabei geholfen haben, den richtigen Weg im Leben einzuschlagen. In Kirisame-mura angekommen, enthüllt sich peu à peu die Legende einer Frau, die offenbar Unzucht getrieben und im örtlichen Tempel Schutz gesucht hat. Ähnliches erfährt auch Protagonistin Naomi, doch wollen wir an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Mehr und mehr häufen sich die übernatürlichen Ereignisse, die es im Spiel zu überwinden gilt. Durchweg spielen wir BrokenLore: Low aus der First-Person-Perspektive und erkunden mit Naomi das Dorf, das aber eigentlich nur aus einer zunächst geradlinigen Straße besteht, die sich im späteren Handlungsverlauf aber sogar im Kreis windet. Nebenher klauben wir das eine oder andere Collectible auf. Hauptsächlich müssen wir aber vor sehr wenigen Gegnern fliehen. Auch Rätsel gilt es nur sehr wenige zu lüften. So entpuppt sich das Survival-Horror-Spiel mehr als ein überschaubarer Walking-Simulator, der mit nur einer Stunde Spielzeit zudem erstaunlich kurz ausfällt. Nicht schlecht staunen wir also, wenn nach nur sechzig Minuten die Credits auf unserem Monitor eingeblendet werden.

Kurz und knackig mit veralteter Technik

Durchweg spielt sich BrokenLore: Low mit dem Controller gut, auch wenn die Bewegungen von Naomi selbst beim Rennen ein wenig schneller vonstatten gehen könnten. Grafisch sieht der Titel auf den ersten Blick sehr schick aus, was vor allem an den plastisch wirkenden Umgebungsgrafiken liegt. Auch die Wettereffekte wie der anfängliche Nebel oder der zum Ende des Spiels einsetzende Schneefall lassen sich sehen. Bei genauerem Hinsehen verpufft der Zauber jedoch. Beispielsweise ist die eigene Spielfigur nicht auf Spiegeln oder Reflexionen in Fenstern zu sehen. Nebencharaktere sind zudem nicht allzu hübsch modelliert und erinnern bestenfalls an frühe PlayStation-3-Modelle. Darüber hinaus gibt es eine Sequenz mit einem anderen Grafikstil, den wir hier aber nicht spoilern möchten. Ergänzend hierzu ertönen aus den Lautsprechern stimmungsvolle Klänge, welche die düstere Szenerie untermauern. Dazu gibt es schaurig-schöne Soundeffekte, die das Blut in den Adern gefrieren lassen. Der eigentliche Grusel ist aber erst zum Ende des Spiels so richtig spürbar. Vor allem Fans des Body-Horrors dürfen sich auf etwas freuen! Ansonsten gibt es eine gelungene englische Synchronisation auf die Ohren. Eine japanische Vertonung gibt es überraschenderweise nicht, doch lässt die deutsche Übersetzung von Chris „DieAxtimWalde“ keinerlei Verständnisfragen offen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: BrokenLore: Low setzt auf ein interessantes Konzept. Die auf ein absolutes Minimum reduzierte Story reicht für mich in diesem Falle aus, damit ich in die Geschehnisse eintauchen kann. Ständig möchte ich wissen, wie es mit Naomi weitergeht. Obwohl das Spiel in Dialogen zurückhaltend arbeitet, wird alles Wichtige gesagt. In der zweiten Spielhälfte bleibt die Entwicklung der Ereignisse aber kryptisch. Aufgrund der kurzen Spielzeit lässt sich der Titel aber gleich mehrfach durchspielen, zumal es auch ein geheimes Ende gibt. Das Gameplay bleibt für meinen Geschmack zu schmalspurig, ist jedoch in Anbetracht der sehr kurzen Spielzeit recht abwechslungsreich. Darüber hinaus ist das kurzweilige Abenteuer in puncto Schwierigkeitsgrad sehr einfach gehalten, weshalb Survival-Horror-Fans wohl unterfordert sein dürften. Als kurzen Appetithappen funktioniert BrokenLore: Low aber allemal – und es macht Lust auf die weiteren Titel von Serafini Productions.

Vielen Dank an Serafini Productions für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von BrokenLore: Low!

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