Review: Coelacanth (Band 2)

Coelacanth (Band 2)Dank der akkuraten polizeilichen Arbeit – also einem Zufall – ist nun die Verbindung zwischen dem Fall vor über zehn Jahren und dem ermordeten Schullehrer von Hisano hergestellt worden. Kurioserweise war sowohl Hisano als auch ein längst vergessener Kindheitsfreund damals wie heute vor Ort beziehungsweise in die Angelegenheit verwickelt. Zentrales Element auch dieses Mangas bleibt also eine Mischung aus komplexen Beziehungsgeflechten und krimiartigen Vorfällen. Zwar springt die erzählende Perspektive gerne von einer Personengruppe zur nächsten, mehr als die jeweiligen Figuren weiß der Leser aber auch nicht. Hisanos Freund Kentaro tritt auch weiter aus seinem Schatten heraus und versucht die eindeutig niedergeschlagene Hisano aufzumuntern – das klappt aber besser bei uns als bei ihr, denn auch wenn der Manga ernste Thematiken anspricht, passt der zeitweise eingeschobene Slapstick-Humor überraschend gut. Die melancholische Seite überwiegt natürlich trotzdem, darüber kann auch der eine oder andere eingestreute Lacher nicht hinwegtäuschen.

Die betörende Vernunft

Nun hat sich Hisano zu entscheiden: Schlägt sie sich auf die Seite der Polizei oder lässt sie sich doch von ihren Gefühlen steuern. Ihr Schaf ist ihr dabei auch keine große Hilfe und findet die gesamte Situation ungemein ulkig. Ähnlich wie der Leser, ist der pelzige Begleiter als Beobachter immer und überall dabei, aber eben als fiktive Figur von der Handlung genauso wenig betroffen wie wir – mit dem Unterschied, dass es wesentlich gehässiger ist, als wir es jemals sein könnten. Für Hisano wird es nun immer schwerer, die reellen Tatsachen von den vom Schaf geprägten Passagen zu unterscheiden. Entscheidungen aufzuschieben, vergrößert auch nur den belastenden Druck. Diese müssen dann wohl auf den finalen Seiten getroffen werden, die der Autor Kayoko Shimotsuki konstruiert und sein Illustrator Miyako Nonaka stimmig in Szene gesetzt hat. Wie sowohl von einem Krimi als auch von guten Liebesgeschichten erwartet, löst sich alles erst ganz zum Schluss auf, diese letzten Seiten sind dann aber auch besonders lesenswert.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Zwei Bände bieten genug an Länge, um eine solch verwobene wie verzwickte Geschichte vor dem Kosumenten auszurollen und dennoch vollends abzuschließen. Nie hatte der Manga Längen und unterhält dazu durchweg mit einer umfassenden Genre-Vielfalt, so dass für jeden Leser etwas dabei sein sollte. Gleichzieitig tritt damit auch jeder in Kontakt mit etwas Neuem, was den eigenen Horizont erweitert und sogar neue Geschmacksrichtungen erschließen könnte. Da können wir auch über die 190 Seiten des Bandes hinwegsehen, der damit etwas knapper bemessen ist, als etwa vergleichbare Manga. Der Eindruck, den der Zweiteiler beim Lesen hinterlässt, ist dennoch einmalig und zeugt von der Einzigartigkeit des Mediums.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Coelacanth (Band 2)!

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