Review: Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland!

Manche Dinge überdauern die Zeit, denn so war es auch mit Mario und Donkey Kong. Bereits vor mehr als dreißig Jahren lagen die beiden Videospielcharaktere im Clinch. Schon damals konnte der Affe die Finger nicht von Marios Freundin Pauline lassen. Kurzerhand entführte Donkey Kong die Schönheit und zollte seinem großen Filmkollegen King Kong Tribut, indem er an Baugerüsten hochkletterte. Schlussendlich wurde er von Klempner Mario, der zu jener Zeit noch auf den Namen Jumpman hörte, jedoch in die Knie gezwungen. Trotzdem scheint der Affe drei Jahrzehnte nach diesen Vorfällen nichts dazu gelernt zu haben.

Zu Beginn des neusten Ablegers der Serie steht die Eröffnung eines Freizeitparks an. Mario und Pauline haben sich überlegt, dass die ersten einhundert Besucher ein kleines Geschenk erhalten sollen. Anfangs freute sich Donkey Kong auf die Eröffnungsfeier des Parks, doch an jenem Tag sollte er verschlafen. Da er keine kleine Pauline-Figur ergattern kann, entschließt sich Donkey Kong dazu, die echte Pauline zu entführten. Diese Gräueltat lässt sich der Klempner natürlich nicht gefallen und schreitet unverzüglich zur Tat – allerdings schickt er dieses Mal wie im letzten Teil der Reihe eine Truppe Mini-Marios hinterher. Nun liegt es an uns, die aufziehbaren Gestalten durch über einhundert Levels zu führen und Pauline zu retten.

Sicheres Geleit

Anfangs stehen uns nur begrenzte Mittel zur Verfügung, was besonders Einsteigern zu Gute kommt. Tippen wir die Mini-Marios an, setzen sie sich sofort in Bewegung. Nun ist es unsere Aufgabe, mittels Stylus Hindernisse im Level zu entfernen – oder auch zu setzen, denn am Ende eines jeden Level müssen alle Mini-Marios unbeschadet durch ein kleines Türchen spazieren. Das heißt sie dürfen von keinem Gegner berührt werden oder von Zacken in einer Grube aufgespießt werden – auch der Fall von einer höher gelegenen Plattform kann für die Mini-Marios der Tod bedeuten. In jedem Spielabschnitt steht uns eine gewisse Anzahl an Gerüstbauteilen zur freien Verfügung, welche an gekennzeichneten Trägernieten befestigt werden müssen. Je länger der Träger im Endeffekt sein soll, desto mehr Bauteile müssen wir besitzen, aber keine Sorge: Ein Träger lässt sich jederzeit entfernen und die Gerüstbauteile können somit an einer anderen Stelle wiederverwendet werden. In vielen Spielabschnitten ist dieses Vorgehen auch nötig, um den spielerischen Anspruch jederzeit zu gewährleisten.

Komplexe Spielmethoden

In späteren Levels erhöht sich der Schwierigkeitsgrad zunehmend. So gesellen sich mit zunehmender Spielzeit auch Leitern, Laufbänder und sogar entmagnetisierbare Bausteine hinzu. Die Mini-Marios versuchen nämlich in so manchem Geländen auch Wände zu erkraxeln und können diese an einigen Stellen nur durch solche Steine verlassen, um auch wirklich zum Level-Ende zu gelangen. Dabei dürfen wir nie vergessen, dass die Mini-Marios automatisch und nicht zielstrebig ihren Weg suchen. Sie watscheln jeweils in eine Richtung, die sie nur ändern, wenn sie gegen ein Hindernis (etwa gegen eine Wand oder einen anderen Mini-Mario) laufen. Die Laufbänder eignen sich ebenfalls für die Änderung der Laufrichtung, da die Richtung der Fließbänder von uns selbst bestimmt werden kann – entweder bei der direkten Erstellung im Level oder durch Tippen auf einen bestimmten Button im Leveldesign selbst. Damit hört die Innovation allerdings noch nicht auf – komplexe Warp-Röhrensysteme und zu positionierende Sprungfedern erschweren in späteren Level unsere Vorstellungskraft. Trotzdem bleibt jeder Spielabschnitt jederzeit lösbar und vor allem interessant.

Inhalt so groß wie King Kong

Außerdem dürfen wir uns des Öfteren mit ein paar Gegnern wie Shy Guys herumschlagen, die mit herumliegenden Hämmern (und der richtigen Taktik vorausgesetzt) schnell besiegt sind. Am Ende einer jeden Welt erwartet uns der Kampf gegen Donkey Kong, in dem wir das erst kürzlich erlernte Wissen der jeweiligen Spielelemente anwenden müssen. Hier sei allerdings gesagt, dass wir ruhig den einen oder anderen Mini-Mario verlieren dürfen – jedoch erhalten wir für den Verlust nicht mehr die maximale Punktzahl. Nur wer in jedem Level bestimmte Items wie Münzen oder Karten einsammelt, hat die Chance auf ein perfektes Ergebnis, um so Bonus-Level und zusätzliche Inhalte für den Level-Editor frei zuschalten. Dieser ist übrigens relativ simpel gehalten und auch für Anfänger leicht verständlich. In Windeseile (nach einer wirklich kurzen Eingewöhnungsphase) können wir bereits einige Levels erstellen, welche wir sogar online zum Tausch anbieten dürfen. Außerdem veranstaltet Nintendo alle paar Wochen kleinere Wettbewerbe, an denen wir mit einem eigens kreierten (und zumindest einmal von uns gelösten) Level teilnehmen können

Spielspaß ohne Ende?

Optisch reißt der Titel keine Bäume mehr aus, da der Stil schlicht und einfach gehalten ist. Es sieht für uns so aus, als ob wir – bis auf ein paar Ausnahmen – ein GameBoy-Advance-Spiel vor uns halten. Auch der Soundtrack kann uns nicht vollends überzeugen. Die Melodien trällern zwar fröhlich vor sich hin und so mancher Spieler wird auch den einen oder anderen Track aus früheren Mario- oder Donkey-Kong-Spielen wiedererkennen, doch fallen die Musikstücke auf Dauer recht monoton aus. Über diese beiden negativen Kritikpunkte können wir allerdings ruhig hinwegsehen, denn der Rest des Spiels wirkt einfach wie aus einem Guss. Es erwarten euch über einhundert Levels, die mit vielen verschiedenen Szenarien aufwarten und eure Köpfe zum Glühen bringen können. Nach dem Durchspielen ist übrigens noch lange nicht Schluss, denn dann trumpft der Titel mit weiteren Experten-Levels auf, die dann nochmals ein klein wenig schwieriger ausfallen – und wer dann immer noch nicht genug hat, erstellt mit dem Level-Editor einfach eigene Spielabschnitte. Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland! stellt derzeit die Genrereferenz da, welche wir Rätselfüchsen wärmstens empfehlen möchten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als ich den Titel auf der letzten Gamescom anspielen konnte, war ich hin und weg. Aus Zeitgründen konnte ich die letzten Ableger der Serie leider nie spielen. Jetzt tut mir das natürlich leid, denn der Aufruhr im Miniland hat mir sehr gut gefallen. Die meisten Levels waren für mich zwar recht schnell und beim ersten Anlauf schon erledigt, doch setzte ich mir das Ziel, möglichst überall die perfekte Punktzahl zu erreichen – und das kann in einigen der zahlreichen Spielabschnitten schon mal etwas dauern. Ich finde es auch sehr gut, dass nach dem Durchspielen noch nicht Schluss sein muss. Die Experten-Levels fordern mich weiterhin und der Plus-Modus erhöht dann nochmals den Schwierigkeitsgrad des gesamten Spiels. Hier bin ich allerdings der Meinung, dass man das auch schon von Anfang mit in den Spielfluss hätte integrieren können. Allzu große Lust, jeden Level aufs Neue zu spielen, habe ich dann doch nicht. Dafür überzeugt mich dann wiederum der Level-Editor, mit dem ich auch schon das eine oder andere Werk hochgeladen habe und hoffe natürlich auch, dass meine Werke den anderen Spielern auf dieser Welt gefallen werden. Bis auf wenige Stellen habe ich an dem Titel nichts auszusetzen, was einen Kauf nicht rechtfertigen würde. Greift zu, denn ein anderes Spiel, das eure kreative Ader dermaßen fördert, findet ihr so schnell nicht!

2 Kommentare zu “Review: Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland!

  1. Kurze Frage: Drehen die Mini-Marios wirklich um, wenn sie sich gegenseitig berühren? In der Demo-Version, die via dem Nintendo-Kanal vertrieben wird, ist mir das nämlich nicht aufgefallen.

    • Kurze Antwort: Sobald sich zwei Mini-Marios berühren, die in die entgegengesetzte Richtung laufen, so drehen sich die Mini-Marios um. Wenn ein Mini-Mario allerdings einen anderen Mini-Mario berührt, der noch nicht aktviert wurde, so laufen die beiden selbstverständlich in dieselbe Richtung weiter. Hoffentlich konnten wir dir mit dieser Information weiterhelfen.

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