Review: Blood-C: Die Serie – Volume 2

Im letzten Monat haben wir uns bereits den ersten drei Episoden von Blood-C: Die Serie gewidmet. Splendid Film hat die nächsten drei Folgen nachgereicht und wir staunen nicht schlecht, wie schnell sich unsere Meinung zum Anime positiv verändern kann.

Nach wie vor ist Saya Kisaragi ein nach Außen hin normales, freundliches und zudem auch noch sehr tollpatschiges Mädchen. Früher kam sie immer zur spät zur Schule, wenn ihr eine alte Dame oder herrenlose Tiere begegneten, welche beim Überqueren der Straße unterstützt werden wollten. Damit ist jetzt aber Schluss, denn die Bedrohungen der Old Ones nehmen weiterhin zu. Während die ersten drei Episoden sich noch in Ruhe die Zeit genommen haben, um die Charaktere vorzustellen, stehen jetzt die Kämpfe im Mittelpunkt, in welchen auch der eine oder andere liebgewonnene Charakter sterben muss. Keine Sorge – wer unter den Opfern der Old Ones ist, verraten wir euch an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen natürlich nicht. Da Saya jedoch nicht nur nachts die Dämonen jagen muss, sondern tagsüber auch noch die Schulbank drücken darf, wird die Belastung für sie mit jedem Tag schlimmer. Es geht sogar soweit, dass sie eines Tages in ihrem Lieblingscafé einschläft und kurz darauf an Fieber leidet, sich damit auch noch zur Schule schleppt und diese aufgrund der mysteriösen Vorfälle in der kleinen japanischen Stadt dann auch noch geschlossen werden muss. Von einer Episode auf die andere hat sich der Anime deutlich weiterentwickelt und wir sind sehr froh darüber, denn die Handlung ist jetzt deutlich spannender und unvorhersehbarer geworden.

Mächtige Feinde

Die zweite Volume von Blood-C beinhaltet die Episoden Mächtige Gefühle, Folge der Macht der Goshinto und Wind und Schatten. Wir erfahren ein wenig darüber, was es mit dem so genannten Bündnis auf sich hat, welches zwischen den Old Ones und den Menschen einst geschlossen wurde. Viel wichtiger ist jedoch, warum Saya das Bündnis angeblich gebrochen haben soll. Außerdem sehen wir, wie Saya von Kopfschmerzen und Visionen geplagt wird. In der einen oder anderen Szene sind wir da auch als Zuschauer ratlos, wenn es darum geht zu erkennen, ob Saya jetzt gerade träumt oder nicht. Hier könnte eine der nächsten Episoden in den letzten beiden Volumes Klarheit verschaffen oder sollte dies zumindest. Die Macht Sayas Gegenspieler nimmt in den vorliegenden Folgen weiter zu und diese sind jetzt sogar schon so stark, dass sie die Menschen am Tag angreifen. Da ihre Feinde nicht nur stärker, sondern nun auch viel intelligenter wirken, unterhalten diese sich mit Saya, was die Auseinandersetzungen deutlich spannender macht. Wir finden diesen Schritt gut, denn so bekommen wir zum einen nicht nur längere Kämpfe zu sehen, in denen wieder literweise Blut spritzt, sondern auch noch genügend Dialoge, welche das Geschehen nicht ganz so monoton erscheinen lassen. Es gibt jedoch weiterhin auch Probleme zwischen und unter den Nebenfiguren von Blood-C.

Probleme unter Freunden

So konkurrieren gleich drei Herren um die Gunst von Saya, die sich nicht so recht entscheiden möchte, ob und wen sie denn nun gerne hat. Ihre Freunde stehen ihr aber dennoch weiterhin bei und besonders, als sie merken, dass etwas mit Saya nicht in Ordnung ist, bieten sie ihr oft ihre Hilfe an, falls sie sich einmal aussprechen möchte. Dieser starke Freundschaftsbund war in den ersten drei Folgen noch nicht so stark und wurde nur angedeutet. Am Zeichenstil gibt es auch bei den vorliegenden Episoden nichts auszusetzen. Production I.G. hat wieder einmal sehr gute Arbeit geleistet, denn jetzt wirken vor allem die Old Ones weitaus bestialischer und jagen den Charakteren deutlich mehr Angst ein. Bei den Kämpfen wird zudem definitiv nicht an Blutfontänen gespart. Das war bei den ersten Folgen im Vergleich hierzu noch harmlos, doch diesmal gibt es deutlich mehr rote Suppe zu sehen, die in und nach den Kämpfen aus Wunden und abgetrennten Teilen der Gegner fließt. Wir wundern uns übrigens, wie viel Saya aushält – ständig wird sie mehr oder weniger stark verletzt und steht trotzdem immer wieder auf. Die Umgebungen harmonieren weiterhin mit den lebensechten Charakteren und so macht das Bild in 1080p und im 16:9-Format einen guten Eindruck. Die deutsche Synchronisation ist auch gelungen, wenn Sayas Vater nach wie vor auch ein wenig apathisch spricht. Die 24 Minuten langen Folgen führen Blood-C genau so weiter, wie wir uns das gewünscht haben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten Episoden von Blood-C haben sich meiner Meinung nach sehr viel Zeit mit der Charakterisierung gelassen, weshalb ich darauf gehofft habe, dass die Handlung mit der vierten Episode endlich an Fahrt aufnimmt – und genau so ist es gekommen! Der Kampf gegen die Old Ones geht endlich weiter und wird nun noch gefährlicher und brutaler in Szene gesetzt, als es noch bei den ersten Folgen war. In den vorliegenden Episoden gab es jede Menge Höhe- und Tiefpunkte in Sayas Leben, welche die Serie wirklich sehr bereichern. Leider kann ich darüber hier nicht sprechen, da es euch die Spannung nehmen würde. Es lohnt sich aber definitiv, die Serie fortzusetzen, wenn man sich schon die ersten drei Folgen angeschaut hat. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten, bis die nächste Volume erscheint, denn ich möchte endlich wissen, wie Sayas Geschichte weiter fortgeführt wird. Wenn die Serie ihr Niveau hält, kann da nämlich nichts mehr schiefgehen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blood-C: Die Serie – Volume 2!

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