Review: Stella Women’s Academy, High School Division Class C³ (Vol. 3)

Nachdem sich die ersten Episoden der Anime-Serie Stella Women’s Academy, High School Division Class C³ den Grundlagen widmen und die Folgen der zweiten Volume die Story weiter ausbauen konnten, führt das dritte Episodenpaket das Airsoft-Spektakel zu einem Ende.

Über kurz oder lang konnte sich Protagonistin Yamato Yura an ihrer neuen Oberschule, der Stella-Mädchenschule, einleben und den Club-Aktivitäten nachgehen. Allerdings führte der Vorfall beim 24-Stunden-Turnier dazu, dass Yura von starken Gewissensbissen geplagt wird. Sie hat nämlich, obwohl sie von einem Querschläger beim Turnier getroffen wurde, weiterhin auf ihre Gegnerin gefeuert, sodass ihr Team das Match in letzter Sekunde noch geradeso gewinnen konnte. Obwohl ihre direkte Gegnerin das bemerkt hat, will diese davon jetzt nichts mehr gewusst haben – Yura ist sichtlich verblüfft, als sie von der Turnierleitung hört, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Sie will es aber nicht auf sich beruhen lassen und möchte ihre Gegner dazu auffordern, dass Match zu wiederholen. Da sich Club-Leiterin Kashima Sonora allerdings, zumindest für den Augenblick, dagegenstellt, ändert sich für den titelgebenden C³-Club zu Beginn der zehnten und somit ersten Episode der dritten Volume einiges. Anscheinend ist Yura übergelaufen und versucht nun, bei ihren ehemaligen Gegnern Karriere im Airsoft-Sport zu machen. Haruna Rin lässt sie jedoch nicht als Kämpferin aufs Schlachtfeld. Stattdessen muss Yura beweisen, dass sie keine Alleingänge wagt und auch im Team mit anderen Spielern agieren kann: Für Yura ist das fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Am Rande der Freundschaft

Wie lange sie im gegnerischen Team mitmischt, verraten wir an dieser Stelle nicht. Dennoch sei Stelle gesagt, dass die Entwicklung von Yuras Persönlichkeit durch das Spielen in einem anderen Team fast abgeschlossen wird. Der Leidensweg, der von Schüchternheit, Ungewissheit und schließlich Egoismus begleitet wird, erreicht jäh seinen Höhepunkt, als die von ihrer Fantasie desillusionierte Yura von Kirishima Rento in einer Arcade-Halle aufgegriffen wird. Die Freundschaft zwischen Yura und den Club-C³-Mitgliedern scheint schließlich zu zerbrechen. Hinzu kommt, dass sich die Mädchen nicht nur auf den möglichen Verlust von Yura für ihr Team einstellen müssen, sondern auch auf den Weggang von Sonora. Diese will ihren schulischen Werdegang nämlich in den Vereinigten Staaten von Amerika fortsetzen. Ihr Ziel ist es, mit einem Airsoft-Match Sonora zum Bleiben zu bewegen oder sich zumindest auf eine genüssliche Art und Weise zu verabschieden. Wie sich der Kreis am Ende der zwölften Episode schließt, bleibt genauso wie der Inhalt des letzten Matchs unser Geheimnis. Die letzte Episode folgt dem Trend vieler kürzerer Anime-Serien und stellt uns eine sehr überschaubare Story vor, die losgelöst von der Haupthandlung steht. Im Field Queen Contest messen sich die Airsoft-Spielerinnen, wer von ihnen die beste oder zumindest die hübscheste Kämpferin ist.

Zweischneidiges Schwert

Bis zum Serienfinale kann die seichte Geschichte nicht richtig zünden. Sie ist durchweg nett erzählt und unterhält auch kurzweilig, wenn wir mal eine Pause im Tagesablauf überbrücken wollen – allerdings würde das Szenario sehr viel mehr hergeben. Bis auf Yura und ein paar andere Charaktere bleiben nämlich auch die Figuren sehr oberflächlich, sodass auch hier versucht wird, die Mankos mit leichtem Humor zu überspielen. So wirklich gelingt das jedoch nur in der letzten Episode, da sich die Serie hier selbst nicht mehr ernst nimmt. Auf der technischen Seite ist Stella Women’s Academy, High School Division Class C³ ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite können uns die Charaktere und Hintergründe zwar durchaus begeistern, doch auf der anderen Seite fallen Animationen und Effekte dürftig aus. Das kaschiert zum Glück der tolle japanische Originalton und auch die deutsche Synchronisation lässt sich durchaus hören. Nur bei der musikalischen Untermalung hätten wir uns ein wenig mehr Abwechslung gewünscht, obwohl die einzelnen Musikstücke passend zu den Szenen ausgewählt worden sind. Es bleibt am Ende ein Anime, der dreizehn Episoden lang sicherlich seine Fans gefunden hat, doch hat man aufgrund der verpatzten Chancen sicher nichts verpasst, wenn man Stella Women’s Academy, High School Division Class C³ nicht gesehen hat.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Gerne versuche ich bei kürzeren Anime-Serien im Verlauf der Handlung herauszufinden, woraufhin die Serienhandlung eigentlich abzielt und wie die Story enden könnte. Bei Stella Women’s Academy, High School Division Class C³ habe ich mir diese Frage durchweg nicht gestellt. Was eigentlich positiv klingt, meine ich aber eher etwas negativ. Man erzählt mir eine Geschichte nach der anderen über den Airsoft-Sport und das ist stellenweise auch durchaus interessant, da die damit verflochtene Entwicklung von Yuras Persönlichkeit den Anime aufwertet. Schade ist nur, dass die Story und viele Charaktere meist oberflächlich bleiben und auch die technische Qualität nur Mittelmaß ist. Das Animationsstudio Gainax hätte sicherlich wesentlich mehr aus dem Setting und der Technik herausholen können. Wer bei den ersten beiden Volumes schon zugegriffen hat, kann auch bei der dritten Volume bedenkenlos zuschlagen – man bekommt immerhin noch mehr vom gefestigten Grundgerüst geboten und wem das gefallen hat, der wird auch von der dritten und letzten Volume nicht enttäuscht werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Stella Women’s Academy, High School Division Class C³ (Vol. 3)!

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