Review: Master of Death

Master of Death (1)Heutzutage wird gefühlt jeder zweite Film so gedreht, dass man mit einem zusätzlichen 3D-Feature ins Kino gelockt wird. In den Siebziger Jahren war dies fast undenkbar, doch 1978 haben sich die Köpfe hinter Master of Death genau dieses Ziel zum Vorsatz genommen.

Master of Death (2)Lord Ting Chun reist durch das alte China und wird von einer Gruppe unbekannter Schläger aufgelauert. Diese sind zwar schnell besiegt, doch anstatt die Reise fortzusetzen, lässt sich der Lord gleich die Augen verbinden. Die unterlegenen Kämpfer können ihn so nahezu gefahrlos zur Adligen Nan Nan bringen. Nan Nan erzählt Ting Chun von ihren todkranken Bruder, welcher innerhalb von nur drei Tagen die westlichen Berge überqueren muss. Nur dort soll es einen Arzt geben, welcher ihren Bruder von der Krankheit erlösen kann. Obwohl Lord Ting Chun seine Bedenken äußert, willigt er ein, Nan Nans Bruder in den Westen zu bringen. Er weiß von den Gefahren, welche im Tal, den so genannten Stormy Hills, auf sie warten. Aus Nan Nans besten Kriegern darf er ein paar Begleiter wählen, welche ihn und ihren Bruder auf der Reise beschützen sollen. Im Verlauf der Handlung schließen sich der illustren Truppe noch zwei Freunde Ting Chuns an, welche die Reise zunächst erheitern. Schon bald erkennen die Kämpfer allerdings, dass sie auf ihrer Reise nichts zu Lachen haben, denn ständig werden sie von neuen Gefahren davon abgehalten, den Weg über die Berge zu finden. Erschwert wird dies zudem durch zwei gewiefte Gastwirte, die vorgeben, freundlich zu sein, doch ihre ganz eigenen Interessen verfolgen. Ting Chun muss lernen, dass er nicht jedem blind vertrauen darf.

Drahtseil-Action

Master of Death (3)Die Handlung von Master of Death wird stringent bis zum Ende erzählt. Jederzeit hat man als Zuschauer das Ziel vor Augen, welches Lord Ting Chun und seine Eskorte erreichen wollen. Bei jeder neuen Etappe, welche sie auf ihrer Reise erwischen, ahnt man als Zuschauer zwar, dass dies nur eine Falle sein kann oder weiß sogar, was gleich passieren wird, doch fiebert man mit den Protagonisten in den aufkommenden Kämpfen mit. Sowohl die Handlung, als auch der Action-Anteil halten sich in diesem Martial-Arts-Film zwar die Waage, doch merkt man deutlich, dass man den Fokus definitiv auf die Action gelegt hat, um im Kino durch das 3D-Feature begeistern zu können. Jackie Chan in der Rolle von Ting Chun attackiert hier mit Stäben oder seinen blanken Fäusten. Man merkt deutlich, dass es sich hierbei noch um eine der frühen Produktionen handelt, in welcher Chan auftritt. Die Choreographien wirken noch nicht wie aus einem Guss, langweilen beim Zusehen aber niemals. Man muss allerdings mit (teils deutlich sichtbaren) Drahtseilen keine Probleme haben, denn manche Kämpfer springen hier unmenschlich weit oder hoch. So und nicht anders wurde auch mit den Stäben hantiert, die als Waffe eingesetzt werden. Dafür sind die Auseinandersetzungen nicht gestreckt und wirken auch nicht zu kurz, zumal die Konfliktlösung am Ende zweimal umgeschmissen wird.

Ein Stück Hongkong-Kinogeschichte

Master of Death (4)Die Geschichte des 3D-Films reicht bis in die Neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. In Hongkong kam es allerdings erst im Jahr 1978 dazu, das ein Film tatsächlich in 3D gedreht worden ist. Diese 3D-Fassung von Master of Death liegt sogar der Blu-ray-Fassung als Bonus dabei. Allerdings benötigt man für die Vintage-3D-Version natürlich eine 3D-Brille (anaglyph rot/cyan), die selbstklärend nicht im Lieferumfang enthalten ist. Wer jedoch in den Besitz einer solchen Brille gelangt, kann mit Master of Death ein Stück Hongkong-Kinogeschichte im eigenen Wohnzimmer erleben. Aufgrund des Filmalters solltet ihr allerdings nicht mit dem besten Bild aller Zeiten rechnen. Obwohl dieser Film als digital überarbeitet in den Handel kam, fühlt sich das Bild nicht besser an, als es auf einer DVD der Fall wäre. Die Auflösung fällt zwar höher auf, doch Bildverunreinigungen und eine viel zu große Unschärfe stehen dem Vergnügen im Weg. Neben dem Bild im 16:9-Format (2,35:1) liegt die Tonspuren des Films sowohl in einer deutschen Synchronisation oder in Mandarin in DTS HD 5.1 beziehungsweise 2.0 (Mono) DTS-HD bei. Anmerken möchten wir jedoch, dass der Film in beiden Fassungen einen anderen Soundtrack bietet. Die Musikauswahl nimmt sich bei beiden Titel nicht viel. Ein Audiokommentar von Martial-Arts-Experte Andrew Staton rundet den Film gut ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Man kann es kaum glauben, doch Master of Death ist tatsächlich einer der letzten Filme von Regisseur Lo Wei. Los Filme gehörten für mich immer zu den Titeln, die mich nie so ganz zufriedengestellt haben. Dieses Fazit kann ich für Master of Death genauso übertragen. Die Handlung beginnt sehr, sehr schleppend. Erst in der zweiten Filmhälfte kann diese tatsächlich mit geschickten Wendungen und brenzligen Situationen für die Charaktere überzeugen. Die Kampfszenen hingegen wirken für mich nicht wirklich ausgereift. Man arbeitet viel zu sehr mit Drahtseilen, versucht übertriebene Szenen zu ermöglichen und obendrein mit 3D zu unterhalten, sofern man die nötige Ausrüstung dafür hat oder den Film zufällig 1978 bei der Uraufführung in Hongkong gesehen hat. Master of Death ist ein sehr mittelmäßiger Film. Als Fan älterer Kung-Fu-Filme kann man mit dem Titel zwar nichts falsch machen, doch warten weitaus bessere Filme mit Jackie Chan in der Hauptrolle im Martial-Arts-Filmregal.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Master of Death!

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