Preview: SimCity

Wenn es auf dem Super Nintendo eine Simulation gab, die nahezu alle Titel desselben Genres in den Schatten gestellt hat, dann war das mit großer Wahrscheinlichkeit SimCity. Jetzt kehrt die Serie nach langjähriger Abstinenz zurück auf den PC.

Grundsätzlich kann man ohne Zögern sagen, dass sich das Spielprinzip nicht verändert, sehr wohl aber verbessert hat. Nach wie vor sind wir der Bürgermeister einer US-amerikanischen Kleinstadt oder viel mehr möchten wir überhaupt erst einmal eine Stadt errichten und diese in stundenlangen Aufbau-Sessions zu einer gigantischen Metropole ausbauen. Das klingt jetzt einfacher, als es in Wirklichkeit ist. Das Wachstum einer Stadt ist nämlich mit Problemen und Katastrophen verbunden. Auf der Gamescom 2012 hatten wir bei Electronic Arts die Chance, eine idyllische Stadt weiter zu entwickeln. Vor dem Rathaus demonstrieren einige Sims, also die Bewohner jedweder Stadt in SimCity. Sie schreien nach dem Städte-Anschluss an die Schnellstraße und wir sollen das fehlende Verbindungsstück setzen. Über eine Schaltfläche am unteren Bildschirmrand wählen wir die passende Straße aus und ziehen sie von Fahrweg zu Fahrweg. Damit aber nicht genug! Jetzt können zwar andere Sims in unsere Stadt ziehen, doch ohne eine ausreichende Anzahl an Wohngebieten ist auch das nicht zu bewerkstelligen. Also werfen wir unseren Blick abermals auf die Schaltflächen und stemmen Häuser aus dem Boden, die rasendschnell von Arbeitern aufgebaut werden. Die Detailverliebtheit macht sich hier ganz besonders bemerkbar, denn egal wo unser Blick hinfällt, wuseln Sims herum.

Alte Probleme schnell gelöst

Das macht die Anno-Reihe mit ihren Figürchen zwar immer noch besser, aber es unterstützt in jedem Falle die sonst so karge Atmosphäre von jedem SimCity-Spiel. In der vorliegenden Demofassung ist es sogar möglich, einzelne Sims anzuklicken und schon offenbaren sie uns ihre Probleme. Einige Sims haben keine Arbeit, also müssen schnell die aus den Vorgängern bekannten Gewerbegebiete aus dem Boden gestampft werden. Später kommt auch die Industrie auf ihre Kosten. Da mehr Gebäude auch viel mehr Energie benötigen, sollen wir doch das bereits gebaute Kraftwerk aufsuchen. Dort dürfen wir dann den Schalter umlegen und schon wird unsere Stadt mit Elektrizität beliefert. Warum Entwickler Maxis uns hier unnötige Steine in den Weg legt, wissen wir nicht. Da hoffen wir doch schon sehr, dass das fertige Produkt hier noch ein bisschen eleganter gespielt werden kann. Neben einem Wasserwerk, um die Stadt mit lebenswichtiger Flüssigkeit zu beliefern, sollen wir auch noch eine Feuerwehr bauen und ein Polizeirevier errichten und das dazu am besten auch noch flächendeckend. Nur so können Brände schnell und sicher gelöscht und Verbrecher dingfest gemacht werden. Am Ende der Demo heulten auf einmal alle Sirenen auf. Meteoriten aus dem Weltall stürzen ohne Vorwarnung auf unsere Stadt – eine Katastrophe!

Wettkampf der Bürgermeister

SimCity konnte mit den letzten Serienteilen für die Wii und den DS nicht gerade punkten. Die vier Jahre alten Titel seien aber spätestens jetzt verziehen, denn SimCity ist mit altbewährten Inhalten gestückt und baut diese sehr subtil aus, so dass absolut keine allzu große Komplexität entsteht und wie zu Beginn der Neunzigerjahre auch jüngere Spieler ohne Probleme ins Spiel einsteigen können. Eine Neuerung ist jedoch der soziale Aspekt des Titels. Ständig sind wir mit der Welt da draußen und in erster Linie unseren Freunden verbunden. Während wir selbst spielen durften, haben wir übrigens gegen sieben andere Spieler gespielt. Der Spieler, der am Ende die größte Population in seiner Stadt verzeichnet hatte, gewann dort ein T-Shirt. Solche realen Belohnungen wird es am Ende in SimCity natürlich nicht geben, aber der Wettkampf um bestimmte Ziele kommt uns wie gerufen. Wir hoffen nur, dass diese Spielelemente nicht die Überhand gewinnen, denn schließlich hat ein jeder Bürgermeister andere Pläne mit seiner Stadt. Interessant wäre es natürlich wieder, bekannte Städte wie San Francisco vor Problemen zu retten. Bis zum Release im Februar 2013 haben die Entwickler bei Maxis aber noch genügend Zeit, sich neue Inhalte auszudenken und Feintuning zu betreiben. Wir sind uns aber schon jetzt ziemlich sicher, dass SimCity einer der besten Serienteile werden kann.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Gamescom-Präsentation und der PC-Fassung): SimCity habe ich auf dem Super Nintendo in jungen Jahren bereits bis zum Erbrechen gespielt. Zwar habe ich wohl nie eine Metropole (auf ehrlichem Wege versteht sich) errichten können, doch das Spielkonzept hat mir bereits damals als Grundschüler gefallen. Die Nachfolgetitel waren mir teilweise zu komplex und so habe ich mich über SimCity: Creator auf der Wii und dem DS sehr gefreut, wobei mich aber nur die DS-Fassung zufriedengestellt hat. Obwohl ich auf ein angenehmeres Spielerlebnis innerhalb der Serie bereits die Hoffnung aufgegeben habe, bin ich nach der Präsentation positiv überrascht. Die Spielmechanik ähnelt gänzlich dem bereits erwähnten Super-Nintendo-Klassiker und wird nur subtil überarbeitet in die Oberfläche der Simulation integriert. Etwa wenn ein Bürger gerne möchte, dass wir mehr Wohnflächen in der Stadt errichten, damit sein Onkel auf die gegenüberliegende Straßenseite ziehen kann. Es ist einfach ein schönes Gefühl, Bürgermeister zu sein, die Bedürfnisse der Sims zu stillen und andere Problemen und Katastrophen, wie etwa den Meteoritenhagel, zu managen. SimCity macht bereits jetzt einen ziemlich runden Eindruck und wenn die Entwickler die Zeit nutzen, um genügend Feintuning zu betreiben, erwartet uns nächsten Februar womöglich der Vorzeigetitel für künftige Simulationen.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!

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