One Piece: Der Film konnte glatt als Doppelfolge durchgehen und genau dies trifft nun auch auf den zweiten Film des Franchises zu. Wieder einmal kann man die Geschehnisse des Films sehr gut zwischen zweier Episoden der Serie einordnen.
Der zweite Film siedelt zwischen den Episoden 53 und 54 der Serie an. Nachdem Ruffy und seine Crew gerade noch rechtzeitig aus Loguetown entkommen konnten, müssen sie sich erst einmal einen ganzen Tag lang am Strand entspannen. Plötzlich bemerkt Lysop ein Schiff am Horizont, dass der Flying Lamb ähnelt. Zu spät bemerkt er, dass es sich dabei tatsächlich auch um die Flying Lamb handelt. Namis Seekarten, Zorros Schwerter und noch dazu die Kleidung unserer Helden befinden sich leider auf dem Schiff. Also wird schnell beim Kostümverleiher eingekauft und mit einem Tretboot die Verfolgung aufgenommen. Unterwegs treffen die fünf Freunde dann auf die beiden Diebesbrüder. Von diesen erfahren sie, dass die Trumpf-Piraten hinter dem Diebstahl stecken und diese sich auf der so genannten Spiralinsel verschanzen und die Einwohner der Insel für ihre Zwecke, insbesondere dem Bau von Waffen, ausbeuten. Als dann auch noch Nami von den Trumpf-Piraten entführt wird, platzt Ruffy der Kragen. Ruffy, Sanji, Lysop und Zorro eilen zur Tat, überwinden gefährliche Fallen und stellen sich neuen Gegnern, die zudem noch über Teufelskräfte verfügen. Schlussendlich stellt sich Ruffy dem Anführer der Trumpf-Piraten, doch Bear King ist mit allen Wassern gewaschen und ein harter Gegner für den Gummimenschen.
Starke Protagonisten, schwache Nebenfiguren
Das Hauptaugenmerk wird wieder auf die Strohhut-Piraten gelegt. Abwechselnd werden die Geschehnisse von der gefangenen Nami, die sich passend zu ihrem Kostüm zudem auch noch auf eine Hochzeit freuen darf, und ihren Freunden geschildert, die derweil probieren, zu ihr vorzustoßen. Die Antagonisten werden leider nicht gänzlich beleuchtet. Wir wissen nur, dass sie vor nichts zurückschrecken, um ihr Ziel zu erreichen. Von welchen Teufelsfrüchten sie nun aber gegessen haben, wird nicht geklärt. Zudem kommt die Hintergrundgeschichte der beiden Diebesbrüder leider nicht ganz so gut zur Geltung, wie wir es anfangs noch erhofften. Borodo wird als Ersatzvater von Akisu dargestellt, welcher damals als Findelkind im Meer herumgetrieben ist. Wie seine Geschichte ausgehen wird, kann sich jeder denken. Schade nur, dass besonders das Ende zu abrupt kommt und die Geschichte dann auch schon endet. Beim ersten Film hat das noch deutlich besser funktioniert, weshalb wir hier mehr erwartet haben. Nach dem Ende des Films, der mit 55 Minuten etwas länger als sein Vorgänger ausfällt, ist es aber noch nicht vorbei. Mit auf der DVD befindet sich nämlich noch der Kurzfilm Jackos Tanzkarneval. Eine Story erzählt dieser aber nur bedingt und es ist nicht schlimm, wenn man diesen verpasst hat.
Kurzfilm als Testobjekt
Den Kurzfilm sehen wir da eher als Versuch, Animes mit den damals noch recht jungen dreidimensional wirkenden Umgebungen auszustatten. Funktioniert hat das aber nur bedingt, denn es fehlt einfach die nötige Action, um diese Effekthascherei in Szene zu setzen. Schade, aber auch hier hätten wir mehr erhofft. Beide Filme liegen übrigens wieder im 4:3-Letterbox-Format vor. Das heißt, dass ihr den Film auch wunderbar gestreckt auf einem 16:9-Fernseher schauen könnt. Die Synchronsprecher sind in beiden Filmen identisch mit ihre Rollen aus den Serien. So leiht im Deutschen Daniel Schlauch seine Stimme für Ruffy, Stephanie Kellner spricht Nami, Philipp Brammer verkörpert Zorro und Dirk Meyer spricht auch hier Lysop. Hubertus von Lerchenfeld ist wiederum für Sanji zuständig. Den Klang seiner Stimme solltet ihr aber auch von anderen bekannten Serien wie How I met your mother her kennen. Das Tonformat liegt sowohl in der japanischen Originalfassung und auf der deutschen Tonspur in Stereo 2.0 vor. Wer One Piece mag und die Serie immer noch verfolgt, kommt um den Film nicht herum, denn dieser lässt sich, wie eingangs schon erwähnt, hervorragend als spannende Doppelfolge betrachten. Aufgrund der mittellangen Laufzeit eignet er sich hervorragend für den einen oder anderen Nachmittag, um ein weiteres Abenteuer mit Ruffy und Co zu erleben.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit: Für One Piece entwickle ich immer mehr eine Art Faszination. Nach Dragonball hat es mich kaum ein Anime mehr so lange an den Bildschirm gefesselt, wie One Piece. Da kommt es für mich wie gelegen, dass sich die (zumindest ersten beiden) Filme hervorragend zwischen einzelnen Episoden einsetzen lassen. So kann ich zugleich die Haupthandlung des Animes verfolgen und ebenso die Kinoabenteuer genießen. Genießen konnte ich Abenteuer auf der Spiralinsel allerdings nur halb, denn auf der einen Seite bekomme ich zwar wieder die wichtigen Charaktere vorgesetzt, die ich (zum Testzeitpunkt) 61 Folgen lang liebgewonnen habe, doch auf der anderen Seite werden wieder neue Feinde eingeführt, die allerdings nicht sonderlich gut in den Vordergrund treten. Das hat mir beim ersten Film noch deutlich besser gefallen, aber trotzdem ist Abenteuer auf der Spiralinsel bei weitem kein schlechter Film. Im Grunde bekommen One-Piece-Fans ein Abenteuer abseits der Haupthandlung spendiert, um noch ein weiteres Abenteuer mit Ruffy und Co zu erleben und das ist auch gut so, denn somit wird die Handlung der Serie nicht beeinflusst und man kann die Helden noch mindestens einmal mehr in Aktion erleben. Wenn auch der dritte Film so gut zwischen einzelnen Folgen eingesetzt werden kann, dann freue ich mich bereits auf diesen und natürlich alle weiteren!
Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Abenteuer auf der Spiralinsel!