Review: Super Bomberman Collection

Lange Zeit wurde der japanische Videospielhersteller Konami für tot erklärt. Inzwischen ist das Unternehmen lebendiger denn je und gibt nicht nur Neuentwicklungen in Auftrag, sondern reaktiviert auch viele alte Marken wie zuletzt in der Super Bomberman Collection.

Zwischen 1993 und 1997 erschienen im Jahrestakt auf dem Super Nintendo beziehungsweise dem Super Famicom die insgesamt fünf Episoden der Super-Bomberman-Reihe. Zum Veröffentlichungszeitpunkt des ersten Serienteils hat das Bomberman-Franchise bereits zehn Jahre auf dem Buckel, kam bis in die frühen 1990er-Jahre aber noch nicht so richtig in die Puschen. Zumindest 1985 und 1991 erhielt der titelgebende Charakter mit Bomberman und Bomberman II seine ersten Auftritte auf dem Nintendo Entertainment System respektive Famicom. In der im Februar 2026 veröffentlichten Super Bomberman Collection sind neben den fünf Super-Nintendo-Spielen als kleines Schmankerl auch die beiden NES-Episoden mit an Bord. In diesen beiden Spielen zeigt sich schon, dass das grundlegende Gameplay seit den Anfängen existiert. In der Rolle von Bomberman bewegen wir uns durch ein labyrinthartiges Level, das sowohl mit festen Elementen als auch zerstörbaren Blöcken gestaltet ist. Während wir die zerstörbaren Einheiten mit Bomben in die Luft sprengen können, bleiben die festen Elemente permanenter Bestandteil des Levels. Irgendwo unter diesen Blöcken befindet sich, ohne dass wir das an visuellen Merkmalen festmachen können, die Tür zum nächsten Level. Bevor wir diese überhaupt durchschreiten können, müssen wir vorher alle Gegner mit Bomben besiegen.

Entwicklungssprünge auf dem Super Nintendo

Für Spiele der 1980er-Jahre sind Bomberman und Bomberman II definitiv als spaßige Angelegenheiten zu betrachten. Allerdings funktionieren diese beiden Serienteile noch sehr rudimentär, denn in jedem Level finden sich derart wenige Power-ups, sodass die Progression nur mühselig erkauft wird. Dass das 2012 mit Konami zusammengelegte Entwicklerstudio Hudson Soft die Probleme dieses rudimentären Gameplays erkannt hat, zeigen die fünf Episoden der Super-Bomberman-Reihe wahrlich mit Bravour. Peu à peu gelang es den Entwicklern die Spielmechaniken zu verfeinern. Verwunderlich ist das nicht, bot Nintendos 16-Bit-Konsole doch deutlich mehr Möglichkeiten, von denen in Anbetracht ihrer NES-Vorgänger auch weitere Spiele wie The Legend of Zelda: A Link to the Past oder Super Metroid profitiert haben. Zwar tauchen Power-ups, die beispielsweise die Anzahl an maximal gleichzeitig abzulegenden Bomben, ihre Explosionsreichweite oder die Geschwindigkeit der Spielfigur bestimmen, immer noch nicht ganz so häufig auf, doch da die Levels wesentlich kompakter ausfallen, ist zumindest der Takt bis zum nächsten Power-up wesentlich kürzer. Auch verhalten sich die Gegner in der Super-Bomberman-Reihe ein wenig intelligenter, was zusätzlich zur Zeitbegrenzung von drei im Grunde ausreichenden Minuten pro Level für taktische Anreize sorgt.

Über die Zeit verfeinertes Gameplay

Obwohl das Gameplay weitestgehend gleichbleibend ist, sind in den fünf Spielen nach und nach kleine Abweichungen bemerkbar. Beispielsweise sind die Levels in Super Bomberman von 1993 allesamt auf den unveränderbaren Bildschirmausschnitt festgelegt. Das Portal zum nächsten Level, das in den vorherigen Serienteilen noch gefunden werden musste, ist hier zu Beginn ebenfalls noch versteckt, lässt sich aber aufgrund der überschaubaren Levels deutlich schneller aufdecken. 1994 kramten die Entwickler für Super Bomberman 2 die scrollbaren Levels früherer Serienteile wieder hervor und verbanden dies mit einem abwechslungsreichen Leveldesign. In diesem müssen wir nun nicht nur alle Gegner besiegen, sondern auch noch alle Schalter zum Öffnen der Tür mit Explosionen aktivieren. Die Tür ist darüber hinaus fester Teil der Level-Architektur. In Super Bomberman 3 von 1995 beschränken sich die Aufgaben für uns wieder auf das Besiegen aller Gegner, doch bestehen manche Levels nun aus zwei Abschnitten, die wir im Rahmen des als fair einzustufenden Zeitlimits beide von allen Gegnern säubern müssen. Außerdem gibt es ein paar Levels, in denen wir ähnlich wie im Arcade-Klassiker Pac-Man die Level-Architektur an den Seiten verlassen können, um auf der anderen Seite wieder in Erscheinung zu treten, doch Obacht: Selbiges gilt auch für all unsere Gegner.

Mit Power-ups zum Gottstatus

Bei Super Bomberman 4 von 1996, das übrigens genauso wie sein Nachfolger erstmals offiziell außerhalb Japans mit der Super Bomberman Collection zugänglich gemacht wurde, erscheint das Portal zum nächsten Level übrigens automatisch, sobald wir alle Gegner besiegt haben. Das 1997 veröffentlichte Super Bomberman 5 setzt auf ein ähnliches Konzept, doch tauchen hier gleich mehrere Portale auf, die zu unterschiedlichen Levels führen. Durch diesen Umstand fällt Super Bomberman 5 zwar kürzer als die vier Vorgänger aus, doch bietet es einen wesentlich höheren Wiederspielwert. Durch das unberechenbare Auftreten verschiedener Power-ups, die sich auch auf die Art der uns zur Verfügung stehenden Bomben auswirken, erhöht sich der Wiederspielwert weiterhin. Beispielsweise brechen manche Bomben durch brüchige Blöcke durch, andere wiederum können wir aus sicherer Distanz per Fernzünder zur Explosion bringen. Hinzu kommen weitere Fähigkeiten wie das Treten oder das Werfen der Bomben. Ebenfalls können wir Glück haben, per Power-up Fähigkeiten zu erlangen, mit denen wir über brüchige Blöcke oder abgelegte Explosionskörper laufen können. Werden wir von einem Gegner getroffen, verlieren wir die Power-ups, müssen den Level von Vorne beginnen und uns wieder nach oben vorkämpfen. Das kann den Spielfluss teils arg bremsen.

Gelungene Videospielsammlung

Zum Glück kommen ab dem dritten Serienteil noch Reittiere hinzu. Auf diese werden zuweilen bestimmte Fähigkeiten ausgelagert. Darüber hinaus dienen sie Bomberman als Lebenspunkt, denn wird er von einem Gegner getroffen oder von einer Explosion erfasst, während er auf Kängurus und Echsen Platz genommen hat, verschwindet nur das Reittier. Neben dem Abenteuermodus, der alleine oder lokal mit einem Freund gespielt werden kann, verfügen die Super-Bomberman-Spiele darüber hinaus über einen Mehrspielermodus. In diesem treten jeweils zwischen vier und fünf menschliche oder computergesteuerte Figuren gegeneinander an und müssen sich gegenseitig in die Luft jagen. Wer als Letztes noch steht, gewinnt die Partie. Habt ihr genug Freunde zur Hand, ist dieser Spielmodus wesentlich motivierender als die eigentlichen Levels. Schade ist, dass der Mehrspielermodus nur offline spielbar ist. Fans der teils knüppelharten Bosskämpfe freuen sich darüber, dass es einen Boss-Rush-Modus gibt, in dem sie alle Bossgegner pro Spiel hintereinander bekämpfen müssen. Als Komfortfunktion gibt es, außerhalb von Multiplayer- und Boss-Rush-Modus, eine bis zu dreißig Sekunden umfassende Rückspulfunktion und die Möglichkeit, das Spiel jederzeit zu speichern und zu laden. Zu guter Letzt können die originalen Super-Nintendo- beziehungsweise Super-Famicom-Packungen und -Anleitungen inspiziert werden. Im Bonusmaterial finden sich zudem eine vollständige Jukebox mit Soundtracks und dutzende Artworks für alle Bomberman-Fans!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): So überraschend die Super Bomberman Collection von Konami veröffentlicht wurde, so sehr habe ich mich wieder in die gute alte Zeit zurückversetzt gefühlt. Das enthaltene Super Bomberman 2 habe ich damals rauf und runter auf meinem Super Nintendo gespielt. Da freue ich mich sehr darüber, dass ich nun auch die anderen Episoden nachholen und darüber hinaus in die Anfänge des Franchises in den 1980er-Jahren hineinschnuppern kann. Das Gameplay bleibt zwar in allen Serienteilen gleich, verfeinert sich aber von Jahr zu Jahr beziehungsweise von Episode zu Episode. Viele Neuerungen oder Änderungen sind zwar nur marginal, verbessern die Spielbarkeit aber zunehmend und sorgen zudem für einen hohen Wiederspielwert. Mir gefällt darüber hinaus auch die Tatsache, dass jeder der enthaltenen Spiele recht kurzweilig ist und jeweils in ein bis zwei Stunden durchzuspielen ist. So eignen sich die Titel durchaus auch für mittellange Bus- und Bahnfahrten oder einfach für zwischendurch. Ich finde es nur schade, dass es keinerlei Online-Modi für die Mehrspielerpartien gibt und keine Online-Ranglisten für den Boss-Rush-Modus existieren. Abgesehen davon punktet die Kollektion mit weitestgehend zeitlosen Gameplay-Klassikern der 8- und 16-Bit-Zeit und tollen Komfortfunktionen wie einer nützlichen Rückspulfunktion, um besonders knifflige Levels schnell zu wiederholen. Für Bomberman-Fans ist die Sammlung ein absolutes Must-have und alle, die das Franchise erstmals erleben wollen, finden in der Super Bomberman Collection einen wirklich sehr guten Einstiegspunkt.

Vielen Dank an Konami für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Super Bomberman Collection!

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