Nicht erst seit Activisions Guitar-Hero-Reihe haben Teenager den Traum, ein berühmter Rockstar an der Gitarre zu werden, doch besonders dank Activision rückte dieser Traum wieder in den Mittelpunkt von Jugendlichen. Jetzt springt Ubisoft auf den Zug auf.
Unserer Meinung nach kam das Feeling, ein echter Rockstar zu sein, bei Guitar Hero und Co zu kurz, denn der Gitarren-Controller hatte zwar die Form einer Gitarre, doch so wirklich realistisch war die Bedienung nicht. Ein paar Knöpfe reichen einfach nicht dafür aus, um tatsächlich eine Gitarre zu simulieren. Nachdem Activision unverständlicherweise die Serie fallengelassen hat, wurde es relativ still im Musikgenre. Ubisoft hat Neuland gewittert und geht mit Rocksmith einen Schritt in die richtige Richtung. Mit dem neuen Musikspiel ist es jungen und älteren Musikern möglich, mit einer echten (E-)Gitarre (solange sie einen Cinch-Anschluss besitzt) am PC oder der Konsole zu rocken. Während der Präsentation bekamen wir diesbezüglich auch wirklich etwas Beeindruckens zu sehen. Abseits des Spielens und des Übens besitzt Rocksmith allerdings keine richtige Story mit Liebe und Schmerz, doch das ist bei einem Musikspiel ohnehin zweitrangig, sofern die Technik stimmt. Rocksmith bietet stattdessen allerlei Musikstücke und Übungen, die wir spielendleicht angehen können oder erst lernen dürfen. Spaß und Lernfaktor werden hier leicht miteinander kombiniert. Da wir auch mit einer echten Gitarre spielen, kann Ubisoft auch wirklich von sich behaupten, dass das Erlernen der Handhabung mit Gitarren garantiert ist – wenn man sich denn anstrengt.
Saitenzupfen
Sobald wir die Gitarre mittels eines Cinch-zu-USB-Konverters an den PC anschließen, geht es auch schon los, denn das Programm erkennt tatsächlich jede einzelne Saite. Die Gitarre kann über das Programm sogar gestimmt werden, sodass sich das Klimpern auch gut anhört, bevor wir eine Session beginnen. Der Aufbau der Soundline, die wir zu spielen haben, folgt relativ ähnlich den anderen Musiktiteln. Die zuspielenden Noten kommen auf einer Linie auf einen zu, bis man sie im richtigen Moment spielen muss. Das kennt man schon von Guitar Hero und macht hier einen ähnlich genauen Eindruck. Es wird zudem angezeigt, welchen Bund der Musiker an der Gitarre halten muss. Eine Hilfe dabei ist auch die Nummerierung der Bunde, auf einer Skale in gewohnter Zählweise, welche auch als Taktzähler dient und somit direkt zwei Hilfen in einer kombiniert. Die zu zupfende Saite wird durch eine Linierung angezeigt und um die Gitarrensaiten einfacher unterscheiden zu können, werden sie dazu auch noch in verschiedenen Farben dargestellt und entsprechen in der Regel auch der Anordnung, die wir auf unserer Gitarre sehen. Spielen wir den einen oder anderen Ton falsch, zeigt das Spiel unsere Fehler an und ein kleiner Pfeil zeigt uns dabei exakt, um wie viele Töne wir uns vertan haben. Das finden wir sehr gut, da Genauigkeit beim Musizieren meist das A und O ist.
Sliden
In der Regel sehen wir etwa sieben Bunde auf dem Bildschirm dargestellt, sollten wir jedoch einmal höher spielen müssen, schwenkt die Kamera sehr sanft nach rechts und verschiebt die Ansicht auf die Bundskala. Die Kameraführung dabei wirkt sehr angenehm und verstört trotz Zoomen und Schwanken in keiner Weise. Lediglich verwirrend ist es, wenn eine größere Menge an Tönen schnell auf uns zukommt, da man dann doch schnell die Übersicht verlieren kann. Dies ist dann selbst für Spieler (wie den Autor dieses Artikels) verwirrend, die selber bereits mit einer Gitarre umgehen können. Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade wird es bei Rocksmith nicht von Beginn an geben und sollen laut Ubisoft erst freigeschaltet werden. Bei höheren Schwierigkeitsgraden sollen übrigens nicht nur mehr Noten, sondern auch besondere Verfeinerungen dazu kommen. Beispielsweise müssen wir so genannte Slides durchführen. Das hat nichts mit einer älteren Science-Fiction-Serie zu tun, sondern wir müssen zwei Bunde mit einem Anschlag der Saite spielen, ohne dabei den Finger abzusetzen und sozusagen die Saite streicheln. Während das Spiel bereits Ende 2011 in den Vereinigten Staaten erschienen ist, werden wir erst in den nächsten Monaten in den Genuss kommen. Überzeugt ist besonders einer, nämlich der Autor des Artikels und leidenschaftlicher Gitarrenspieler.
Geschrieben von Eric Ebelt
Julians Prognose (basierend auf der Gamescom-Präsentation): Mir hat Rocksmith besonders gut gefallen und es besteht für mich kein Zweifel, dass das Spiel gute Aussichten auf Erfolg hat. Es bietet vielen Interessierten die Möglichkeit, den Umgang mit einer echten Gitarre zu erlernen und auch sein Können an neuen Songs zu messen, ohne dabei alleine vor sich her zu spielen. Da kommt der sich später steigernde Schwierigkeitsgrad wie gerufen. Die Darstellungen von dem, welche Noten man spielen muss, wirkt für mich auf den ersten Blick zwar verwirrend und selbst als langjähriger Musiker war ich an dieser Stelle überfordert mit den Massen an Noten. Wenn ich mich aber erst einmal an die Spielmechanik gewöhnt habe, sollte auch dies kein Hindernis mehr darstellen. Auf der Präsentation hatte Ubisoft einen PC benutzt, welcher genauso aussah, wie die berühmten Orange-Verstärker und zudem auch noch alle notwendigen Anschlüsse bereits hatte. Das finde ich abseits des eigentlichen Spiels ziemlich cool und ich hoffe sehr, dass man diesen PC auch so erwerben kann, wobei der Titel dann wiederum inklusive angeboten werden sollte. Einziges Manko ist meiner Meinung nach der Hintergrund, welcher den Raum eines Musikers darstellen soll, etwas ablenken kann. Dies ist jedoch nicht weltbewegend. Ubisoft kann die restlichen Guitar-Hero-Spiele erfolgreich aus den Kaufhäusern vertreiben, wenn die Spieler auf das gute Angebot eingehen.
Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!