Review: The Expendables: Extended Director’s Cut

Als der Film vor einigen Jahren angekündigt wurde, haben Action-Fans den Kinostart des Streifens sehnsüchtig erwartet. Einige Monate nach Veröffentlichung des Films, hat Sylvester Stallone die Eingebung bekommen, den Film zu ändern beziehungsweise zu verbessern.

Die Handlung dürfte so gut wie bei allen Fans des Action-Genres bestens bekannt sein, doch möchten wir sie für alle Nichtkenner von The Expendables nochmals kurz zusammenfassen. Nachdem Barney Ross‘ Söldnertruppe, bestehend aus Spezialisten für Nahkampf, Sprengstoff und Feuerwaffen von einem Auftrag in Somalia zurückkehren, erwartet sie kurz nach ihrer Rückkehr in die Vereinigten Staaten bereits der nächste Job. Sie sollen im fiktiven Staat Vilena, gelegen auf einer Insel im Golf von Mexiko, für Recht und Ordnung sorgen. Der Staat beziehungsweise seine Regierung wurde von amerikanischen und dubiosen Geschäftsleuten gekauft, um von dort Kokain in den Rest der Welt zu verschiffen. Dort angekommen, erwartet die Truppe bereits massenweise Ärger. Nicht nur, dass sie im Kampf gegen die Armee öfters voneinander getrennt werden, sie müssen sich zudem sogar gegen ein ehemaliges Mitglied ihrer Bande behaupten und Sandra, die Tochter des hiesigen Generals aus den Fängen der skrupellosen Bösewichter befreien. Dass dabei einiges zu Bruch und in die Luft gehen wird, dürfte aufgrund des Star-Aufgebots von vornherein klar sein, denn niemand geringeres als die Stars Jason Statham, Jet Li, Terry Crews, Randy Couture und Dolph Lundgren mischen in The Expendables: Extended Director’s Cut neben Urgestein Sylvester Stallone mit. Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis haben zudem einen kurzen gemeinsamen Gastauftritt.

Neue Emotionen

Aufmerksame Leser fragen sich jetzt sicherlich, was die Unterschiede zwischen Kinofassung und dem etwa zehn Minuten längeren Extended Cut sein mögen. Im Grunde hat sich nur sehr wenig geändert, wie wir nach Anschauen der von Sylvester Stallone persönlich veränderten Fassung bemerkt haben. Da niemand anders als der Action-Star selbst Regisseur des Films ist, müsse dieser sogar sehr gut wissen, an welchen Szenen man nachträglich noch arbeiten sollte. Dies hat er unserer Meinung nach geschafft, auch wenn sich Kinofassung und der Extended Director’s Cut gegenseitig kein Bein ausreißen. Beide Versionen funktionieren eigenständig. In der neuen Schnittfassung, so Stallones Auffassung, gehe es viel mehr um die Eigenschaften der einzelnen Charaktere. Mit dem Extended Director’s Cut möchte Stallone den Fokus viel mehr auf die verschiedenen Persönlichkeiten und ihre Hintergründe legen. Das hört sich erst einmal komisch an, da es in The Expendables doch erstrangig um die Action und nicht um tiefgründige Dialoge oder gar facettenreiche Charaktere geht. Zudem gibt es in der längeren Schnittfassung keine einzige zusätzliche, sondern nur erweiterte Szenen. Wenn wir allerdings beide Versionen nebeneinander betrachten, so sehen wir sehr deutlich, dass fast durchgehend vereinzelt andere Kameraeinstellungen genutzt werden. Durch das Einfangen der Blickwinkel werden die Emotionen ganz anders an den Zuschauer rübergebracht. Eine Verbesserung!

Konzentration auf die Action

Die anderen Schnitte beziehen sich dann meist auf Szenen, in denen die Action noch kräftiger zum Ausdruck gebracht werden soll. Beispielsweise rennt hier ein Charakter länger, um die Dynamik der Szene zu betonen. Andererseits wurde sogar auch die logische Reihenfolge von Schlägen und Tritten verändert, um ein stimmigeres Gesamtbild zu zeigen. Wer die genauen Unterschiede zwischen der Kinofassung und dem Extended Director’s Cut im Vergleich sehen möchte, dem empfehlen wir die Internetseite Schnittberichte. Dort wurden mit großer Sorgfalt alle Unterschiede gegenüber aufgestellt. Schauspielerisch wissen besonders Stallone und Statham zu überzeugen, zumal sich die Handlung größtenteils um ihre Rollen dreht. Lundgren oder Li kommen hingegen nicht wirklich zur Geltung, was wir sehr schade finden. Das macht der sich bereits in der Nachbearbeitung befindende zweite Teil, in dem übrigens auch Chuck Norris mitwirken wird, hoffentlich besser. Auch wenn Stallone im umfangreichen Bonusteil davon redet, dass sich der Film nicht um ihn dreht, können wir ihm das in dieser Hinsicht so leider nicht ganz abkaufen. In The Expendables geht es allerdings nicht nur mit Schusswaffen (unter denen sich auch die eine oder andere Eigenkreation befindet) ordentlich zur Sache, sondern auch choreographisch machen die Action-Szenen einiges her. Asiatische Kampfstile wurden hier mit europäischen Einflüssen und amerikanischen Stilen vermischt.

Informatives und humorvolles HD-Bonusmaterial

Das Actionspektakel macht im 16:9-Bildformat (2,40:1) einen ordentlichen und sehr scharfen Eindruck. Nur einige Szenen, die sich in den Katakomben der Präsidentenvilla abspielen, wirken dann und wann ein wenig schlaff, was durch die schnelle und echt umgesetzte Action schnell wieder wett gemacht wird. Die witzigen Sprüche komplettieren das Gespann und sorgen wunderbar für den nötigen Schuss Humor in der eigentlich sehr ernsten Handlung. Sowohl die englische, als auch die deutsche Tonspur liegen im DTS-HD-7.1-Master-Audio-Format vor. Zudem sind die Tonspuren kompatibel zu DTS-HD 5.1. Bei der getesteten deutschen Tonspur haben wir aber bemerkt, dass die Abmischung des Tons nicht sonderlich gut auf uns wirkt. Explosionen und die musikalische Untermalung sind im Vergleich zu den Dialogen viel zu laut eingestellt, so dass man gelegentlich schon sehr genau hinhören muss, über was sich die Charaktere im 114 Minuten langen Film unterhalten. Für den Extended Director’s Cut wurde der Soundtrack an wenigen Stellen übrigens angepasst, beispielsweise beim Abspann. Um das Gesamtpaket abzurunden, liegt der Blu-ray-Fassung neues Bonusmaterial bei. Eine kurze Einleitung von Sylvester Stallone, ein Musikvideo, einer Aufzeichnung eines Comic-Con-Panels und zwei Making-ofs sorgen für mehr als drei Stunden zusätzliche Laufzeit. Das Bonusmaterial ist zudem sehr informativ und oftmals witzig gestrickt und kann somit wunderbar als Ausgleich zur Action im Film gesehen werden. Zu erwähnen wäre hier auch noch, dass das komplette Zusatzmaterial in HD vorliegt. Klasse! Nach dem Ende des Films bleibt entweder ein guter oder ein schlechter Nachgeschmack hängen. Wer einfach nur auf brachiale Action ohne großen Sinn und Verstand steht, wird mit The Expendables sehr glücklich werden. Eine anspruchsvolle Handlung mit Tiefgang finden wir in Stallones Film allerdings nicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Kinofassung und dem Blu-ray-Extended-Director’s-Cut): Ich weiß noch sehr gut, als mein Kollege Axel Mitte 2010 auf mich zukam und mich über einen neuen Film informierte, in dem Stallone, Statham, Lundgren, Li, Schwarzenegger, Willis und Co. gemeinsam auftreten sollten. Gut, die Szene mit Willis und Schwarzenegger ist nur ein kleines Highlight des rasanten Actionfilms. Begeistert bin ich von The Expendables nicht. Das war ich letztes Jahr nicht, als ich die Kinofassung gemeinsam mit dem Kollegen Thomas gesehen habe und das bin ich auch dieses Jahr nicht. Trotzdem ist The Expendables ein Paradebeispiel dafür, wie in etwa Actionfilme auszusehen haben. Wenn ich mir heutige Actionfilme ansehe, dann sehe ich Filme, die im wahrsten Sinne des Wortes auf übelste Art und Weise mit Computereffekten vergewaltigt werden, nur damit sie anschließend von der breiten Masse in Kauf genommen werden. Das fing bereits in den Neunziger Jahren mit Speed an, wo ein Bus über ein fehlendes und meterweites Brückenstück flog und endet mit Katastrophenfilmen wie 2012. Da ist es geradezu erfrischend, einen Film der alten Schule zu sehen, der auf Action getrimmt ist, die so tatsächlich, zumindest in den meisten Fällen, auch so möglich ist. Und wenn ich dann sehe, dass die Stars ihre Stunts selbst gemacht haben und wie im Falle von Stallone dann auch noch mehrmals im Krankenhaus deswegen landen, dann hat The Expendables geradezu einen Aufruf gestartet, sich an die gute alte Zeit des Action-Kinos zu erinnern. Egal ob man sich den Film nun in der Kinofassung oder im Extended Director’s Cut ansieht – aus dem letztgenannten Grund muss man sich den Streifen meiner Meinung nach unbedingt einmal anschauen und hoffen, dass der Nachfolger, der im Sommer in die Kinos kommt, in diesem Maße noch um eine Stufe Action erhöht wird und dabei die Handlung nicht zu kurz kommt.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Expendables: Extended Director’s Cut!

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