Nachdem der dritte Film des Franchises ordentlich für Verwirrung gesorgt hat, schafft es das vierte Kino-Abenteuer, sich mit den Fans wieder zu versöhnen. Das funktioniert verdammt gut, denn One Piece: Das Dead End Rennen bleibt bis zur letzten Minute spannend.
Wie es sich für anständige Piraten gehört, ankern sie mit ihrem Schiff offen im Hafen einer Stadt und schlagen sich in einem Lokal ordentlich die Bäuche voll. Zumindest Ruffy, der für das Haushaltsdefizit der Strohhut-Bande verantwortlich ist. Nami fragt, mit Betonung ihrer zwei unschlagbaren Argumente, in eben jenem Lokal nach Arbeit, damit die Strohhüte beim nächsten Anlegen nach dem Auffüllen ihrer Vorräte auch wieder ein bisschen Kleingeld in der Reisekasse haben. Ihr gelingt es, Informationen über ein geheimes Ereignis in Erfahrung zu bringen, doch wenn sie an diesem teilnehmen wollen, gibt es danach kein Zurück mehr. In einer riesigen unterirdischen Höhle stoßen sie schließlich auf viele andere Piraten, die nur aus einem Grund anwesend sind: Sie wollen am legendären Dead End Rennen teilnehmen. Die Strohhüte schreiben sich mit der Flying Lamb für dieses Rennen natürlich ebenfalls ein und freuen sich schon darauf, am Rennen teilnehmen zu können. Immerhin gibt es dreihundert Millionen Berry für den Sieger und die Piraten hätten somit ein Leben lang ausgesorgt oder zumindest fast. Man denke nur an Ruffys meist unersättlichen Magen! Das Dead End Rennen wird jedoch von anderen Einflüssen bestimmt, mit denen die Piraten nicht gerechnet hätten. So taucht während dem Rennen plötzlich ein blinder Passagier auf der Flying Lamb auf.
Wenn sich Ereignisse überschlagen
Der Junge, der eigentlich ein Mädchen ist, gibt sich der Crew als Anaguma zu erkennen. Er ist der Helfer vom alten Biera, der auf Gasbades Schiff im Maschinenraum arbeitet. Nicht ganz liebevoll wird Biera von Gasbades Männern Maulwurf und Anaguma Dachs genannt. Respekt wird ihnen nicht entgegen gebracht und als Biera schwer krank ist, will ihm niemand außer Anaguma helfen. Es sei denn, dass Anaguma einen beliebigen Piraten für Gasbade tötet. Die Wahl fällt ausgerechnet auf Ruffy, doch da dieser ein Gummimensch ist, können Kugeln ihm nichts anhaben. Nach anfänglichen Zögern schließt die Gruppe mit Anaguma Freundschaft, doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Der Log Port, der die Flying Lamb zum Ziel des Dead End Rennen führen sollte, ist manipuliert, führt die Piraten schon fast in die Hände der Marine, dann taucht auch noch ständig der mysteriöse Shuraiya (ein gefürchteter Piratenjäger) auf und zu guter Letzt lässt sich auch Gasbade blicken, der sich mit Ruffy einen sehr glitschigen Kampf liefert, da dieser von der Candy-Frucht gegessen hat. Wie es der Zufall so will, bleibt am Ende des Films auch noch Platz für ein Familientreffen. Damit ist nicht ein Gastauftritt von Puma D. Ace gemeint, sondern zwei Nebenfiguren, die sich lange nicht mehr gesehen haben. Ein Zufall, der so gut in die Handlung passt und das Gesamtbild bereichert.
Wenn Elemente zusammenpassen
One Piece: Das Dead End Rennen bietet alles, was wir von einem Piratenfilm erwarten. Eine obligatorische Kneipenprügelei ist ebenso mit an Bord, wie ein gefürchteter Piratenkapitän, ein Unwetter, genügend Ansporn und jede Menge Action, sowie Humor, den wir genauso aus der Serie zu One Piece kennen. Angesiedelt ist Film übrigens unmittelbar nach Episode 130, die letzte Folge aus der vierten Serienbox. Dementsprechend ist auch Nico Robin endlich mit an Bord, die jedoch sehr zurückhaltend charakterisiert wird und eigentlich gar nicht zur Story des Films beiträgt. Die Motivation, Ruffy gerade jetzt zu schnappen, ist größer denn je, da das Kopfgeld für den Gummimenschen gerade nach den Ereignissen in Alabasta von dreißig auf einhundert Millionen Berry erhöht wurde. Optisch hat man sich nach dem dritten Film, der in vielen Momenten zu künstlich wirkte, wieder mehr am Stil der Serie orientiert. 95 Minuten kann One Piece: Das Dead End Rennen daher nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch und akustisch mit dem bekannten Soundtrack unterhalten. Leider liegt der Film im 4:3-Letterbox-Format vor, doch mit der entsprechenden Technik kann auch dieses Manko leicht umgangen werden. Die deutsche als auch die japanische Synchronfassung weiß zu überzeugen. Fans freuen sich abschließend wie beim dritten Film über ein kleines faltbares Poster.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Nachdem ich den dritten Film und jetzt im Vergleich auch die ersten beiden Film etwas schwächer fand, hat mich One Piece: Das Dead End Rennen tatsächlich vom Hocker gehauen. Von der ersten bis zur letzten Minuten zieht mich das Spektakel magisch in seinen Bann. Das beginnt mit Ruffys üblicher Fressorgie, die mich mit ein paar tollen Sprüchen wunderbar zum Lachen bringt, über dem zugleich spannend und ebenfalls verrückt inszenierten Auftakt zum Dead End Rennen und endet mit der Action, die auf einem sinkenden Schiff in ihrem Höhepunkt gipfelt. Zwar gibt es in einigen Folgen der Serie deutlich mehr Action, doch hält sich im vierten Kino-Abenteuer um Ruffy und seiner Crew einfach die Waage. Das ist fantastisch, denn genauso hätte der Film auch als Teil der Serie, aufgeteilt auf mehrere Episoden, funktionieren können. Zudem gibt es auch Nebenfiguren, die zwar nur in wenigen Szenen vorkommen, doch in diesen hervorragend charakterisiert werden. Es passen einfach alle Elemente sehr gut zusammen, die 95 Minuten über auch nicht aus ihrem Mosaik herausfallen. Diese Harmonie dürfen sich One-Piece-Fans auf keinen Fall entgehen lassen!
Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Das Dead End Rennen!