Review: Accel World (Vol. 4)

Mit der vierten und letzten Volume von der Anime-Serie Accel World von Animationsstudio Sunrise wird die Handlung zu einem Ende geführt. Inhaltlich und optisch können die letzten Folgen das Niveau der vorherigen Episoden halten – im guten, wie im schlechten Sinne.

Zu Beginn der vierten Volume von Accel World, die die Episoden 19 bis 24 enthält, befindet sich Kuroyukihime mit ihrer Schulfreundin Wakamiya Megumi immer noch auf Klassenfahrt auf Okinawa. Unter anderem lernt sie dort neue Freunde kennen, mit denen sie sich in die virtuellen Gefechte stürzt. Währenddessen muss sich Protagonist Arita Haruyuki mit dem neuen Schüler Nōmi Seiji herumschlagen. Dieser erpresst ihn und hat ihm sogar schon seine Flugfähigkeit abgeluchst. Damit ebbt der Ärger jedoch noch lange nicht ab, denn mit jedem weiteren Tag ohne Kuroyukihime nimmt die Demütigung durch Seiji weiter zu. Dies führt zu Alpträumen und Unsicherheiten bei Haruyuki, der sich daraufhin nicht traut, seiner Freundin sein großes Problem anzuvertrauen und schiebt alles auf die Einsamkeit. Obwohl Haruyuki nach wie vor sehr überzeichnet dargestellt wird, fühlt sich diese Entscheidung erschreckend echt an, wodurch die ernste Lage, in der sich die Charaktere gerade befinden, verdeutlicht wird. Über kurz oder lang landet Haruyuki mit seinen Freunden in einem Café im Tōkyōer Stadtteil Akihabara, wo das Finale schließlich eingeleitet wird. Fans des Franchises werden mit diesem sicherlich zufrieden gestellt werden, aber wer sich voll und ganz in der Welt von Accel World verlieren will, dem wird es vermutlich streckenweise an Spannung fehlen, da die Serie ihr volles Potenzial auf der Zielgeraden einfach nicht entfalten will.

Facettenreiche Kämpfe

In den Kämpfen von Accel World kommen illustre Gestalten zur Geltung. Hier kämpfen Feen, furchteinflößende Drachen und sogar Roboter, die sich in ihrer optischen Gestaltungsweise an den Transformers orientieren, gegeneinander. Die abwechslungsreiche Inszenierung der Kämpfe lässt diese niemals langweilig werden, was mitunter auch am fliegenden Wechsel der Landschaften wirkt. Gerade kämpfen die Akteure noch in einer Stadt, die in das rote Licht des Sonnenuntergangs getränkt wird – und auf einmal finden sich die Charaktere im offenen Meer wieder, wo der Kampf in die nächste Runde geht. In einer anderen Episode gehören etwa das ewige Eis oder mit Totenköpfen verzierte Orte zu den Schauplätzen. Farbliche Gegensätze unterstützen in so manchem Fall auch hervorragend die Bedrohlichkeitsstufe einer solchen Auseinandersetzung, sodass der Zuschauer direkt weiß, in welcher Lage sich die Figuren befinden. Es sind jedoch nicht nur die Kämpfe, die in Accel World für Begeisterung sorgen, sondern dann und wann auch kleine Details. An einer Stelle besucht Haruyuki zum Beispiel einen Raum mit alten Arcade-Maschinen, auf denen unter anderem Tekken Tag Tournament 2 gespielt wird. Was für den Zuschauer womöglich noch ein halbwegs aktuelles Spiel sein mag, ist für die Zukunftsgesellschaft von Accel World schon ein Relikt aus vergessenen Tagen.

Bekanntes Gesamtbild

Während der Kämpfe zwischen den verschiedenen Figuren verlagert sich das Geschehen in virtuelle Welten, die wie schon in der dritten Volume fantasievoll wirken. Obwohl die Welten schön gestaltet sind, wirken sie mit ihren Hintergründen im Vergleich mit den Szenen, die in der „echten” Welt angesiedelt sind, im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p sehr viel starrer. Licht- und Schatteneffekte schaffen hierbei den Ausgleich zu den eher aufgesetzten Animationen und dürftigen Spezialeffekten, denen in der Produktion offensichtlich nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Da die Kämpfe für die Charaktere jedoch nicht „real” sind, kann in diesem Falle auch eine durch und durch logische Erklärung als Sündenbock dienen, denn im Gegensatz zu den virtuellen Schlachtfeldern können öffentliche Plätze und diverse Inneneinrichtungen von Restaurants, Schlafzimmern und Co mit mehr und vor allem mit greifbaren Details punkten. Der Soundtrack im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 schafft es, alle Szenen mit der richtigen Stimmung hervorragend zu untermalen. Hinzu kommen gute deutsche Sprecher, wobei optional auf die authentische japanische Tonspur in Verbindung mit deutschen Untertiteln gewechselt werden darf. Digitales Bonusmaterial liegt auf der Disc zwar nicht vor, doch dafür sollen drei Postkarten im physischen Bereich entschädigen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wer die Episoden der ersten drei Volumes von der Anime-Serie Accel World bereits gesehen hat, wird eventuell schon etwas ermüdet sein. Das liegt daran, dass die Serie an vielen Stellen ihr volles Potenzial nicht entfalten will, obwohl den Möglichkeiten eigentlich keinerlei Grenzen gesetzt sind. Entsprechend wirkt das Finale der Serie auch nur für die echten Fans zufriedenstellend, alle anderen hätten sich da sicherlich mehr gewünscht. Dafür können die Kämpfe mit abwechslungsreichen Szenarien punkten und kleinere Details lockern die Handlung gelegentlich auf. Dennoch wirkt die Serie in den Kämpfen, auch wenn es womöglich so gewollt ist, in puncto Optik nicht auf dem aktuellen Stand, denn die schwachen Animationen und die starren Hintergründe geben in Kombination ein wenig ansprechendes Bild ab. Unterm Strich bietet die vierte Volume das bekannte Gesamtbild der Serie. Wer damit in den ersten drei Volumes zufrieden war, darf auch dieses Mal bedenkenlos zuschlagen. Alle anderen verpassen nichts und können sich nach guten oder gar besseren Alternativen wie Sword Art Online umsehen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Accel World (Vol. 4)!

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