Review: Psycho-Pass 2 (Vol. 2)

Psycho-Pass 2 (Vol. 2) (1)Während die ersten sechs Folgen von Psycho-Pass 2 in der ersten Volume vor allem auf die Beweis- und Informationsfindung ausgelegt waren, legen die fünf Episoden der zweiten und zugleich auch letzten Volume zum Endspurt an, um Bösewicht Kamui Kirito zu schnappen.

Psycho-Pass 2 (Vol. 2) (2)Die Anime-Serie Psycho-Pass 2 knüpft mit der siebten Episode nahtlos an die letzte Folge aus der ersten Volume an. Im Finale oder eher gesagt im gemeinen Cliffhanger haben wir erlebt, wie Inspektorin Tsunemori Akane ihren Gegenspieler Kamui hat laufen lassen. Um Kamui aus dem Weg zu räumen, ist die Benutzung eines Dominators, also die Waffe eines Ermittlers oder Vollstreckers, ohnehin problematisch. Der Verbrecher hat es geschafft, sämtliche Sensoren und somit die Augen des Sibyl Systems auszutricksen. Grund dafür ist, dass in seinem Körper die Organteile von 164 anderen Menschen stecken und diese mittlerweile so sehr mit seinem Körper verwachsen sind, sodass das Sibyl System ihn nicht mehr als eigene Identität erkennt. Demnach kann das System seiner Meinung nach nicht funktionieren und versucht es mit allen notwendigen Mitteln abzuschalten. So und nicht anders konnte Tsunemori auch das Rätsel um die beiden lateinischen Buchstaben W und C lösen, welche zusammengenommen nichts anderes bedeuten, als die Frage, welche Farbe man habe – aus dem Englischen „Which Color?“ übersetzt. Kamui versucht nun, mit sozialkritischen und ebenso unorthodoxen Organtransplantationen den Psycho-Pass vereinzelter Individuen zu erhellen. Um dieses Ziel erreichen zu können, muss er die kürzlich erbeuteten Dominators an seine Anhänger verteilen.

Welche Farbe hast du?

Psycho-Pass 2 (Vol. 2) (3)Psycho-Pass 2 erzählt nach wie vor eine sehr spannende Geschichte, die in den vorliegenden Episoden sogar um einen zweiten Handlungsstrang, der eng mit der Haupthandlung verwoben ist, ergänzt wird. Dieser dreht sich um den Vollstrecker und Sohn der Direktorin Tōgane Sakuya, der nicht darauf konzentriert ist, Kamui zur Strecke zu bringen. Sein Anliegen ist ebenfalls, den Psycho-Pass von Tsunemori schwarz zu färben und benutzt für diesen Zweck Tsunemoris Großmutter. Tsunemori ist und bleibt jedoch Hauptfigur des Animes, doch auch Nebenfiguren wie Shimotsuki Mika kommen erneut zur Geltung. Während Shimotsuki die Tücken des Systems am eigenen Leib spürt, wird Ginoza Nobuchika mit dem Tod einer nahestehenden Kollegin konfrontiert. Mitarbeiter Hinakawa Shō kann dafür mit seiner persönlichen Fähigkeit, Hologramme zu erkennen, glänzen und die Handlung der fünf Episoden auf dem Datenträger vorantreiben, die durchweg spannend bleibt, mehrere Wendungen bietet und einen weiteren Konflikt mit dem Sibyl System thematisiert. Verbrechen und Cyber-Kriminalität sind die Leitthemen, die Überwachung und fehlenden Datenschutz kritisieren. Um das zu erreichen, greifen die Köpfe bei Tatsunoko Pro für das Bild erneut auf gewollte Unschärfe-Effekte zurück, um ein dystopisches Bild in einer Welt utopischer Vorstellung zu schaffen.

Betörende Akustik

Psycho-Pass 2 (Vol. 2) (4)Die Charaktere heben sich nicht stark vom Hintergrund ab und verschmelzen gar mit diesem, sodass auch die Episoden der zweiten Volume wie die vorherigen Folgen eine paralysierende Wirkung durch Bildgestaltung, Thematik und Lichteffekte haben. Sowohl das Bild in der Auflösung von 1080p und im 16:9-Format, als auch die beiden Tonspuren im klaren DTS-HD Master 2.0 können überzeugen. Für die akustische Untermalung sorgen bekannten Melodien, die wir schon aus der ersten Staffel kennen. Des Weiteren können wir der Serie neue Klänge entnehmen, die jederzeit zu den tiefgründigen und emotionalen Situationen passen. Besonders die Einbindung von Opernmusik in Form der Arie Nessun dorma aus der Oper Turandot von Giacomo Puccini sorgt mit der sich veränderten Lautstärke für Gänsehaut-Feeling. Die sehr gute deutsche Synchronisation kann abermals mit hervorragenden Sprechern punkten. Die japanische Fassung liegt aber vor allem bei Betonungen eine Nasenlänge vorne. Wer nicht des Japanischen mächtig ist, freut sich über die nicht abschaltbaren gelbfarbigen Untertitel. Bonusmaterial liegt nur in Form von drei physischen Postkarten vor. Digitale Materialien, die Einblicke in Entstehungsgeschichte und Produktion hätten geben können, gibt es nicht. Wer die limitierte Erstauflage der ersten Volume besitzt, kann das Digipack mit Hülle nun in den stabilen Schuber stecken, der beide Volumes sehr sicher und vor Staub geschützt bewahrt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Publisher Kazé Anime auch die Veröffentlichung der zweiten Staffel der Anime-Serie Psycho-Pass betreut hat. Man hat bewiesen, dass man sich bei der Synchronisation nicht nur passende, sondern in meinen Augen auch noch hervorragende Synchronsprecher ausgesucht hat. Es ist natürlich sehr schwierig, ans wirklich fantastische Original auf Japanisch heranzukommen, doch können die markanten deutschen Stimmen in Verbindung mit der schönen Optik und der diesmal sogar noch besseren Akustik wirklich paralysieren. Ich habe nicht viele Anime erlebt, die das bisher geschafft haben. Vor allem die Szene, in der Inspektorin Tsunemori Akane vor der bedrohlichen Kulisse eines in Flammen stehenden Gebäudes eine schreckliche Entdeckung macht und dabei die berühmte Arie Nessun dorma aus der Oper Turandot im Hintergrund gespielt wird und ihre Lautstärke immer weiter erhöht wird, ist in puncto Einsetzung von Stilmitteln nicht einfach nur herausragend; der eingefangene Moment ist perfekt inszeniert und wird mir immer im Gedächtnis bleiben. Psycho-Pass 2 ist also auch mit der zweiten Volume immer noch eine Empfehlung wert. Die zweite Staffel ist sogar ein Befehl an jeden Anime-Fan da draußen, sich die gesamte Serie anzuschauen. Psycho-Pass und Psycho-Pass 2 gehören zu den besten Anime-Serien, die man nicht nur gesehen, sondern erlebt haben muss.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Psycho-Pass 2 (Vol. 2)!

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