Preview: Assassin’s Creed III

Nachdem Ezio und Altaïr den Nahen Osten und Italien in Assassin’s Creed und Assassin’s Creed II samt zahlreicher Ableger durchkämmt haben, ist es Ende des Jahres die Aufgabe eines neuen Helden, den Templern Feuer unterm Hintern zu machen.

Mitte März war es soweit. Ubisoft hat auch für Deutschland eine Präsentation veranstaltet und uns dazu prompt nach Düsseldorf eingeladen. Wir haben die Einladung dankend angenommen und uns in den Zug gesetzt. Schließlich konnten wir es kaum erwarten, neue Einzelheiten aus der Entwicklung des Titels zu erfahren. In Assassin’s Creed III werden wir in die Rolle von Ratohnhaketon, kurz Connor, schlüpfen, um die Geschichte von Desmond abzuschließen, welcher mittlerweile durch den Animus 3.0 die Geschichte seines Vorfahren erleben kann. Anders als in den vorherigen Teilen spielt das Spiel nicht mehr so viel in großen Städten, sondern verlagert das Geschehen auf die Schlachtfelder und dichten Wälder zwischen Boston und New York. Das Abenteuer ist dabei während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges zwischen  den Jahren 1775 bis 1783 angesiedelt. Die Entwickler des Spieles haben uns mitgeteilt, dass große Änderungen und Besonderheiten im neuen Teil Einzug halten werden. Nach ganzen drei Jahren Entwicklungszeit lassen sich dabei schon eindrucksvolle Ergebnisse sehen. Besonderes Feature wird die neue Grafikengine AnvilNext sein, welche optisch ein schöneres Erlebnis in der Umgebung und auch in den Charaktermodellen bieten möchte. Zudem sollen diese nun endlich über eine verbesserte künstliche Intelligenz verfügen, die in den Vorgängern des Öfterten kritistiert wurde.

Schneebedeckte Wälder und wankende Schiffe

Der virtuelle Hirnschmalz der Charaktere lässt sich in der jetzigen Version bereits sehen, denn alles um uns herum wirkt stets lebendig und ansprechend, wie zum Beispiel die Kolonialstädte. Diese zeichnen sich durch eine authentische Dynamik in den einzelnen Tagesabläufen der Charaktere und der schön aufgebauten Architektur aus. Während man am Hafen vom Zeitungsjungen aufgefordert wird die Tageszeitung zu kaufen, stibitzen Diebe heruntergefallene Äpfel einer Verkäuferin.  Auf der anderen Seite der Stadt gehen Arbeiter ihrer Arbeit nach. Faulpelze sind ebenfalls darunter, die herum sitzen und viel lieber den Tag mit Essen, anstatt mit Arbeit zu verbringen. Auch Tiere, beispielsweise Hunde, finden den Weg in die Stadt und sind dabei auf der Suche nach einem Leckerchen. In den Wäldern kann man nun auf den hohen Ästen der Bäume herumspringen und so den Gefahren des Waldes aus den Weg gehen oder sogar ein Attentat auf die durchreisenden Wachen verüben. Wohlgemerk: Die Pfade durch die Baumkronen lassen sich keineswegs vom Boden aus erkennen. Besonders praktisch sind die akrobatischen Wege, wenn Schnee auf dem Boden liegt. Wie im echten Leben verlangsamt das Weiß den Helden auf seinen Wegen. Highlight der neuen Engine sind jedoch die dymischen Wetterbedingungen, denn jetzt wechselt das Wetter an der virtuellen Ostküste fließend und regelmäßig. An einem Tag liegt Schnee im Wald und die weiße Pracht schmückt die Umgebung, an einem anderen Tag weht ein stürmischer Wind am Hafen entlang und lässt die Schiffe schaukeln. Wenn wir genug Glück haben, können wir bei Sonnenschein und blauem Himmel die Wälder Nordamerikas durchforsten.

Historische Ereignisse

Im Fokus der Handlung liegt der Konflikt zwischen dem britischen Empire und den von einem Gefühl der Unabhängigkeit geplagten Amerikaner, die sich von der Krone lossagen wollen. Diese Freiheit bekommen wir auch zu spüren, denn wir kämpfen trotz unseres britischen Hintergrundes, schließlich sind wir Sohn eines Briten und einer amerikanischen Ureinwohnerin, zusammen mit den Freiheitskämpfern gegen die Briten. Dabei bleiben wir zum Glück immer noch ein Assassine, denn anstatt mit der bewaffneten Truppe ins Getümmel zu stürzen, müssen wir einzelne Verstärkungstruppen aus dem Hinterhalt aus angreifen oder die Hauptmänner in ihren Basen aufspüren und eliminieren. Dabei machen wir uns neuerdings auch (wie bereits erwähnt) den Wald zum Nutzen oder wir sprinten durch die Schlachtfelder und dringen zum Feind durch, während die Armee des Gegners ihre Schussintervalle unterbrechen. Hilfsmittel werden uns im Kampf genügend geboten. So sind neben den neuen Waffen, wie etwa dem Tomahawk, Musketen oder auch der Dolchschlinge (ein am Seil befestigter Dolch), zudem die aus den Vorgänger bekannten Waffen der Assassinen, die versteckten Klinge, im Spiel wieder zu finden. Inspirieren lassen haben sich die Entwickler dabei auch von einigen historischen chinesischen Waffen. Und wenn uns mal nach Nähe ist, nehmen wir einen Gegner in die Mangel und benutzen ihn als lebendiges Schutzschild. Wir sind uns noch nicht ganz bewusst darüber, ob dieses Feature auch in der deutschen Fassung zu finden sein wird, schließlich wurde die Option bei einigen anderen Titeln hierzulande gestrichen. Interessant wird der Verlauf der Geschichte allemal, da wir mit historischen Personen wie Geoge Washington oder Benjamin Franklin in Kontakt treten werden und wir so die Persönlichkeiten hautnah kennenlernen können, ohne dabei in Geschichtsbüchern zu wälzen.

Meister Petz lässt grüßen

Wenn wir mal keine Lust auf Schlachten oder Verfolgungsjagden haben, in denen wir über und auch durch Häuser fliehen können, können wir in der Stille der Wälder versuchen, unsere Ruhe zu finden. Da die komplette Gegend etwa andertmal so groß wie Rom sein wird, werden wir dort doch sicherlich ein ruhiges Plätzchen finden. Aber zu früh freuen sollten wir uns nicht, denn wenn wir den Wald durchstreifen, werden wir spätestens anhand der ersten Blutspur im Schnee erkennen, dass der Wald auch nicht ganz ohne Gefahren ist. So kann es vorkommen, dass wir einem aggressiven Bären auf die Pfoten treten, während wir dabei sind, frisch erlegtes Wild zu häuten. In diesem Falle sollten wir uns schnell entscheiden, ob wir die Flucht über die Bäume ergreifen oder wir uns sogar Meister Petz stellen. Wenn wir uns zu schwach fühlen, dem Winterruher alleine gegenüber zu treten, können wir auch die Bruderschaft zur Hilfe holen. Haben wir neben den ganzen Konflikten immer noch Zeit, sollten wir uns einmal mehr in aller Ruhe die atmosphärische Gegend und auch die Ostküstenstädte anschauen, denn solch einen authentischen und schönen Blick in das Geschehen des achtzehnten Jahrhunderts werden wir vermutlich so schnell in keinem anderen Titel finden. Ob PC-Spieler zeitgleich mit den Konsolenspielern in den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg starten können, steht leider noch nicht fest. Zu wünschen wäre es ihnen, da sie bei den Vorgängern bisweilen viel länger auf das lang ersehnte Spiel warten mussten. Zur Wii-U-Fassung hat Ubisoft leider kein einziges Wort verloren. Hier erwarten wir besondere Aufmerksamkeit, um Nintendos neuen Controller auch auszunützen. Assassin’s Creed III hat uns bei der Präsentation sehr gut gefallen und wir hoffen sehr, dass wir auf der Gamescom endlich selbst einmal mit Connor die Ostküste unsicher machen können. Fans der Reihe brauchen indes nicht nachdenken – sie schlagen im Herbst direkt zum Release zu.

Geschrieben von Julian Warkentin

Julians Meinung: Ich denke, dass Assassin’s Creed III ein Hit wird. Zwar wird sich das Konzept nach Assassin’s Creed und Assassin’s Creed II nicht großartig geändert haben, jedoch wird der neue Teil durch die neue Engine eine größere Bandbreite an Möglichkeiten bieten. Das Klettern auf den Bäumen ist nur eine Option mehr, die Gegner auszuschalten. Dass die dynamischen Wetterbedinungen gefehlt haben, war sehr offensichtlich, aber Ubisoft scheint in den letzen Jahren dazu gelernt zu haben, um das Projekt auf eine neue Stufe zu hieven. Die lebendigen Städte sind das Sahnehäufchen der Atmospähre, denn damals wirkten die Städe zwar schon sehr lebendig, aber dieses mal haben sie noch einen draufgesetzt und das Ergebnis sieht echt sehenwert aus. Durch die neue Engine und den neuen Waffen wirkt der Titel zwar wie eine Mischung aus The Elder Scrolls V: Skyim und Pirates of the Carribean, aber das lässt sich meiner Meinung nach echt sehen. Ich kann es garnicht mehr abwarten, am Ende des Jahres den Briten zu zeigen, was amerikanischer Humor bedeutet.

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Einladung zur Präsentation von Assassins’s Creed III!

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