Review: Mass Effect – Paragon Lost

Mass Effect - Paragon Lost (1)Die Mass-Effect-Videospielreihe erfreut sich größter Beliebtheit, wie unser Review zu Mass Effect 3 oder unser Unboxing-Video zur Mass Effect Trilogy beweisen. Wie Dragon Age bekam jetzt auch das Mass-Effect-Franchise die Anime-Umsetzung spendiert.

Mass Effect - Paragon Lost (2)Zeitlich angesiedelt ist Mass Effect: Paragon Lost vor dem dritten Serienteil. Erzählt wird hier jedoch keine Geschichte, die sich um Commander Shepard, sprich den Protagonisten der Videospiele, dreht, sondern um den Charakter James Vega. Vegas Vorgeschichte beginnt auf der Kolonie Fehl Prime, welche von Kroganern angegriffen wird. Die Marines, die sich um Vega versammelt haben, können die Kroganer nahezu vollständig besiegen. Am Ende ist nur noch einer der Kroganer übrig, den die Marines als Kriegsverbrecher einsperren. Später wird klar, dass der Kroganer niemals vom Planeten eskortiert wurde, was sich noch positiv für Vega und seinen Trupp bemerkbar machen wird. Zwei Jahre später ist Vega immer noch auf der Kolonie stationiert. Als plötzlich ein Signal auf dem Planeten ertönt, werden die Marines ausgeschickt, um dem Ursprung des Signals zu erkunden. Einige Stunden später kehren die Marines zurück zur Kolonie und müssen schmerzlich eine Entdeckung machen. Aliens, die als Kollektoren bekannt sind, sind auf dem Planeten eingefallen. Sie betäuben die Menschen, um sie schlussendlich einzusammeln. Welche Zwecke die Kollektoren verfolgen, möchten wir euch an dieser Stelle jedoch nicht verraten, denn schließlich sind Vega und sein Team zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch nicht im Besitz dieser Information.

Die Entscheidung seines Lebens

Mass Effect - Paragon Lost (3)Gegen die Überzahl der Kollektoren kann das kleine Team nur wenig ausrichten, doch wird schon alsbald an einem Plan gearbeitet, um die Eindringlinge kampfunfähig zu machen. Dafür wird als primäres Ziel die Zerstörung ihres Raumschiffs angesetzt, was jedoch nicht möglich ist, da das Schiff über eine ausgeklügelte Schildtechnik verfügt und man dummerweise nicht mit voller Kraft auf das Schiff geschossen hat. Fehler, die noch vielen weiteren Menschen das Leben kosten werden. Schlussendlich beschließt man, den Planeten zu verlassen und später mit Verstärkung zurück zu kommen. Da man das Leben des eingangs erwähnten Kroganers damals verschont hat, bietet der an, dass man sein Schiff für die Flucht nutzen könnte. Dieses Unterfangen geht jedoch gehörig schief, denn man schafft es lediglich, ins Innere des fremden Schiffs zu gelangen, um es von innen zu zerstören. Mehr möchten wir hier jedoch ebenfalls nicht verraten, denn an dieser Stelle fallen die Masken diverser Charaktere, was dazu führt, dass Vega und sein Team sich einen gänzlich anderen Plan einfallen lassen müssen. Wichtiger sind jedoch die letzten Szenen des Films, in denen Vega wahre Stärke beweisen muss. Vega steht vor der Entscheidung seines Lebens, denn durch seine Hand entscheidet sich, ob er die Frau, die er liebt, oder sämtliche Kolonisten gerettet werden. Spannend und herzerweichend!

(Keine) Verständnisprobleme

Mass Effect - Paragon Lost (4)Beide Optionen versprechen das Überleben von mehr als nur einem Individuum, was uns aber  nicht davon abhält, begeistert zu sein. Mit der Entscheidung, die Vega trifft, haben wir (aus der Sicht eines Nichtkenners des dritten Teils) nicht gerechnet und so müssen wir uns einmal mehr bei BioWare, Production I.G. und Funimation bedanken, dass man hier keine bekannte Heldenstory verwendet, sondern Größe zeigt, um zudem auch noch die Entscheidungsfreiheit zu unterstreichen, die besonders Fans den Videospielentwicklern positiv zu schreiben. Nachdem man bereits mit der Anime-Umsetzung Dragon Age: Dawn of the Seeker zufrieden war, hat man auch mit Mass Effect: Paragon Lost nichts verkehrt gemacht. Während man den Dragon-Age-Anime ohne Vorwissen anschauen kann, ist das bei Paragon Lost jedoch nicht so einfach. So werden außerirdische Rassen erwähnt, die einem als Nichtkenner der Spiele nur wenig sagen und auch wer eigentlich Shepard ist, wird nicht genau erklärt. Unverständlich bleibt die Handlung nicht, doch nur wer die Serie kennt, wird alles verstehen können. Optisch macht der Film einen spärlichen Eindruck. Besonders die Animationen wirken abgehakt. Auf der Disc schlummern sowohl die deutsche, die französische und die englische Sprachausgabe. Eine japanische Tonspur gibt es bei diesem Anime kurioserweise nicht. Irgendwie schade.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich muss zunächst einmal gestehen, dass ich die Mass-Effect-Reihe bis heute nicht gespielt habe. Zwar habe ich bereits alle drei Teile erworben, doch leider kann man zugleich keine Zeit kaufen. Früher oder später werde ich die Spiele sicher nachholen, denn einen guten Vorgeschmack lieferte mir bereits der Anime. Es gibt zwar einige Zusammenhänge, die ich nicht ganz verstehen kann, weil mir einfach das Vorwissen fehlt, doch dafür hat mich der Anime erstaunlich gut unterhalten. Die Story wird (bis auf die Verknüpfungen zu den Spielen) flüssig und stringent erzählt, beschert mit vielen Action-Szenen reichlich Spannung und das eine oder andere beeindruckende Bild gibt es in auch in Mass Effect: Paragon Lost. Dazu muss ich allerdings sagen, dass man hier deutlich mehr hätte erschaffen können. Charaktere sind oftmals zu detailarm, die Animationen wirken nicht nur einmal abgehakt und auch der eine oder andere Spezialeffekt könnte in meinen Augen deutlich besser ausfallen. Außerdem finde ich es ein wenig befremdlich, dass das Bonusmaterial als dreiste Werbetrommel für Electronic Arts genutzt wird. Warum man sich nicht auf BioWare konzentriert hat und stattdessen eher andere Entwickler zu Wort kommen lassen möchte, verstehe ich beim besten Willen nicht. Darüber kann ich aber im Angesicht des spektakulären Abschluss des Films hinwegsehen, denn hier präsentiert mir das Studio mal ein Ende, was ich so in Filmen nur selten gesehen habe. Da respektiere ich auch gerne, dass man Star Trek II: Der Zorn des Khan und Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock zitiert.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mass Effect: Paragon Lost!

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