Review: Ranma ½ – New Edition (Band 6)

Im Juli 2023 ging es endlich mit der Manga-Reihe Ranma ½ weiter – und auch die mittlerweile sechste Ausgabe der New Edition ist vollgepackt mit witzigen wie absurden Situationen. So erwartungsvoll das im ersten Moment klingt, könnte es für den einen oder anderen Leser auch schon zu viel sein, was hier geboten wird. Inhaltlich knüpft das Geschehen an das Finale des fünften Bandes an. Mūsu ist unsterblich in Shanpū verliebt, die wiederum nur Augen für ihren nach Amazonentradition auserkorenen Verlobten Saotome Ranma hat. Um Ranma aus dem Weg zu räumen, kidnappt er wiederum dessen Verlobte Tendō Akane, um sie in der Zirkusmanege mit magischem Quellwasser in eine Ente zu verwandeln. Ranma, der genau weiß, wie schlimm es ist, sich ständig zu verwandeln, wenn er mit kaltem Wasser in Berührung kommt, will dies unter allen Umständen verhindern. Es entbrennt ein hitziger Kampf, in dem Mūsu als Meister der versteckten Waffen alle möglichen wie hinterhältigen Tricks auf Lager hat. Dies bringt ihm zwar den Ruf als Feigling ein, dürfte ihm beim Erreichen seines Ziels aber völlig egal sein. Ob Akane mit dem Wasser aus der magischen Quelle in Berührung kommt, soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden. Nichtsdestotrotz ist dies bei Weitem nicht die einzige Geschichte, die im sechsten Band der New Edition von Ranma ½ humorvoll erzählt wird.

Entschleunigtes Liebesvieleck

Unter anderem darf sich der Leser auf einen neuen Charakter freuen, der aber zumindest innerhalb der Erzählung dieses Bandes nur für ein Kapitel für Furore sorgt. Kurenai Tsubasa, so der Name der vermeintlichen Dame, fordert Ranma zu einem Duell auf Leben und Tod heraus – und der Grund dafür ist seine mit ihm unabgesprochene Verlobung mit Kuonji Ukyō. Weil sich dieser in der Vergangenheit ständig als Junge ausgegeben hat, hat er scheinbar Tsubasas Interesse geweckt. Um Tsubasa loszuwerden, behauptete er frech, mit Ranma eine glückliche Beziehung zu führen. In den späteren Kapiteln des Bandes gerät das chaotische Liebesvieleck allerdings etwas in den Hintergrund, denn hier geht es unter anderem um die verhängnisvolle wie ominöse Geheimtechnik von Lüstling Happōsai, die laut den Vätern von Akane und Ranma unter keinen Umständen noch einmal eingesetzt werden darf. Zu guter Letzt kehrt, obwohl bislang noch nie die Rede davon war, nach drei Jahren der Direktor der Furinkan-Oberschule zurück. Braungebrannt in Hawaii und mit irren Ideen im Kopf terrorisiert er die Oberschüler. Unter anderem will er allen Jungs eine Glatze schneiden, was insbesondere Kunō Tatewaki gehörig gegen den Strich geht. Trotz vieler toller Ideen schießt gerade dieser letzte Handlungsstrang etwas über das Ziel hinaus, was nicht jedem Fan von Ranma ½ schmecken dürfte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Mit dem sechsten Band der New Edition von Ranma ½ werde ich nicht richtig warm. Im Grunde erzählt der Manga wieder viele kleine Geschichten, die unterhaltsam, aber nicht zielführend sind. Gerade die Einführung von Kurenai Tsubasa wirkt etwas holprig und die Figur selbst wie ein Fremdkörper. Hier muss sich die Manga-Reihe noch beweisen, ob Platz für diesen Charakter bleibt, der aber durchaus eine Daseinsberechtigung hat und das Ensemble bereichern würde. In meinen Augen bieten die Geschichten im sechsten Band nur mehr vom Gleichen, die aber dennoch einzelne Höhepunkte haben, die mich richtig zum Lachen bringen. Vor allem aber die Rückkehr des Direktors wirkt derart aufgesetzt und ist zumindest für mich nicht sonderlich unterhaltsam. Ich kann mir vorstellen, dass es auch anderen Lesern so gehen könnte. Würde der Band nicht den Cliffhanger der letzten Ausgabe lüften und nicht mit einem offenen Ende schließen, würde ich sogar behaupten, dass selbst Fans diesen Band getrost überspringen könnten. So kommen diese um den sechsten Band von Takahashi Rumikos Werk aber wohl kaum herum.

Hinterlasse einen Kommentar