Nachdem auf vorherigen Events ausgiebig über den Einzelspielermodus gesprochen wurde, diente die Gamescom bei vielen Präsentationen dazu, den Mehrspielerpart genauer unter die Lupe zu nehmen. So war es auch bei Medal of Honor: Warfighter der Fall.
Danger Close Games ist endlich wieder für die Entwicklung des Mehrspielerteils von Medal of Honor verantwortlich und verspricht eine Menge. Im neuem Mehrspielermodus von Medal of Honor: Warfighter soll es möglich sein, Spezialeinheiten aus aller Welt zu spielen. Dabei können wir uns für Soldaten des britischen Special Air Service, die amerikanischen Navy SEALs oder des deutschen Kommando Spezialkräfte entscheiden. Natürlich stehen aber noch viel mehr Nationen samt ihrer Spezialeinheiten zur Auswahl. Im Spiel haben wir dann die Wahl zwischen sechs Klassen (Spec Ops, Sniper, Heavy Gunner, Point Man, Assault und Demolition) wovon jede Klasse eine exklusive Sekundärwaffe sowie Granaten besitzt. Dazu kommen noch verschiedene Spezialfähigkeiten, wie erweiterte Gesundheit oder verschiedene Arten von Luftangriffen. Das Prinzip ist also wie bei den meisten Ego-Shootern gehalten und so können wir unsere Klassen immer wieder anpassen und auswählen. Eine Neuerung ist das oben genannte Fire-Buddy-System, mit dem unsere Mitspieler zu unseren besten Freunden werden. Bleiben wir während eines Gefechts in der Nähe unseres Buddys, so erhalten wir einige Vorteile und vermeiden somit zum Beispiel Munitionsknappheit. Jedoch sollten wir darauf achten, nicht zu lange bei unserem Freund zu bleiben, da wir sonst ein leichtes Ziel abgeben und sich ein Gegner über einen Double Kill freuen könnte.
Von Buddys und Home Runs
Deswegen müssen wir taktisch agieren und zusehen, dass wir stets zusammen bleiben. Jedoch in gewissen Abständen, damit wir nicht in eine Falle laufen. Sollte unser Buddy sterben, so wird der Feind, welcher ihn ausgeschaltet hat, für kurze Zeit markiert und für uns selbst hinter der dicksten Wand hingegen jegliches physikalisches Gesetz deutlich sichtbar. Erledigen wir nun diesen Gegner, kommt unser Freund automatisch wieder zurück ins Gefecht. Schaffen wir dies nicht, spawnt unser Teamkamerad an irgendeiner Stelle auf der Karte. Es wir uns also aufgezwungen mehr im Team zu spielen und es scheint faktisch zu klappen. Das neue System ist wirklich interessant und sorgt für taktische Raffinesse. Werden wir in den meisten Spielen niedergeschossen, so spawnen wir kurze Zeit später wieder an irgendeinem Punkt der Karte, um anschließend direkt wieder ins Gefecht zu stürzen. Im neuem Mehrspielermodus Home Run wird uns dies allerdings verwehrt und so dürfen wir, wenn wir in der Schlacht fallen, erst wieder in der nächsten Runde teilnehmen. Spiele wie Counter-Strike haben solche Regeln zwar schon länger, jedoch erhöht es die Spannung in Medal of Honor: Warfighter erheblich. Unser Ziel ist es beispielsweise, unseren Flaggenträger zu verteidigen, während er die Flagge in unsere Basis schleppt. Dabei sollten wir aber gut acht geben, da unsere Versuche sehr kostbar sind.
Die Sache mit dem Waffenhandling
Sterben wir, so kommen wir nicht wieder zurück, um unseren Flaggenträger zu schützen und unser Team ist dezimiert. Dabei können sogar bis zu sechs Spieler die Flagge aufnehmen und diese in die Basis schleppen. Das ein so alter Spielmodus uns noch zu begeistern weiß, finden wir absolut super. Manchmal sind die kleinen Änderungen jene, über die man sich am meisten freut. Auffällig ist bisher nur das Waffenhandling. Hier scheint sich einiges geändert zu haben, da sich die Waffen nun wesentlich authentischer anfühlen. Während in Battlefield 3 die Waffen noch einen mäßigen Rückstoß haben und sich trotzdem sehr zeitnah anfühlen, setzt Medal of Honor: Warfighter auf wesentlich mehr Rückstoß bei den Schusswaffen. Die Waffenhandhabung ist äußert schwierig gestaltet und läuft noch lange nicht so flüssig. Heftige Rückstoße und das daraus resultierende ungenaue Zielen sind das Ergebnis beim Dauerfeuer. Ob die Mehrheit der Medal-of-Honor-Spieler davon angesprochen werden, bleibt abzuwarten. Es wird aber sicherlich ein Streitthema und die Fans in zwei Lager spalten: Die Seite, welche die Authentizität verlangt und die Gegenseite, die ein flüssigeres Spielgeschehen wünscht. Grafisch und vom Sound her orientiert sich Medal of Honor: Warfighter mit der Frostbite-2-Engine stark an Battlefield 3. Daran ist nichts verkehrt, ermöglicht aber nur wenig Neues.
Geschrieben von Axel Gutsmiedl
Axels Fazit (basierend auf Gamescom Vorstellung): Der letzte Teil von Medal of Honor konnte mich nicht wirklich begeistern. Der Schritt in das moderne Kriegsszenario kam etwas zu spät und mit Innovationen war das Spiel ebenfalls nicht gespickt. Bei dem heutigen Konkurrenzkampf im Shooter-Genre muss sich ein Spiel auch erst einmal durchsetzen. Auch der neue Titel hat keine wirklichen Innovationen, bietet mit dem Fire-Buddy-System und dem neuen Spielmodus Home Run aber etwas, was beispielsweise in Battlefield 3 fehlt. Ebenfalls toll ist es, endlich mal Soldaten unserer Landsleute spielen zu können und mit seiner eigenen Nation vertreten zu sein. Ein bisschen Nationalstolz schadet dort sicherlich nicht. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie das Endergebnis aussehen wird, denn die wenigen Neuerungen sind es, die mich jetzt richtig auf die Folter spannen.
Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!