Preview: Resident Evil 6

Nachdem 2009 der letzte Hauptteil der Reihe für PlayStation 3 und Xbox 360 erschienen ist, erschienen dennoch weitere Ableger des Franchises, die die Serie am Leben erhalten haben – überwiegend allerdings mit bereits bekannten Handlungen und Orten.

Mit Resident Evil 6 steht nun der nächste große Kracher aus dem Hause Capcom bevor. Die Handlung der sechsten Episode der Hauptreihe teilt sich in drei große Kampagnen auf, in denen wir auf bekannte und neue Figuren aus dem Resident-Evil-Universum treffen. Die erste Kampagne dreht sich um Leon S. Kennedy, den die allermeisten wohl aus Resident Evil 4 her kennen dürften. Dieses Szenario kommt dem altbekannten Gameplay am nächsten, denn hier gibt es stockdunkle Passagen, Munitionsknappheit und infizierte Gegner, die unserem Helden an den Kragen wollen. Unterstützt werden wir dabei von einer hübschen Kollegin, die in der uns gezeigten Demoversion des Spiels allerdings keine allzu große Hilfe darstellt. Während der Präsentation haben wir sie nur zwei oder dreimal tatsächlich in Aktion gesehen, sonst hat sie das Geschehen eher beobachtet. Das darf bei einem Spiel, dass auf Kooperation hinzielt, nicht passieren – bei Resident Evil 5 funktionierte das unserer Meinung tatsächlich ein ganzes Stück besser. Aber noch können die Entwickler an der künstlichen Intelligenz schrauben und so ist es durchaus möglich, dass wir Anfang Oktober funktionierende Teamarbeit erleben dürfen. Die nächste Kampagne dreht sich um Chris Redfield und ähnelt dabei Kriegsszenarien wie in Call of Duty oder Battlefield. Wie man auf diese Idee kommt, ist uns schleierhaft.

Überreste des Survival-Horror-Genre

Das angesprochene Szenario macht auf uns eine ungewohnte Figur, zumal die Infizierten jetzt auch intelligent mit Scharfschützengewehren Jagd auf uns machen und uns sonst auch nur so mit Blei vollpumpen wollen. Wir hoffen sehr, dass Capcom hierfür eine hinreiche Erklärung auf Lager haben wird. So ähnelt Resident Evil 6 nämlich kaum mehr dem, was wir noch von früheren Ablegern der Reihe kennen. Munition soll aber auch hier knapp bemessen sein, was dann zumindest noch auf ein Fünkchen Präsenz des Survival-Horror-Genres hoffen lässt. Das dritte und letzte sofort anwählbare Szenario, was man uns vorgestellt hat, dreht sich um einen Abkömmling von Albert Wesker. Der Spross des Bösen ist immun gegen den Virus und ist in einer chinesischen und von infizierten Menschen überfüllten Stadt unterwegs, denn nicht nur in den Vereinigten Staaten sind die Erreger ansteckend. Egal für welches der drei Szenarien wir uns auch entscheiden – uns wird immer eine zweite (vom Computer gesteuerte) Person an die Seite gestellt. Obwohl die künstliche Intelligenz noch unausgegoren wirkt, können wir die zweite Figur aber auch selbst steuern (in dem Falle würde der eigentliche Protagonist von der künstlichen Intelligenz übernommen) oder gar einen anderen menschlichen Spieler an den Controller lassen. In diesem Falle wird das Kooperationsspektakel besser und spielbarer.

Teamarbeit oder Schockmomente

Vor Ort versprach uns Capcom zudem eine vierte Kampagne, die ganz im Zeichen von Ada Wong stehen soll. Ob wir dieses Szenario ebenfalls zu zweit in Angriff nehmen dürfen und vor allem welcher Charakter Ada unterstützten wird, hat man uns hingegen nicht verraten. Die Möglichkeit einer Einzelspielerkampagne würde uns aber ebenfalls gefallen, denn nur alleine konnte Resident Evil bis heute so richtig gruseln. Alles andere verkommt zur Teamarbeit und der restliche Funken Atmosphäre würde durch Headset-Plaudereien zunichte gemacht. Beim genaueren Betrachten fällt aber übrigens auf, dass in jeder Kampagne das Interface nicht nur leicht abgewandelt wurde. Es sieht gänzlich anders aus und so erweckt Capcom teilweise das Gefühl, uns direkt unterschiedliche Spiele vorzugaukeln. Das ist auch eine Möglichkeit, um eine längere Spielzeit angenehmer zu gestalten. Technisch kann Resident Evil 6 hingegen nicht ganz überzeugen. Zum jetzigen Zeitpunkt trübt eine unschöne Treppchenbildung dann und wann das Bild und unsaubere Texturen fallen manchmal ebenfalls negativ auf, aber wenn man sich dafür die Synchronisation anhört, kann man über diese Fehler schnell hinwegsehen. Wenn es Capcom jetzt noch hinbekommt, dass Resident Evil 6 nicht zum puren Third-Person-Shooter verkommt und genügend Schockmomente beinhaltet, steht uns hier ein potentieller Hit vor der Tür, denn im Oktober soll das Spiel bereits hierzulande ungeschnitten erscheinen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf der Gamescom-Präsentation): Vorweg muss ich sagen, dass ich mich mit beiden Spielarten von Resident Evil arrangieren kann. Ich liebe die ersten Teile, da diese beim ersten Spieldurchgang mit sehr vielen und gedächtniswürdigen Schockmomenten aufwarten können. Die neueren Titel mag ich, da sie actionreich, schnell verinnerlicht und im Rutsch durchgespielt werden können. Resident Evil 6 versucht nun ernsthaft, sich diesen Gesetzen entgegen zu stellen. Mindestens vier Kampagnen wird das Spiel beinhalten, die von Action, kooperativen Gameplay und Muntionsknappheit nur so strotzen. Das ist eigentlich die grandiose Vorrausetzung für ein packendes Spielerlebnis, aber irgendwie spielen sich die drei Kampagnen ziemlich unterschiedlich und doch gleich. Da stören mich trotz des eigentlich sehr ähnlichen Spielprinzips auf einmal herumfahrende Panzer oder Infizierte, die jetzt auch mit Scharfschützengewehren Jagd auf mich machen. Vom Tageslicht, das in manchen Szenen wohl dazu gehört, fange ich am besten erst gar nicht an. In Resident Evil 5 wurde die Sonne doch schon von vielen Fans zum Todfeind erklärt – es passt in Resident Evil absolut nicht ins Setting und dazu stehe ich auch noch heute. Trotzdem bin ich bereit, Resident Evil 6 eine echte Chance zu geben. Resident Evil 5 mochte ich an einigen Stellen auch nicht, doch habe ich es gerne und vor allem auch durchgespielt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das bei Resident Evil 6 anders sein wird. Der Oktober und die dunkle Jahreszeit darf gerne kommen!

Vielen Dank an Capcom für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!

Ein Kommentar zu “Preview: Resident Evil 6

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