Review: Blood-C: Die Serie – Volume 4

Blood-C (Vol. 4) (1)In den letzten Wochen und Monaten hat uns kaum ein Anime so sehr mit Dramatik, Action und geschickt platzierten Wendungen innerhalb der Handlung begeistert, wie es Blood-C geschafft hat. Mit Volume 4 steht nun das große Finale an.

Blood-C (Vol. 4) (2)Zunächst einmal sollten wir Revue passieren, denn in den ersten neun Episoden der Serie ist einiges geschehen. Nachdem wir zunächst einen Einblick in Saya Kisaragis Schulleben und Alltag bekommen haben, wurde ebenfalls nicht die Präsentation ihrer eigentlichen Aufgabe vernachlässigt. Sie ist die Hüterin eines Tempels und stellt sich Tag für Tag der Bedrohung durch die Furukimono. Diese Wesen aus einer anderen Welt suchen die Menschheit immer wieder heim, um einzelne Individuen zu töten und aus deren Blut Kraft zu sammeln. Durch die Unterstützung ihres vermeintlichen Vaters schafft sie es, auch in den dunkelsten Tagen ihres Leben, als auch ihre Freunde der Reihe nach von der Furukimono getötet werden, Halt zu finden. Nachdem die Ereignisse immer mehr Überhand gewinnen, verschwinden ebenso immer mehr Menschen aus der nach außen hin typischen japanischen Kleinstadt, in der es für die Schüler jedoch oft zu langweilig sei. Weniger langweilig ist dementsprechend Sayas Leben. Nachdem sie sich dem aus Menschensicht sinnlosen Töten fast nicht mehr stellen will und einer der Furukimono ihr sagt, dass sie ihren Vatar Tadayoshi nach ihrer Herkunft fragen soll, bemerkt sie, dass sie eigentlich gar nichts über ihre Mutter weiß. Sie erinnert sich nicht an ihren Namen und auch nicht an ihr Gesicht. In dem Moment wird der Tempel attackiert!

Totgeglaubte leben länger

Blood-C (Vol. 4) (3)Dieser Angriff ist allerdings das kleinste Problem, mit dem sich Saya konfrontiert sehen muss. Als sie ihre Lehrerin in Fumito Nanaharas Café trifft und diese gemeinsam mit ihrer Schülerin die Bibliothek im Tempel aufsuchen will, überschlagen sich die Ereignisse ein weiteres Mal. Sie entdecken, dass alles eine Fassade ist, denn anders sind die vielen leeren Bücher nicht zu erklären. Plötzlich tauchen dann auch eigentlich tote Freunde auf, wie beispielsweise Nono und Nene Motoe, sowie Shinichirō Tokizane. Sie flößen Saya das ursprüngliche Blut eines Furukimono ein, damit sie sich daran erinnert, wer sie wirklich ist. Viel mehr wollen wir an dieser Stelle dazu nicht sagen, doch könnt ihr euch sicher sein, dass der Storytwist zwar nicht sonderlich unerwartet kommt, aber definitiv die Spannung bis zur letzten Minute der Serie in die Höhe treibt. Saya wird damit konfrontiert, dass ihr Leben so wie sie es kennt, eine einzige Lüge ist. Die letzten zwei Episoden zeigen dann ganz deutlich, welche Intention der Anime eigentlich hegt. Auf der einen Seite steht der soziale Verfall unserer Gesellschaft, doch noch sehr viel wichtiger ist die Menschlichkeit, welche in dieser durch Saya und gegen Ende auch in Itsuki Tomofusa aufkeimt. Nur sehr selten schafft es ein Anime, mit grundlegenden Werten wie Humanität zu überzeugen und dabei trotzdem nicht die Story aus den Augen zu verlieren.

Hoher Detailgrad an Brutalität

Blood-C (Vol. 4) (4)Erinnert man sich an die ersten Episoden des Animes, dann könnte man sich von diesem Standpunkt aus kaum vorstellen, wie dieser sich aus einer langweiligen Zusammenkettung von drei Folgen dermaßen genial entwickeln könnte. Neben der Story kann jedoch wieder einmal der Zeichenstil überzeugen. Während die Umgebungen diesmal fast ausschließlich den Tempel und einen bisher nicht gezeigten Stadtteil darstellen, sind die Animationen der Charaktere und die Kampfeffekte das, was Blood-C auszeichnet. Obwohl die Totgeglaubten wieder auftauchen, macht sich der Anime über dieses Klischee ein wenig lustig und tötet sie auf bestialische und makabere Art und Weise wieder. Da werden Köpfe samt Wirbelsäule rausgerissen, ein Bein vom anderen samt Torso abgetrennt, ein Körper von einer riesigen Zunge umschnallt und auch schon mal ein menschlicher Körper immer wieder auf den Boden geworfen. Wer auch in Animes kein Blut sehen kann, der sollte sich von Blood-C unbedingt fernhalten. Wenn ihr bis jetzt aber durchgehalten habt, dann kann euch auch das Finale stilistisch begeistern. Warum die FSK den Anime aber schon ab 16 Jahren freigibt, ist uns bei diesem Detailgrad an Brutalität echt ein Rätsel. Das Ende des Anime ist übrigens halbwegs offen und wird hoffentlich bald mit Blood-C: The Last Dark auch hierzulande abgeschlossen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wer mein Review zu den ersten Episoden des Animes gelesen hat, dem wird sehr wohl aufgefallen sein, dass ich den Anime zwar gerne gesehen habe, von der eigentlichen Handlung aber nicht sonderlich überzeugt war. Ab der zweiten Volume hat sich das bei mir jedoch schlagartig geändert, denn von der einen auf die nächste Sekunde hat die Handlung dermaßen an Fahrt gewonnen, mich mit cleveren Ideen bei Laune gehalten und mich mit tollen Wendungen überrascht. Außerdem ist der Anime ab dem Zeitpunkt äußerst konsequent, was den Tod der Hauptfiguren betrifft. Wer jetzt an Game of Thrones denkt, der mag bitte genüsslich schweigen, doch die Ähnlichkeit ist frappierend. So und nicht anders gewinnt ein Anime an Dynamik, Glaubhaftigkeit und Dramatik. Durch diese Inhalte, gepaart mit einem sehr schönen Zeichenstil, tollen Animationen, einem passenden Soundtrack und sehr cleveren Verknüpfungen, die einem erst am Ende der Serie klar werden, kann sich Blood-C: Die Serie bis zur letzten Minute richtig entfalten und mich dabei bestens unterhalten. Es bleibt zu hoffen, dass sich schon bald jemand findet und Blood-C: The Last Dark hierzulande ebenfalls auf Blu-ray veröffentlicht wird. Das halbwegs offene Ende ist zwar stilistisch klasse und erinnert dabei ein wenig an die beiden Kill-Bill-Filme, doch genau so wie die Streifen von Quentin Tarantino, so sollte auch Blood-C unbedingt zu Ende erzählt werden. Ich bin geschafft, wann und vor allem wie die Köpfe hinter dem Projekt das noch bewerkstelligen wollen. Nichtsdestotrotz gehört die Serie meiner Meinung nach unbedingt in jede gut sortiere Anime-Sammlung!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blood-C: Die Serie – Volume 4!

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