Review: Kona

Mystery-Elemente werden nicht mehr nur in Fernsehserien großgeschrieben. Sie sind mittlerweile auch wichtiger Bestandteil von Survival-Horror-Titeln und Abenteuerspielen, um unseren Entdeckerdrang zu fördern. Der Titel Kona aus dem Jahr 2016 ist dabei keine Ausnahme.

Die Geschichte von Kona spielt im Jahr 1970. Wir schlüpfen in die Haut von Carl Faubert, der nach seiner Zeit im Koreakrieg als Soldat in den frühen 1950er Jahren seinen Unterhalt mit Auftragsarbeiten als Privatdetektiv in Montréal verdient. Zwar hatte er in der Vergangenheit häufig mit Scheidungen zu tun, doch nehmen diese in letzter Zeit so sehr ab, dass er sich auch auf andere Aufträge einlassen muss. So führt es ihn in den Norden der verschneiten Provinz Québec in Kanada. Angeheuert vom Industriellen Hamilton soll er die Vandalismusvorfälle gegen dessen Besitz aufklären. Treffen sollen wir ihn im Gemischtwarenladen der Stadt. Kaum haben wir die Stadtgrenze passiert, werden wir von einem Auto von der Fahrbahn gedrängt und verlieren bei der Kollision das Bewusstsein. Das ist jedoch nicht alles, denn beim Erwachen bemerken wir, dass ein Schneesturm uns überrascht hat. Aus dem besagten Auto, dessen Besitzer spurlos verschwunden ist, können wir noch einen Verbandskasten bergen, uns in die naheliegende Hütte retten, dort mit diversen Utensilien Feuer machen und uns am Ofen aufwärmen. Wenige Augenblicke später können wir die Reise durch die Winterlandschaft, in der der Schneesturm nach wie vor unerbittlich wütet, fortsetzen. Im Gemischtwarenladen angekommen machen wir eine folgenschwere Entdeckung, welche uns durch Kona leiten wird.

Mit offenen Augen durch die Schneelandschaft

Welche das genau ist, wollen wir an dieser Stelle nicht verraten. Wer sich auf Kona einlassen will, muss sich jedoch auf zwei grundlegende Elemente einlassen. Das erste wäre, wie in einem typischen Point-and-Click-Adventure die zahlreichen Orte nach Hinweisen abzusuchen. Wer hier gründlich in Schubladen schaut und kein interaktives Element außer Acht lässt, wird sein Inventar schnell mit nützlichen Items wie Streichhölzern, Polaroids, Magneten, Zangen und anderen Werkzeugen füllen können. Ist im Inventar kein Platz mehr für das eine oder andere Kleinod, können wir es auch auf die Tragfläche unseres Jeeps temporär auslagern. Das zweite Element wäre, dass wir die Orte nicht nur nach Hinweisen, sondern auch nach Informationen absuchen und diese möglichst im Hinterkopf behalten. In Kona entdecken wir zahlreiche Dokumente wie Tagebucheinträge oder Notizen, die uns quer durchs Spiel leiten. Beispielsweise können wir relativ früh im Spiel einen Tresor öffnen. Die Kombination setzt sich laut Hinweis aus drei Ziffern, die sich auf dem Anhänger einer Kette befinden, und den Initialen des Vaters des Tresorbesitzers zusammen. Während wir den Anhänger fast schon automatisch finden, kann die Suche nach den Initialen je nach Spielertyp aber etwas dauern. Kona erzählt nicht nur von einem Privatdetektiv, sondern macht uns tatsächlich selbst zum Ermittler.

Hobby-Detektive und der Überlebenskampf

Hinzu kommt, dass uns das Spiel nicht mit einer roten Zielmarkierung zum nächsten Punkt lotst – das müssen wir schon selbst herausfinden! Interessant ist bei der Erzählweise auch, dass wir an manchen Punkten mysteriöse Vorfälle beobachten können. So tauchen hin und wieder schemenhafte Figuren auf, dessen Fußspuren wir folgen können, um die Geheimnisse von Kona aufzudecken. Trotzdem muss man sich darauf einlassen können, denn wer langsames Gameplay nicht mag, wird mit Kona keine Freude haben. Das Gameplay ist nämlich alles andere als spannend und besonders für ungeduldige Naturen nicht wirklich zugänglich. Wir fahren mit dem Jeep durch die verschneite Landschaft von einem Ort zum anderen, sammeln dutzende Informationen, kämpfen gegen die Kälte an und lassen uns bei diesem Unterfangen stets vom (englischen) Erzähler mit (deutschen) Untertiteln berieseln. Dieser passt mit seiner ruhigen Erzählstimme, die Spannung und (unterschwelligen) Humor ausdrückt, ebenso wie der beklemmende Soundtrack zur Atmosphäre des Spiels. Technisch wäre jedoch wesentlich mehr möglich gewesen, denn Kona wirkt optisch wie ein Spiel von Mitte der 2000er mit höherer Auflösung. Zudem ist die Steuerung mit dem Controller etwas fummelig, weshalb man den Titel am besten mit Tastatur und Maus spielen sollte. Hobby-Detektive sollten zugreifen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Erst nach der Veröffentlichung des Spiels bin ich auf Kona aufmerksam geworden. Im ersten Augeblick wirkte der Titel auf mich wie eine interessante Alternative zu Deadly Premonition, doch schlägt das Spiel eine ganz andere Richtung ein. Ich spiele nicht nur einen Privatdetektiv, ich muss mich auch genauso verhalten. Das heißt, dass ich überall in der Spielwelt Informationen aufklaube, die Inhalte kombiniere und mich so von einem Ort in der Stadt zum nächsten vorarbeiten kann. Hinzukommen die Mystery-Elemente, die Kona zu einem spannenden Survival-Abenteuer im verschneiten Kanada machen. Alleine die sehr langsame Erzählweise gefällt mir nicht so gut, denn so dauert es hin und wieder zu lange, bis man auf den nächsten Hinweis stößt, der einen in die korrekte Richtung lotst. Vor allem für Fans älterer Spiele, die einem mit Tutorials nicht alles vorkauen möchten, kann Kona jedoch ein Freudenfest sein. Wer in der heutigen Zeit zur Ausnahme einmal nicht an die Hand genommen werden möchte und einer interessanten Story folgen will, sollte sich Kona zumindest einmal genauer anschauen!

Vielen Dank an Parabole für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kona!

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