Review: Kung Fu Cult Master

Vor einigen Monaten haben wir euch bereits die ersten sieben Ausgaben der Jet-Li-Reihe in umfassenden Reviews vorgestellt. Mit dem Film Kung Fu Cult Master geht die Serie rundum das Martial-Arts-Talent Jet Li in die achte Runde – allerdings nur auf DVD.

In einem nicht explizit genannten Land, wobei die Idylle natürlich an das alte China erinnert, konkurrieren zwei verfeindete Kampfschulen, die der Ming und der Shaolin, um die Kontrolle zweier machtvoller Schwerter. Um an Informationen des Standortes eines der Schwerter zu kommen, werden die Eltern eines kleinen Jungen ermordet. Dieser Junge, Zhang Wuji genannt, wird mit einem Symbol gezeichnet, so dass er die mächtigsten Kung-Fu-Künste nicht erlernen kann – trotzdem schwört er Rache. Viele Jahre später ermöglicht es ihm ein unglücklicher Zufall, dass er die ihm einst verbotenen Künste nun doch erlernen darf. Zhang Wuji begibt sich auf die Suche nach den Mördern seiner Eltern. Zudem lernt er neue Kampfkünste und vereint mehrere Kampfschulen, um gegen das Böse ankämpfen zu können.

Vorsicht: Cliffhanger!

Diese Geschichte beinhaltet im Grunde alles, was ein Fantasy-Film (gepaart mit Martial-Arts-Elementen) beinhalten sollte. Allerdings hapert es vor allem an der Story. Die Kapitel sind im Einzelnen zwar nachvollziehbar, doch fehlt es an den sinnvollen Verknüpfungen. Jet Li und seine Schauspielkollegen werden von einer Szene in die nächste geschickt. Während er sich gerade noch in einer Höhle befindet, geht es anschließend in einer Wüste weiter. Zudem endet der Film noch mit einem Cliffhanger, was bei Filmen ohne Fortsetzung nicht gerade für die Qualität der Geschichte spricht. Obwohl dies nicht unbedingt sinnvoll für den interessanten Handlungsverlauf ist, können uns die im Film vorkommenden Charaktere beziehungsweise ihre Schauspieler überzeugen. Zhang Wuji (Jet Li), der ohne Eltern aufwuchs und nur wenig über die Außenwelt und das Leben weiß, kann uns ebenfalls tiefer in den Bann der Welt von Kung Fu Cult Master ziehen, wie Sharla Cheung (als die anhängliche Zhao Min). Das Beste am Film sind definitiv die zahlreichen Kampfszenen, die choreografisch gut umgesetzt sind die Spannung der Handlung an diesen Stellen gut unterstützen.

Zeit für eine Restaurierung

Die Bildqualität des Films gehört leider zum Schlechtesten, was wir in den letzten Monaten erleben durften. Ständige Verunreinigungen, ein hackendes und zu langsam abgespieltes Bild stören das Filmerlebnis durchgehend. Während ersteres vielleicht noch verkraftbar ist und auf das Alter des Films (welcher 1993 entstanden ist) zurück zuführen wäre, gehen die letzten beiden negativen Punkte einfach nicht. Das im 16:9-Format gehaltene Bild versucht die Tonspur öfters einzuholen, um asynchrone Szenen zu vermeiden. Das funktioniert auch überwiegend, denn nur ein bis zwei Mal hatten wir kurz das Gefühl, dass hier etwas nicht funktioniert. Da dem Film wohl keine digitale Überarbeitung widerfahren ist, verstehen wir nun auch sehr gut, warum Splendid Film dieses Werk von Wong Jing nicht auf Blu-Ray veröffentlichen möchte. Die deutsche Synchronfassung ist durchaus gut, das kantonesische Original ist auch hier natürlich weitaus authentischer. Zuschaltbare Untertitel sind bei diesem 103 Minuten langen Film in Deutsch und Niederländisch vorhanden. Bonusmaterial fehlt ebenfalls – nur ein paar (bekannte) Trailer lassen sich auf der Disc finden. Fans von Jet Li können einen Blick riskieren, alle anderen suchen sich schleunigst Alternativen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Meinung (basierend auf der DVD-Fassung): Wenn es um eine asiatische Mischung aus Fantasy-Spektakel und Kampfkunst-Epos geht, bin ich meistens vorsichtig. Das geht meiner Meinung nach nicht immer gut, denn ich habe bisher noch keinen Film dieser Art gesehen, wo das wirklich sinnvoll funktioniert hat. Um die Jet-Li-Reihe von Splendid Film auch weiterhin zu verfolgen, durfte Wong Jings Kung Fu Cult Master natürlich nicht in meiner Sammlung fehlen und schon lag die DVD im Laufwerk. Jetzt ist es natürlich sehr schade, dass dieser Teil nicht auf Blu-Ray erschienen ist und mein Filmregal etwas seltsam wirkt. Das hat natürlich nichts mit dem eigentlichen Film zu tun, doch auch hier blieb ich eher unbeeindruckt. Zwar finde ich die Charaktere fast durchgehend grandios und die Schauspielkünste könnten bei einem Film wie diesen (fast) auch nicht besser sein, doch komme ich nicht wirklich mit der Handlung mit – zu schnell werden Übergänge, die für den Zuschauer nicht immer logisch sind, aufgebaut und verarbeitet. Ganz schlimm: Der Film endet mit einem Cliffhanger. Was ich bei Serien mag, kann auch bei Filmen funktionieren, wenn sie denn einen Nachfolger erhalten und hier sehe ich schwarz. Seit achtzehn Jahren warten wir bereits auf solch einen Film und ich denke nicht, dass dieser noch kommen wird. Abschließend bleibt zu sagen, dass ich Kung Fu Cult Master nicht empfehlen möchte – es gibt bessere Jet-Li-Filme!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Kung Fu Cult Master!

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