Review: Soul Eater (Vol. 3)

Soul Eater Vol.3 (1)Ganz besonderes Glück haben wohl die Fans von Soul Eater. Denn selten werden Produktionen, nachdem sie schon seit längerem tot geglaubt und sie von den meisten eigentlich schon abgeschrieben wurden, doch noch fortgesetzt. Bei der deutschen DVD-Fassung von Soul Eater ist dies glücklicherweise der Fall.

Soul Eater Vol.3 (2)Die Gründe dafür lässt Publisher Polyband natürlich im Unklaren – das kann uns aber im Angesicht des nun doch frisch erschienenen dritten Volumens der markanten sowie lustigen Abenteuer-Serie jedoch vollkommen egal sein, denn in Death City blieb noch immer alles beim Alten. Noch immer gehen Soul, Maka sowie all die anderen bekannten Gesichter auf die Shibusen, eine spezielle Schule für Waffenhandwerk. Um dem immer wiederkehrenden bösen Gestalten Einhalt zu gebieten, werden dort die sogenannten Waffenmeister, wie Maka zum Beispiel eine ist, mit ihren besonderen Waffen-Partnern, in diesem Fall Soul, ausgebildet. Das kennen wir soweit noch aus den beiden vorherigen Volumes und heißt nicht nur, dass das für die beiden Partner ein ausgeprägtes Vertrauen zwischen und zueinander bedeutet, sondern auch zwei starke Seelen, die sich am Besten in Form der Seelenresonanz synchronisieren. Unglücklicherweise ist Maka noch von ihren vorherigen Kämpfen angeschlagen und dennoch muss sich das eingespielte Team schon wieder zusammenraffen, um der bisher größten Bedrohung entgegenzutreten. Denn der Moralmanipulator ist für die Shibusen genauso gefährlich, wie für uns sein Name komisch.

Alte Bekannte

Soul Eater Vol.3 (3)Inhaltlich versucht Soul Eater wie immer mit seinem aufdringlichen Setting interessant zu wirken, doch dahinter verbirgt sich aber natürlich ein gewöhnlicher Abenteuer-Shōnen mit einer gehörigen Portion Action. Die Stärken sowie unverkennbaren Erkennungsmerkmale liegen deswegen auch bei den verschrobenen Figuren, deren Gewohnheiten und deren humoristische Leichtigkeit, mit der auch wirklich jedes Thema angegangen wird. Nach getaner Arbeit verbleiben nämlich nur wenige Waffen freiwillig in ihrer tödlichen Form und verwandeln sich lieber in ganz gewöhnliche Menschen – für Soul-Eater-Verhältnisse natürlich. Denn die Beziehungen zwischen Waffen und ihren Meistern sind mindestens so schräg wie die Charaktere selbst. Besteht zum Beispiel zwischen Maka und Soul eine freundschaftliche Beziehung, wird der unsichere Typ Chrona dagegen regelmäßig von seinem Schwert Ragnarök schikaniert. Am besten gefällt uns aber immer noch der manische Death the Kid, mit seinem Symmetrie-Komplex. Nichts mag er lieber als Muster und Formen, seine zwei eigensinnigen und tollpatschigen Pistolen Liz und Patty sind ihm da nicht selten im Weg, was immer für einen Lacher gut ist.

Beseelte Bilder

Soul Eater Vol.3 (4)Die deutschsprachige Synchronisation befindet sich mit anderen Anime-Lokalisationen auf einem vergleichbarem Niveau. Hier und da wurde Eigeninitiative gezeigt, um passende deutsche Begriffe und Wortwitze einzubauen, im Gegenzug gibt es aber vergleichbar viele Lücken, besonders bei Schreien oder Ausrufen, in die dann einfach die japanische Original-Tonspur eingefügt wurde. Das ist generell kein Problem, solange diese Passagen nicht zu sehr herausstechen, was sie bei einem direkt erkennbaren Wechsel der Charakter-Stimme aber leider hin und wieder tun. Für alle Meckerer gibt es aber natürlich auch die vollständige japanische Sprachausgabe zusammen mit unabhängig davon geschalteten Untertiteln. Und endlich gibt es auch ein neues Opening zu bestaunen. Ganze zwölf Folgen für einen vergleichsweise sehr günstigen Preis sind für den deutschen Anime-Markt eine echte Rarität und stellen solche kleine Anmerkungen tief in den Schatten. Obwohl Soul Eater natürlich schon auf dem Online-Videoportal MyVideo kostenlos zu sehen, ist es immer noch ein ganz anderes Gefühl, dann doch die physischen Scheiben eines solchen Klassikers sicher im Regal zu wissen.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Soul Eater gehört zu einer der wenigen Serien, die ich bedingungslos lange am Stück konsumieren kann. Das liegt weniger an der treibenden Handlung, sondern an der besonders bunten Vielfalt an Figuren, Eigenartigkeiten und Thematiken, die mich im Minutentakt immer wieder aufs Neue zu begeistern wissen. Es macht einfach Spaß, sich in diesem unterhaltsamen Universum zurechtzufinden und Stück für Stück ihre Eigenheiten (wovon es wahrhaftig genug gibt) zu ergründen. Auf den beiden DVDs befinden sich zwar keine Extras, da diese sich sowieso meist erzwungen anfühlen anstatt tatsächlich etwas zu vermitteln und ich auch nicht das Gefühl hatte irgendetwas zu vermissen, stört mich das nicht weiter. Dagegen ist ein kategorisches Wendecover, um dem nervigen grünen FSK-Hinweis zu entgehen, auch wieder mit dabei. Beide DVDs sind mit insgesamt zwölf Folgen gut gefüllt, zum Probeschauen, ob euch diese Art von Anime zusagt, könnt ihr natürlich auch auf MyVideo zurückgreifen. Denn Soul Eater ist nicht, wie man vielleicht meinen möchte, nur für das junge Publikum vorbehalten.

Vielen Dank an Polyband für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Soul Eater (Vol. 3)!

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