Review: Harvest Moon: Geschichten zweier Städte

Mein Farm, mein Werkzeug, meine Frau, mein Kind – so und kaum anders haben Spieler die Harvest-Moon-Serie in den letzten Jahren erlebt und so werdet ihr das harte Bauernhofleben auch in Harvest Moon: Geschichten zweier Städte erfahren.

Harvest Moon: Geschichten zweier Städte erzählt – Achtung: Wortwitz! – Geschichten zweier Städte. Die beiden Gemeinden haben sich in der Vergangenheit auseinandergelebt und sind sich mittlerweile spinnefeind. Die Erntegöttin hat aufgrund der ewigen Zankerei einen großen Felsbrocken in der Mitte des Tunnels positioniert, welcher die beiden Städte verbunden hat. Jetzt ist es notwendig, den zwischen den beiden Städten liegenden Berg zu überqueren. Dieses Unterfangen nimmt jedoch ordentlich Zeit in Anspruch, wie wir im Verlauf der Story erleben. Unser Abenteuer beginnt jedoch in keiner der beiden Städte, denn wir kommen von woanders her. Wo genau das ist, erzählt das Spiel nicht, doch anscheinend gefällt es uns dort nicht mehr und wir wollen umziehen. Auf dem Weg in die große weite Welt kommt unser Pferd mitsamt dem Karren jedoch vom Weg ab und landet einen Unfall. Ausgerechnet die Bürgermeister der beiden Städte lesen uns am Unfallort auf, welche von unserem Kommen wohl unterrichtet worden sind. Schnell wird uns an dieser Stelle die Feindschaft der beiden Parteien klar, denn jeder von ihnen versucht uns mit sinnvollen Argumenten in ihre Stadt zu locken. Wenn wir in die Stadt Bluebell ziehen möchten, werden wir erfolgreich Vieh züchten können. Die andere Stadt, Konohana, hingegen verdient ihr Geld weitaus effizienter mit Ackerbau.

Der harte Bauernalltag

Eine Entscheidung müssen wir treffen, doch egal für welche Stadt wir uns im Endeffekt auch entscheiden, können wir später immer wieder umziehen. Wollen wir lieber sesshaft bleiben, ist das aber auch kein Problem, da in beiden Städten sowohl Kühe gehalten und auch geerntet werden darf. Lediglich der Nutzen, den wir aus beiden Aktivitäten ziehen können, fällt anders aus. Das Gameplay hat sich im Lauf der Jahre übrigens nicht verändert. Um Kartoffeln oder Rüben anzupflanzen, müssen wir also wieder mal mit der Hacke das Erdreich lockern, Samen säen und anschließend noch mit der Gießkanne die Bewässerung durchführen. Die Ernte oder auch die tierischen Produkte werden dann in der örtlichen Sammelbox abgegeben, um später die verdienten Erträge zu kassieren. Belohnungen gibt es jetzt übrigens auch für Aufträge, die wir in beiden Städten zu gleichermaßen annehmen dürfen. Da werden dann meistens Objekte angefragt, die wir für die verschiedenen und illustren Persönlichkeiten der Städte beschaffen sollen. Dafür gibt es dann eine Belohnung, die uns im restlichen Verlauf des Spiels sicherlich von Nutzen sein wird. Beispielsweise ein verbessertes Werkzeug, mit dem der Bauernalltag erleichtert werden kann. Außerdem verbessern sich dadurch die Beziehungen zu den Leuten, wodurch es dann später auch möglich ist, zu heiraten und eine kleine Familie zu gründen.

Jahreszeitenwechsel

Die Gründung einer eigenen Familie ist jedoch nicht das primäre Ziel, denn nach wie vor gilt es, einen florierenden Hof zu bewirtschaften. Dass sich das in die Länge zieht, wissen Fans unlängst seit dem ersten Teil auf dem Super Nintendo. In Harvest Moon: Geschichten zweier Städte erleben wir also abermals, wie das Laubwerk der Bäume im Frühling erblüht und dann im Herbst langsam die Blätter fallen, bevor im Winter das Ackerland unter Schnee begraben wird. Zu jeder Jahreszeit (die auch hier nur aus einer begrenzten Anzahl an Tagen besteht) ist es nach wie vor so, dass nur bestimmte Gemüsesorten wachsen. Da wir auf den Ebenen des Berges nun auch Insekten fangen dürfen, erscheint der Jahreszeitenwechsel nun nochmals ein kleines Stückchen in spielerischer Hinsicht sinnvoller. Abhängig von Jahreszeiten und Tagen sind auch die über das Spiel verstreuten Events. Jeder Charakter der mittelgroßen Spielwelt hat irgendwann Geburtstag und freut sich dann ganz besonders über ein Geschenk. Außerdem finden wieder verschiedene Feste statt, an denen es sich mitzufeiern lohnt. Harvest Moon: Geschichten zweier Städte besticht weniger mit Innovationen und seiner Spielfeld, aber mehr mit den bekannten Qualitäten seiner Vorgänger. Harvest-Moon-Anhänger dürfen auch hier blind zuschlagen, während Einsteiger lieber zu einem anderen Serienteil greifen sollten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-DS-Fassung): Der erste Teil von Harvest Moon hat mich damals so sehr überzeugt, dass ich bis heute beim Franchise kleben geblieben bin. Die GameBoy-Color- und Nintendo-64-Ära habe ich zwar verpasst, aber ansonsten habe ich auf Nintendo-Konsolen so gut wie jedes Harvest Moon gespielt. Das Gameplay fasziniert also heute wie damals und ich kann jedem nur empfehlen, sich einmal mit der Serie auseinander zu setzen. Man sollte aber vielleicht nicht in Harvest Moon: Geschichten zweier Städte zum ersten Mal mit dem virtuellen Landleben konfrontiert werden. Das Spiel ist zwar gut und verfügt auch über die bekannten Qualitäten des Franchises, doch ist die Spielwelt meiner Meinung nach nicht gerade die beste. Harvest Moon: A Wonderful Life und Harvest Moon: Friends of Mineral Town haben damals schon bewiesen, wie eine schöne Spielwelt auszusehen hat. Das aktuellste Beispiel ist aber wohl Harvest Moon: Baum der Stille für Nintendos Wii. Trotzdem kann ich jedem Harvest-Moon-Fan, der endlich wieder neues Futter braucht, das vorliegende Spiel sowohl für den DS als auch für den 3DS empfehlen, denn inhaltlich sind die beiden Titel, so wie ich das als DS-Spieler sehe, bis auf wenige Ausnahmen identisch.

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Harvest Moon: Geschichten zweier Städte!

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