Review: Triage X (Vol. 1)

Gerne werden in Anime-Serien die Brüste weiblicher Charaktere dermaßen stark betont, dass die überdimensionalen Geschlechtsmerkmale oft nur noch lächerlich wirken. Dies ist auch in Triage X der Fall, doch wiegt die Story tatsächlich mehr als der übertriebene Sexappeal.

Die Geschichte von Triage X spielt in der Gegenwart in einer nicht näher beleuchteten japanischen Großstadt. Die Organisation Black Label, geleitet von Dr. Mochizuki Masamune, der nebenher auch das Krankenhaus, das seinen Namen trägt, leitet, geht hier auf Verbrecherjagd. Dabei agiert sie außerhalb der Verfassung und erledigt ausschließlich Straftäter, die per Gesetz nicht verurteilt werden konnten oder können. Mochizuki geht hier nach rationellen Maßnahmen vor, die denen der ärztlichen (und titelgebenden) Triage nicht unähnlich sind. In der zehnteiligen Anime-Serie wird dabei passenderweise die Metapher eines lebenden Organismus für die Stadt herangezogen, aus der man die Tumore (also die negativen Faktoren) herausschneiden will, damit die Stadt wieder gedeihen kann. Im Mittelpunkt der Handlung stehen verschiedene Oberschüler wie Mikami Arashi oder Kiba Mikoto und Mittelschüler Nashida Oriha. Gemeinsam kämpfen sie Seite an Seite mit Teilen des Klinikpersonals für Black Label, um ihre Gegenspieler zu bekämpfen. Welche Individuen ausgeschaltet werden, wird nach der Triage, also der Dringlichkeit, entschieden. In der ersten Episode trifft es zum Beispiel den Präsidenten einer Baufirma, was Konsequenzen für die Hierarchie der Verbrecherorganisation hat und in der zweiten Folge einmal genauer beleuchtet wird. In der dritten und vierten Episode geht es dann um die Einführung einer gefährlichen Droge, die aus dem Verkehr gezogen werden soll. Zudem werden hier moralische Entscheidungen in Frage gestellt.

Erwachsene Charaktere mit Sexappeal

Unter optischen Gesichtspunkten ist Triage X schwer zu bewerten. Auf der einen Seite kann der Anime mit angenehmen Hintergründen in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format punkten, die das urbane Flair wunderbar einfangen. Auch die Charaktere passen grundsätzlich hervorragend in dieses Gesamtbild, da sie zwar nicht sonderlich detailreich, aber in einem zweckmäßigen Stil gezeichnet worden sind. Die femininen Persönlichkeiten sind für alle, die Interesse am weiblichen Geschlecht haben, wohl einer der Hauptgründe, sich Triage X anzuschauen. Nicht selten werden die Damen knapp bekleidet im Bikini, mit einer offenen Bluse oder vollständig nackt eingefangen. In einem Atemzug sollten dabei auch die meist überproportionalen Brüste erwähnt werden, die sicherlich bei Fans des Stils für den einen oder anderen genussvollen Blick sorgen dürften. Von einer Degradierung zum völligen Sexobjekt lässt sich hierbei – im Gegensatz zu unserer Einschätzung vor dem Ansehen des Animes – allerdings nicht sprechen, da nur selten Bezug auf die körperlichen Vorzüge eingegangen und die Handlung tatsächlich weitgehend ernst und erwachsen vorangetrieben wird. Dies betrifft zudem nicht nur die weiblichen, sondern auch die männlichen Charaktere. Jede Figur hat mit ihrer ganz persönlichen Hintergrundgeschichte zu kämpfen, sodass stets reichlich Abwechslung vorhanden ist und Sexappeal nur ein Element von vielen ist.

Aussprachefehler

Sowohl die deutsche, als auch die japanische Tonspur liegen im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 vor. Sämtliche Dialoge und Monologe klingen in diesem Format sehr klar und die Musik kann ebenfalls punkten. Das heißt, dass die Atmosphäre stets mit den richtigen Stücken spannend oder lustvoll unterlegt wird. Für die Atmosphäre sorgen auch die japanischen und deutschen Synchronsprecher, die ihren Charakteren reichlich Leben einhauchen. Schade ist nur bei der deutschen Fassung, dass manche japanische Namen (beispielsweise der Vorname Ryū oder der Nachname Ogawa) in einigen Fällen falsch ausgesprochen werden. Das hätte im Synchronstudio auffallen müssen! Fernab von drei obligatorischen Trailern zu weiteren Produkten aus dem Hause Kazé Anime gibt es auf der Disc keinerlei Bonusmaterial zur Anime-Serie. Hier verschenkt der Publisher Potenzial. Als Ausgleich sind aber immerhin zehn Artboards mit Motiven zur Serie im Lieferumfang der ersten Ausgabe enthalten. Die limitierte Erstauflage der ersten Volume von Triage X wird im Übrigen in einem schicken Schuber ausgeliefert, in denen alle drei Ausgaben Platz finden können. Über die Qualität des Schubers können wir leider ebenso wenig sagen wie zu den Artboards, da uns zu Rezensionszwecken nur die Disc zur Verfügung stand. Wir gehen jedoch von einem ähnlich hochwertigen Produkt aus, wie man es schon von anderen Anime-Serien von Publisher Kazé Anime kennt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Triage X ist für mich eine interessante Anime-Serie. Das Universum und die Idee, Verbrecher außerhalb des Gesetzes zu exekutieren, finde ich durchaus spannend, wenn aufgrund der fehlenden moralischen oder gar ethischen Grundlage auch sehr, sehr heikel. Allerdings muss ich sagen, dass mich die Geschichte noch nicht ganz gepackt hat. Die Serie fängt ohne große Exposition an und schickt die Charaktere einfach von einem Ort zum nächsten, ohne mir ausreichende Erklärungen zu liefern, wie das ganze System nun auch funktionieren soll. Überraschenderweise bleibt die Serie auch dann spannend, wenn die weiblichen Charaktere mit ihren überdimensionalen Brüsten auf die Bühne treten, nackt durch die Gegend geschleudert werden oder sich in seltenen Fällen auch mal selbst befummeln. Die weiblichen Geschlechtsmerkmale sind zwar der eine oder andere Hingucker, aber dennoch konzentriert sich die Anime-Serie stark auf die Handlung und nutzt die Nacktheit der Damen nur aus, um den freizügigen Stil der Serie zu untermauern. An dieser Stelle möchte ich aber noch keine Kaufempfehlung für Triage X aussprechen. Ich bin jedoch gespannt, wie sich die Anime-Serie in der nächsten Volume weiterentwickeln wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Triage X (Vol. 1)!

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