Review: Once upon a Katamari

Obwohl Bandai Namco nie aufgehört hat, die Katamari-Reihe in Form von Videospielen zu pflegen, veröffentlichte der japanische Herausgeber seit 2011 nicht wirklich einen neuen Serienteil. Mit dem 2025 veröffentlichten Once upon a Katamari hat das Warten ein Ende.

Wer bereits einen Serienteil der Katamari-Reihe wie zum Beispiel das 2023 veröffentlichte We love Katamari: Reroll + Royal Reverie gespielt hat, dürfte sehr gut wissen, wie abgedreht das Konzept und die Story sein können. Nichts anderes dürft ihr auch bei Once upon a Katamari erwarten, denn die Handlung des irrwitzigen Spiels beginnt damit, dass der König des Kosmos eine magische Schriftrolle immer weiter in den Himmel wirft, was dazu führt, dass das gesamte Weltall vernichtet wird. Entsprechend ist es unsere Mission, den Kosmos zu altem Glanz zu verhelfen. Dazu schlüpfen wir in die Rolle des Thronerben, reisen durch Raum und Zeit und werden vom allmächtigen Herrscher dazu auserkoren, so genannte Katamari zu formen, woraus der König wiederum Planeten am Firmament formen kann. Bei den titelgebenden Katamari handelt es sich um Klumpen, die sich in ihrer Masse aus verschiedenen Materialien zusammensetzen. Storytechnisch ist dieser Wahnsinn in Once upon a Katamari abgedreht mit vielen Farben, chaotischen Zwischensequenzen und nichtssagenden, aber dennoch aussagekräftigen Dialogen inszeniert. Schon nach wenigen Minuten hinterfragen wir schon gar nicht mehr, was wir da gerade auf dem Bildschirm erleben. Stattdessen wollen wir uns immer mehr auf das süchtigmachende, aber leicht problembehaftete Spielprinzip einlassen.

Klassisches Spielprinzip

Um einen Katamari zu formen, müssen wir den Prinzen mit seinem Katamari durch die relativ weitläufigen Levels bugsieren. Jeglicher Gegenstand, welcher zur aktuellen Größe der Kugel passt, wird direkt aufgenommen und klebt fortan am Katamari. Je mehr Objekte wir auf diese Art und Weise aufgenommen haben, desto größer ist der Klumpen auch. Entsprechend können wir immer mehr Gegenstände aufklauben. Angefangen bei kleinen Dingen wie Münzen oder Shōgi-Spielsteinen, können wir irgendwann auch Fässer wie Flaschen und nicht zuletzt auch Tische, Menschen oder sogar Dinosaurier einsammeln. Mit ansteigender Kugelgröße geht es in Once upon a Katamari mit der Zeit zunehmend leichter, einen möglichst großen Klumpen zu formen. In jedem Level haben wir zudem eine Zielvorgabe. Oftmals geht es darum, einen möglichst großen Katamari in möglichst kurzer Zeit zu formen. Darüber hinaus gilt es, neue Bestleistungen aufzustellen, was jedoch gerade für Anfänger zu Beginn des Spiels recht schwierig sein dürfte. Oft müssen dazu immens viele Gegenstände gesammelt werden. Erst wenn wir einen Abschnitt mehrfach gespielt haben, wissen wir, wo sich besonders hilfreiche Objekte verbergen. Haben wir dann auch noch die zunächst etwas gewöhnungsbedürftige Steuerung gemeistert, steht dem Langzeitspaß aber so gut wie gar nichts mehr im Wege.

Spezielle Anforderungen

Hin und wieder bekommen wir es in Once upon a Katamari jedoch auch mit Spezialmissionen zu tun. Beispielsweise müssen wir einem jungen Samurai dabei helfen, möglichst viel zu futtern, bis er kugelrund ist und in eine Rüstung passt. Der Level endet, sobald wir über ausreichend Mahlzeiten gerollt sind und wir ihn in die Rüstung gequetscht haben. Wollen wir noch eine Bestleistung aufstellen, können wir natürlich weiter futtern, müssen dann aber stets auf die Zeit aufpassen, die unerbittlich runterzählt. Ein Glück, dass es auch Items wie zum Beispiel einen Zeitstopper gibt. Dadurch halten wir nicht nur die Zeit an, auch bewegliche Objekte stellen dann nicht mehr allzu große Hindernisse beim Aufsammeln der Gegenstände dar. Es gibt auch einen Magneten, mit dem wir herumliegende Objekte, die wir aufnehmen können, heranziehen. Übermächtig sind diese Items nie, da sie ihre Wirkung nur wenige Sekunden lang entfalten. Durch die Items kommt auch ein wenig Taktik ins Spiel, denn ständig müssen wir gut überlegen und abschätzen, zu welchem Zeitpunkt wir sie am besten einsetzen wollen. In anderen Spezialmissionen müssen wir hingegen schauen, dass wir mit möglichst wenigen Gegenständen möglichst viele Punkte machen. Zeitdruck gibt es dabei nicht, aber den Klumpen ordentlich zu manövrieren, ist in Once upon a Katamari nicht immer ganz so leicht.

Veraltete Technik

Problematisch ist hierbei, dass sich das Gameplay mit der Zeit arg abnutzt, da es sich nie richtig weiterentwickelt. Es fehlt an Überraschungsmomenten! Sobald wir einen Level abgeschlossen haben, schalten wir in der Regel den nächsten Spielabschnitt automatisch frei. Diesen wählen wir über eine unspektakulär aufgebaute Oberwelt aus. Dann und wann kommt es zu Schlüsselmomenten in der Handlung, die ähnlich wie in Super Mario Galaxy + Super Mario Galaxy 2 das Auflesen bestimmter Collectibles erfordern. Es handelt sich hierbei um Kronen, die mal mehr und mal weniger gut versteckt in den Levels zu finden sind. Dieser Umstand führt dazu, dass wir die meisten Levels noch einmal spielen müssen, um verpasste Kronen aufzuspüren. In Anbetracht thematisch abwechslungsreicher Areale wie einer Wildweststadt, einem Tal voller Dinosaurier oder einem Piratenschiff, an das ein Geisterschiff andockt, ist das aber verschmerzbar. Weniger schön ist die Grafik, denn diese bleibt bis auf Auflösung oder Bildwiederholrate auf PlayStation-2-Niveau. Auch könnte die Steuerung eingängiger sein. In Verbindung mit Kameraproblemen und übergroßen Texteinblendungen geht darüber hinaus öfters mal die Übersicht flöten, was den Spaß mindert. Wenigstens rockt der Soundtrack und untermalt das turbulente Geschehen von Once upon a Katamari stimmungsvoll.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-5-Fassung): Als Bandai Namco Once upon a Katamari angekündigt hat, war ich sofort aus dem Häuschen. Vor wenigen Jahren habe ich mit We love Katamari: Reroll + Royal Reverie zum Franchise gefunden und war sofort von dem ungewöhnlichen wie abgedrehten Spielprinzip begeistert. Once upon a Katamari ist grundsätzlich ebenfalls ein anständiges Spiel, ruht sich jedoch auf Jahrzehnte alten Lorbeeren aus. Während ich einem Remake entsprechende Schnitzer aufgrund des Alters verzeihen könnte, geht dies bei einer Neuentwicklung nicht mehr. Das Gameplay entwickelt sich über die gesamte Spielzeit hinweg kaum weiter. Ich bekomme lediglich abwechslungsreiche Themenwelten, hin und wieder Spezialmissionen und dann und wann auch mal Items vorgesetzt. Zusätzlich wird das in meinen Augen zu monotone Gameplay mit fragwürdigen Designentscheidungen torpediert. So ärgert es mich extrem, dass riesengroße Texteinblendungen mitten auf dem Bild während des Spielens aufpoppen und mir die Sicht nehmen. Will ich sie wegklicken, läuft dabei meistens die Zeit weiter. Ähnlich verhält es sich mit den Kameraperspektiven, die mir häufig wichtige Bildinformationen verweigern. Ebenso hätten die Entwickler spätestens mit einem neuen Serienteil an alternative Steuerungsmethoden denken sollen. Für meinen Geschmack wirkt die Bedienung zu  altbacken. Gar kein Verständnis habe ich jedoch für die veraltete Technik, denn das Spiel sieht im Großen und Ganzen wie ein Spiel für die PlayStation 2 aus. Es nutzt das Potenzial der PlayStation 5 vorne und hinten nicht. All das soll nicht heißen, dass der Titel keinen Spaß machen kann, denn das macht er sogar mir zwischendurch immer mal wieder, doch Once upon a Katamari verschenkt eine Chance nach der anderen, sodass das japanische Spiel wohl nur für beinharte Fans interessant sein dürfte.

Vielen Dank an Bandai Namco für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Once upon a Katamari!

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