Review: Puella Magi Madoka Magica Vol. 3

Von der ersten Ausgabe von Puella Magi Madoka Magica waren wir noch sichtlich begeistert, doch dann hat sich die Serie gewandelt. Die abschließenden Episoden der Serie erinnern sich an die Ursprünge und sind deutlich intelligenter gestrickt.

Madoka hat sich in den ersten acht Episoden erfolgreich gegen das Wesen Kyubey gewehrt, welches sie unbedingt zu einem Magical Girl machen wollte. Magical Girls kämpfen in der Welt von Puella Magi Madoka Magica gegen gefährliche Hexen, um die Menschen vor deren Bösartigkeit zu beschützen. Das denken sie zumindest, denn – wer die ersten acht Episoden noch nicht angeschaut hat, sollte jetzt besser nicht weiterlesen – Kyubey verlangt das nur von den Mädchen, damit sie später selbst zu Hexen werden und somit ihre Energie opfern, damit Kyubeys Volk und das Universum bestehen kann. Durch diese Auflösung geprägt, werden die Geschichten rund um Madoka, Sayaka und Homura noch undurchsichtiger. Im letzten Drittel der Handlung nimmt Homura zudem einen nicht unwichtigen Part der Storyline ein, denn sie hat Madoka mehr als nur einmal zum Magical Girl werden, leiden und sterben gesehen. Warum das so ist, verraten wir euch an dieser Stelle natürlich nicht, doch wir garantieren euch, dass besonders diese Episode zum Spannendsten gehört, was wir in der letzten Zeit in Animes gesehen haben. Am Ende der zwölfteiligen Reihe tritt dennoch das ein, was Madoka um jeden Preis verhindern wollte. Aber auch hier verraten wir euch natürlich nicht die Gründe der Entscheidung, doch in Anbetracht der Wichtigkeit ist diese unvorhersehbar clever und fatal.

Freundschaft

In Puella Magi Madoka Magica Vol. 3 wird einmal mehr die Freundschaft der Magical Girls betont, um die es sich in den abschließenden vier Episoden vor allem dreht. Homura nimmt eine unglaubliche Last auf sich, um Madokas Schicksal tagtäglich abzuwenden, Sayaka opfert sich sogar für ihre Freundin und Madoka selbst ist es, die diese Dankbarkeit am eigenen Leib erspürt und die abschließende Entscheidung der Storyline treffen muss. Am Ende der Handlung gibt es jedoch noch eine Wendung, die uns nach den Gesetzen der Logik klarmacht, dass für jede getroffene Entscheidung ein Paralleluniversum entstehen könnte, in dem nicht einmal unbedingt so vieles anders sein muss, wie man es sich vielleicht wünschen würde. Was hier nach der Serie Sliders: Das Tor in eine fremde Dimension klingt, ist in Puella Magi Madoka Magica klar Fakt und unantastbar. Kyubey nimmt in den letzten vier Episoden eine tragende Rolle ein, da sein Volk wohl allen Anschein nach unsterblich beziehungsweise unbesiegbar ist. Er hält sich wie Vulkanier Spock aus Star Trek für ein logisch denkendes Wesen, behauptet dies in der Serie sogar mehrmals und versteht die unlogischen Menschen dementsprechend nicht. Jedoch gibt es auch eine Szene, die wir euch aus Spoiler-Gründen nicht verraten wollen, wo Kyubey aber mehr emotional, als vollkommen rational denkt.

Sammlerbox

Alle Episoden liegen im 16:9-Format vor. Während bei vorherigen Episoden jeweils die erste Szene mit schwarzen Balken am oberen und unteren Bildschirmrand ausgestattet wurde, fehlt dieses Stilmittel bei der einen oder anderen Folge. So verfügt eine Folge sogar über ein ganz anderes Intro und eine andere Episode hat nicht einmal eines – stattdessen wird es einfach als Outro genutzt. Diese Spielereien gefallen uns, der Sinn dahinter ist uns allerdings nicht ganz klar. Der Ton liegt bei Puella Magi Madoka Magica Vol. 3 wieder einmal in Deutsch (Dolby Digital 5.1) und in Japanisch (Dolby Digital 2.0, inklusive deutschen Untertiteln) vor. Beide Tonfassungen sind gelungen, da beide Versionen über gut ausgesuchte Synchronsprecher verfügen. So wurden für die Rolle der Madoka im Deutschen Lydia Morgenstern und in der japanischen Originalfassung Aoi Yūki ausgewählt. Mit diesen tollen Sprechern unterhalten alle Episoden jeweils an die 25 Minuten, was einer gesamten Laufzeit von etwa einhundert Minuten verspricht. Als Bonusmaterial liegt ein Audiokommentar zu einer Folge bei, der aber eher zur Unterhaltung als zur Information dient. Enthalten sind zudem ein Textless Opening, ein deutscher Trailer, Trailer zu weiteren Universum-Fim-Animes und ein Wendecover ohne FSK-Logo. Wer alle drei Volumes der Serie besitzt, darf die beiliegenden Flyer einschicken, um einen Sammelschuber kostenfrei zu erhalten – ein netter und abschließender Service!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Puella Magi Madoka Magica hat sehr stark begonnen, dann jedoch im Mittelteil hat die Serie an Gewicht verloren. Umso erstaunlicher ist es für mich dann, dass der Anime ab der neunten Folge deutlich an Fahrt gewinnt und mir eine Handlung präsentiert, mit der ich so gar nicht gerechnet hätte. Sie ergibt im gesamten Kontext Sinn und ist rückblickend auf die ersten acht Episoden irgendwie nötig. Ich vertrete zwar immer noch die Meinung, dass der Mittelteil, in dem sich die Magical Girls angefeindet haben, eher unnötig ist und auch zu einer Episode komprimiert werden könnte, doch nachdem ich alle Folgen gesehen habe, verspüre ich Lust, mir die Serie nochmals anzuschauen, um zu sehen, ob Kyubey schon in den ersten Episoden einen so durchtriebenen Eindruck gemacht hat, wie er mir zum Ende hin vorgekommen ist. Eine blinde Kaufempfehlung gibt es von mir dieses Mal zwar nicht, aber wer die ersten acht Episoden bereits kennt, darf bei Puella Magi Madoka Magica Vol. 3 blindlings zu schlagen – besonders für Sammler ist die letzte der drei DVD-Ausgaben dazu noch sehr wertvoll. Denn wer alle drei Flyer der Serie sammelt, darf sich kostenfrei einen Schuber für die DVD-Packungen bestellen. Ein feiner Schachzug seitens Universum Film, den ich so gerne in Zukunft auch bei weiteren Serien sehen möchte.

Vielen Dank an Universum Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Puella Magi Madoka Magica Vol. 3!

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