Review: Blood-C: Die Serie – Volume 1

Das Blood-Universum wird mit Blood-C um eine Facette reicher, obwohl sich Fans über die Daseinsberechtigung und Qualität der Serie uneinig sind. Unvoreingenommen und auch ohne Vorkenntnisse, haben wir uns Blood-C angenommen.

Saya Kisaragi ist prinzipiell ein freundliches und oftmals auch tollpatschiges Mädchen, doch ihre Liebe zur Umwelt, den Menschen und den Tieren verdankt sie es, dass sie fast täglich zu spät zum Unterricht erscheint. Schließlich möchten ältere Damen über die Straße begleitet und anscheinend herrenlose Hunde vor der Schnellstraße in Sicherheit gebracht werden. Dass in ihrer abgeschiedenen japanischen Heimatstadt keinerlei Betrieb ist, stört sie dabei nur wenig. Ihr gutes Gewissen ist ihr wichtiges, als alles andere. Saya ist aber trotz des Schulalltags bei weitem kein normales Mädchen, denn sie ist auch die Hüterin des Tempels, wo sie zusammen mit ihrem Vater lebt. Von diesem wird sie außerdem im Schwertkampf unterwiesen, wodurch sie Nacht für Nacht ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen muss, da sich grauenhafte Monster im Umfeld ihrer Stadt tummeln. Die so genannten Old Ones ernähren sich seit Anbeginn der Zeit von Menschen und das darf und will Saya nicht zulassen. Die grundlegende Story ist also absolut interessant und bietet genügend Stoff, für viele heitere und spannende Geschichten in der Welt von Blood-C. Leider erscheint die Serie gestaffelt in mehreren Happen, weshalb wir hier nur auf die ersten drei Episoden eingehen können, die nicht gerade aussagefähig sind, da noch keine wirkliche Entwicklung zu bemerken ist.

Charakterisierungen

Die erste Volume von Blood-C beinhaltet die Episoden Der Kampf beginnt, Für dich und die Folge Erweise dem Bündnis die Ehre. Es wird sich bei dieser insgesamt zwölfteiligen Serie sehr viel Zeit gelassen, um auf die Charaktere einzugehen. Während Saya tagsüber unschuldig wirkt, ist sie in den Nächsten ernst, wild, brutal – kurzum ein anderer Mensch. Ihre Freunde in der Schule werden hingegen weniger erläutert. Da gibt es die Zwillinge None und Nene Motoe, die sich nicht nur äußerlich kaum unterscheiden, sondern auch oftmals dieselben Gedanken gleichzeitig aussprechen. Itsuki Tomofusa hingegen ist der Klassensprecher, der insgeheim Gefühle für Saya entwickelt, aber ständig den richtigen Moment verpasst. Fumito Nanahara, Sayas Nachbar und Besitzer des einzigen Cafés in der Stadt, erteilt ihr öfters Ratschläge, da er und Sayas Vater Tadayoshi Kisaragi bereits dieselbe Schule besucht haben. Außerdem wird in den ersten drei Episoden mehrmals die Stadt charakterisiert, welche auf der einen Seite durch ihre Idylle fernab allen Geschehens besticht, aber auf der anderen Seite für Sayas Freunde als langweilig empfunden wird. Davon unangetastet darf der Kampf gegen die Old Ones nicht unterbrochen werden, denn durch den Tod eines Einzelnen wird das Gleichgewicht der Stadt gestört und das Böse gestärkt.

Optischer Hingucker

Der Kampf gegen die Old Ones wird dabei sehr brutal in Szene gesetzt. Es kommt nicht selten vor, dass dabei literweise Blut spritzt. Die Kämpfe an sich fallen aber sehr kurz aus, weshalb der größte Anteil einer Episode den Dialogen und den Beziehungen zwischen den Personen zugeschrieben wird. Wir finden diesen Schritt gut, da die Old Ones ohnehin nicht sehr viel zu sagen haben. Sollte sich hier aber eine intelligente Entwicklung abzeichnen, so hoffen wir auf die Inszenierung längerer Auseinandersetzungen. Optisch kann man Production I.G. übrigens überhaupt nichts vorwerfen. Die Umgebungen sind schön gezeichnet und die Charaktere sind lebensecht eingefangen. Gelegentlich werden sekundäre Geschlechtsmerkmale der Damen in Blood-C dann aber dermaßen offensichtlich eingefangen, dass es glatt wie aus dem Kontext gerissen wirkt. Auch dass man in einer Szene die langen Beine der weiblichen Protagonisten so deutlich vorstellen muss, wirkt nicht unfreiwillig. Für männliche Zuschauer ist das aber ein unvermeidbarer Hingucker. Das Bild in 1080p und im 16:9-Format macht abschließend einen guten Eindruck und auch die deutsche Synchronisation ist gelungen. Die jeweils 24 Minuten langen Episoden liefern einen guten Vorgeschmack, hinterlassen aber viele offene Fragen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Stellenweise erinnert mich die Handlung an The Garden of Sinners, doch tiefgründig wird die Story von Blood-C bisher nicht. Es ist – ohne Vorkenntnisse der Vorgänger – sehr schwer abzuschätzen, wie sich die Handlung von Blood-C entwickelt und mit welchen Irrungen und Wendungen noch gerechnet werden darf. Die ersten drei Episoden nehmen sich meiner Meinung nach zu viel Zeit, um die Personen zu charakterisieren. Während andere Animes an dieser Stelle bereits mit dem ersten Konflikt zu kämpfen haben, fehlt davon bisher jede Spur. Immerhin sind die Charakterisierungen sehr gut und so kann der Anime mit der nächsten Episode hoffentlich endlich an Fahrt gewinnen, um den Kampf gegen die Old Ones noch spannender und abwechslungsreicher zu gestalten. Die Weichen sind gestellt und jetzt muss der Anime mir mit den nächsten Episoden beweisen, dass die richtigen Ansätze auch genutzt werden.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blood-C: Die Serie – Volume 1!

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