1991 verzauberte ein Titel wie kein anderer alle Nintendo-Spieler. Die Rede ist vom dritten Teil der The-Legend-of-Zelda-Reihe, genannt A Link to the Past. Schöne 16-Bit-Grafieken und ein ausgeklügeltes Gameplay ließen dabei leider etwas außer Acht: Die Story. Obwohl diese in vielen Teilen der Serie ähnlich aufgebaut ist und auch nie wirklich stört, wäre sie für die Manga-Umsetzung essentiell gewesen. So taucht auch hier der Zauberer Agahnim im Lande Hyrule auf und verschleppt sieben Mädchen inklusive Prinzessin Zelda in die Schattenwelt. Dort versucht der Großmeister des Bösen Ganon Zugang zum heiligen Reich zu erlangen, um sich an den Kräften des goldenen Triforce bedienen zu können. Natürlich kann Link das nicht tatenlos mit ansehen, weshalb er sich finsteren Monstern und Dämonen stellt, dem Bösen den Garaus zu machen. Die Parallelen zum Spiel sind zwar vorhanden, doch treten sie nur sporadisch in Erscheinung. Nach der Rettung von Prinzessin Zelda zu Beginn des Mangas, entkommen die beiden nicht durch einen geheimen Tunnel zur Kathedrale. Während der Flucht wird die holde Maid von Agahnim entführt und nicht erst später, wie im Spiel. Außerdem trifft Link unterwegs auf eine Diebin, die sich ihm öfters in den Weg stellt und so nicht im Videospielklassiker vorkommt.
Nur für Fans
Auch über die Vergangenheit Links wird im Spiel nicht eingegangen, dafür aber umso mehr im Buch. Das ist zwar ein interessanter Blickwinkel, untermauert aber nicht den Charme des Originals und trägt im Wesentlichen auch nicht zur Geschichte bei. Zudem wurde der Schattenwelt-Aspekt von Akira Himekawa völlig fehlinterpretiert. Link kann sich ganz ohne Mondperle in der Schattenwelt bewegen, seine Schattengestalt als hilfloser Hase nimmt er nicht an. Die Zeichnungen sind den beiden Künstlerinnen dafür aber wieder einmal gut gelungen, zumal man einige Orte (die Schattenpyramide oder der Platz in den Verlorenen Wäldern, wo das Master-Schwert auf den Helden wartet) aus dem 16-Bit-Klassiker schnell wiedererkennt. Übersetzt wurde A Link to the Past von Hirofumi Yamada, dieses Mal aber etwas weniger humorvoll und dafür ernster. Der 183-seitige Manga (inklusive einem weniger interessanten sechsseitigen Interview mit Akira Himekawa und Eiji Aonuma) ist zu einem Preis von knapp sieben Euro erhältlich, dürfte aber nur für die größten Fans interessant sein.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): The Legend of Zelda: A Link to the Past war mein drittes Super-Nintendo-Spiel und zugleich mein erstes The-Legend-of-Zelda-Spiel, welches ich genießen durfte. Ich weiß noch ganz genau, wie ich mich am Morgen nach dem Kauf aus dem Bett geschlichen und mich durch den virtuellen Regen gekämpft habe, aber den geheimen Eingang in die Burg nicht gefunden habe. Rückblickend ist mir das doch etwas peinlich, aber ein paar Stunden später versuchte ich es erneut und erlebte kurz darauf eines der epischsten Super-Nintendo-Spiele aller Zeiten. Ebenso groß waren meine Erwartungen auch an den Manga. Selbstverständlich konnte ich nicht mit einer umfangreichen Geschichte rechnen, doch dass man sich dermaßen abseits der eigentlichen Handlung bewegt, fand ich dann doch etwas schwach. Immerhin haben die beiden Zeichnerinnen nicht die Existenz von Agahnim und Ganon aufgelöst, denn bis heute weiß niemand, ob es sich dabei um zwei verschiedene Bösewichte handelt, oder ob Agahnim Ganons Gestalt in der Lichtwelt darstellt. Auch die deutsche Übersetzung hat mir dieses Mal nicht ganz so gut gefallen, auch wenn sie thematisch zu den aussagekräftigen Zeichnungen gepasst hat. Den Manga kann ich dieses Mal leider nur den Fans interessieren, denen das Spiel auch nach dem zwanzigsten Durchspielen noch Spaß gemacht hat und endlich ein wenig Abwechslung suchen.
Vielen Dank an Tokyopop für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!