Review: The Legend of Fong Sai Yuk

Stellt man Fans von Martial-Arts-Filmen die Frage, welcher Darsteller wohl der Lustigste sei, so wird man als Antwort sehr oft Jacky Chan erhalten. In The Legend of Fong Sai Yuk ist es aber nicht der eben genannte Künstler, sondern Jet Li, der seine Späße mit der chinesischen Garde treibt.

Während der Qing-Dynastie trifft Nationalheld Fong Sai Yuk auf einer Sportveranstaltung auf die junge Ting-ting – es ist Liebe auf den ersten Blick, doch als Fong Sai Yuk in eine Schlägerei verwickelt wird, werden die beiden bei seiner Verhaftung fürs erste getrennt. Der Vater von Ting-ting möchte sich innerhalb Cantons einen guten Ruf erarbeiten, veranstaltet daraufhin ein Kampfsportturnier und der Mann, welcher gegen seine kampferprobte Frau im Kampf als Sieger hervorgeht, soll Ting-ting ehelichen. Fong Sai Yuk nimmt an den Kämpfen teil, doch weiß er nicht, wer ihn als Preis erwarten wird. Dank unglücklicher Umstände denkt Fong Sai Yuk, dass er die Bedienstete des Hauses heiraten soll. Unzählige Missgeschicke und einige Filmminuten später erkennen die beiden, dass sie verheiratet werden sollen. Indessen erfahren Fong Sai Yuk und seine talentierte Mutter, dass Vater und Ehemann innerhalb der Rebellengruppe des roten Lotus agiert. Als der Gouverneur auf der Hochzeitsfeier von Fong Sai Yuk und Ting-ting erscheint, eskaliert die Situation. Ting-tings Mutter wird getötet und Fong Sai Yuks Vater soll hingerichtet werden, sofern sein Sohn dem Gouverneur nicht die Namensliste der Rebellen aushändigen wird. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Ernst und Komik

Die ernstzunehmende Handlung versucht sich selbst auf die Schüppe zu nehmen, so sind die Dialoge durchaus witzig gestaltet, für westliche Verhältnisse allerdings nur gelegentlich zu verstehen. Fans von asiatischer Komik kommen hier eher auf ihre Kosten. Die Schauspieler für Corey Yuens The Legend of Fong Sai Yuk wurden zwar gut ausgewählt, doch steuern sie auf ihre eigene Art und Weise mehr komischen als ernsten Inhalt bei. Fong Sai Yuk alias Jet Li, Michelle Reis, Josephine Siao und Kong Chu spielen ihre Charakter trotzdem überzeugend, wenn auch aufgrund der lustigen Szenen nicht immer im passenden Moment glaubhaft. Auch die Kämpfe kommen in The Legend of Fong Sai Yuk nicht immer besonders gut zur Geltung, da hier weniger wert auf Kampfkunst als auf Komik gelegt wird. Trotzdem können die wenigen Kämpfe ohne Waffen überzeugen, gegen Ende hin vermischen sich die Auseinandersetzungen allerdings zwischen Kung-Fu und dem Einsatz von Stab-, Klingen und Schusswaffen. Unterlegt werden die Szenen mit einem Soundtrack, der eher zu einem Jacky-Chan- als zu einem Jet-Li-Film passen würde. Wer auf eine solche musikalische Begleitung wert legt, wird dafür allerdings definitiv nicht enttäuscht werden.

Zwei Fassungen

Die deutschsprachige Synchronisation ist deutlich betagt, so passen einige Stimmen erst nach einer gewissen Eingewöhnungszeit zu ihren Charakteren, allen voran Jet Li. Erst nach etwa einer halben Stunde konnten wir uns mit der geliehenen Stimme anfreunden, dann passte sie allerdings durchweg sehr gut zu ihm. Eine kantonesische Tonspur mit zuschaltbaren deutschen und niederländischen Untertiteln ist auch dieses Mal wieder mit von der Partie. Dies gilt allerdings nur für die 97 Minuten lange Version. Die mit vier Minuten erweiterte Fassung liegt neben einigen Trailern zu anderen Streifen als Bonusmaterial bei. In dieser Fassung sind noch einige (lustige) Szenen enthalten, die man in der kürzeren Fassung entfernt hat. Beiden Versionen kann man aber bedingungslos folgen, weshalb nur hartgesottene Fans des Films wert auf diese vier Minuten legen könnten. Hier sieht man allerdings die teils sehr gravierenden Unterschiede in der Bildqualität zwischen der normalen Version und der langen Ausgabe. Die Normalfassung kommt mit einem bis auf wenige Ausnahme sehr schönen Bild daher, während die längere Fassung (noch mit dem Titel Fong Sai Yuk – Der Vollstrecker betitelt) eine schlechtere Bildqualität aufweist. Das ist schade, hier hätte man beide Versionen optisch verbessern können. Wer es lustiger mag, wird mit The Legend of Fong Sai Yuk glücklich, ansonsten raten wir eher zu einem anderen Jet-Li-Film.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-Ray-Fassung): Die chinesische Legende um den Volkshelden Fong Sai Yuk gehört nicht gerade zu den besten Film des Künstlers Jet Li. So gibt es doch ein paar Stellen im Film, wo ich den Fernseher gerne ausgeschaltet hätte. Dann wiederum kommt eine Szene, wo der Humor wirklich sehr gut zur Geltung kommt und ich mich herzhaft über die Missgeschicke und Tollpatschigkeiten der Charaktere lachen kann. Ja, ich gehöre zu der Sorte Menschen, die sich mit dem asiatischen Humor anfreunden können und ihn nicht als störend bezeichnen. Allerdings ist das neben der Schauspielerleistung von Jet Li und Co. und der durchweg guten Bildqualität der Blu-Ray-Fassung auch der einzige Pluspunkt, den ich bei diesem Film entdecken kann. Die Handlung dümpelt zu sehr vor sich hin, nimmt sich meiner Meinung zu viel Zeit, um auf den Punkt zu kommen. Hält man es aber bis zum Ende aus, wird man bis dahin aber dennoch mit dem einen oder anderen guten, aber sehr übertrieben-inszenierten Kampf belohnt. Wer den Film noch nicht gesehen hat und mit den Mankos leben kann, darf ruhig einmal einen Blick riskieren. Persönlich tendiere ich aber zu anderen Filmen des Martial-Arts-Meisters, beispielsweise Legend of the Fist. Da erlebe ich bei ungefähr derselben Laufzeit ungleich viel mehr inhaltliche Handlung.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Legend of Fong Sai Yuk!

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