Review: Blue Exorcist: Kyōto Saga (Vol. 2)

Nachdem im August 2018 die erste Hälfte der zweiten Staffel der Anime-Serie Blue Exorcist veröffentlicht wurde, reichte Publisher Kazé Anime die zweite Hälfte Ende Oktober 2018 für die hungrigen Fans nach und führt den Handlungsstrang zu einem angenehmen Abschluss.

Inhaltlich knüpft die Geschichte von Blue Exorcist: Kyōto Saga an die Geschehnisse, die in den Episoden der ersten Volume stattgefunden haben, an. In der Edo-Zeit wurde ein Dämon, der so genannte „unreine König“, nachdem er mit tödlichem Miasma tausende Menschen ins Jenseits geschickt hat, besiegt und für alle Zeit versiegelt. Damit verhindert wird, dass dieses Monstrum ein weiteres Mal für Angst und Schrecken sorgen kann, wurden die beiden Augen des Dämons seitdem an zwei verschiedenen Plätzen aufbewahrt. Während das linke Auge in der Heiligkreuz-Akademie unter strenger Aufsicht bewacht wurde, ist das rechte Auge seither in Kyōto eingeschlossen. Die Ausgangslage der zweiten Staffel ist somit zwar schnell erklärt, doch da das linke Auge schon vor dem Beginn der Season gestohlen wurde, ist die Lage von Beginn an tatsächlich angespannt. So wurden einige Schüler der Heiligkreuz-Akademie nach Kyōto entsandt, um das rechte Auge zu bewachen. Zu Beginn der siebten und damit ersten Folge dieser Volume erfährt der Zuschauer, dass die Schüler den Diebstahl des Auges nicht verhindern konnten. Dem Verräter Tōdō Saburōta ist es nicht nur gelungen, das rechte Auge zu stehlen, mit beiden Gefäßen in seinen Händen war es ihm gar möglich, den unreinen König, der zur ominösen Sippe des Königs der Verwesung gezählt wird, zurück ins Leben zu holen.

Wettlauf gegen die Zeit

Somit dürfte jedem Zuschauer sofort klar sein, dass die Freunde rund um Okumura Rin sich dem unreinen König stellen müssen. Dies ist jedoch mit mehreren Problemen behaftet, denn Rin wurde ins Gefängnis gesteckt, da er als Satans Sohn gerade jetzt eine Gefahr darstellt. In der Zwischenzeit überlegen seine Freunde, wie sie ihn aus dem recht gut geschützten Kerker befreien können. Hinzu kommt, dass Rin derzeit Probleme hat, seine Kräfte zu kontrollieren – vor allem das magische Schwert, das er zwingend für den Kampf gegen den unreinen König benötigt, kann er nicht aus der Scheide ziehen. Damit nicht genug, hat ihr gefährlicher Feind einen Sporensack erschaffen, der mit demselben tödlichen Miasma gefüllt ist, mit denen der unreine König schon in der Edo-Zeit tausende Menschen getötet hat. Problematisch ist, dass das Miasma dieses Mal mehrere hunderttausend Menschen erreichen könnte. Es entbrennt ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem auch Rins Bruder Okumura Yukio Hindernisse aus dem Weg räumen muss. Unter anderem kommt es zu einer wichtigen Auseinandersetzung zwischen ihm und Saburōta. Mephisto Pheles, der in der ersten Volume nur kurz zu sehen ist, hat in der zweiten Volume mehrere kurze Auftritte. Dennoch beobachtet er das Treiben eher vom Rand des Geschehens, sodass seine Anwesenheit stets für einen mulmigen Unterton sorgt.

Atmosphärisches Gesamterlebnis

Obwohl die ehemalige japanische Hauptstadt Kyōto nach wie vor Schauplatz der Season ist, wird sie nur an wenigen Stellen tatsächlich gezeigt. In der meisten Zeit befinden sich die Charaktere in Wäldern, auf Hügeln oder an mysteriösen Orten, die mit der Realität gar nichts gemein haben. Trotzdem ist die Optik in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format eine wahre Augenweide: Die detaillierten Charaktere sind sehr gut animiert, die Hintergründe schön gezeichnet und die Licht- und Schatteneffekte erweitern die Atmosphäre enorm. Daran ist aber auch die stets passende Musik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 nicht gerade unschuldig. Der Soundtrack trifft sowohl in den actionreichen und bedrohlichen als auch in den eher ruhigen Szenen stets den richtigen Ton. Beispielsweise werden Szenen, in denen Dramatik vorherrscht, mit Klavierklängen unterlegt. Wenn Suguro Ryūji Rin bei der Flucht aus dem Gefängnis zur Rede stellt, warum er die Last alleine trägt und seine Freunde nicht einweiht, kann das durchaus den einen oder anderen Zuschauer zu Tränen rühren. Das funktioniert sowohl in der deutschen als auch in der japanischen Synchronfassung sehr gut, sodass es zu keiner Zeit in jeder der jeweils circa 24-minütigen Episoden langweilig wird. Wer auf Bonusmaterial hofft, wird beim Finale jedoch enttäuscht, da es dieses nicht gibt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Zwei Monate nach der ersten Volume von Blue Exorcist: Kyōto Saga hat Kazé Anime die zweite Staffelhälfte nachgereicht, die die Story nahtlos fortführt. Mittlerweile ist der Kampf gegen den unreinen König, der tunlichst vermieden werden sollte, zur bitteren Realität geworden. Die Rahmenhandlung ist spannend inszeniert und gut mit vielen kleinen Nebengeschichten verknüpft, was vor allem an den interessanten Charakteren liegt, die in der Stunde der Not ein weiteres Mal zusammenarbeiten müssen. So behandelt die zweite Staffel nicht nur Themen wie Mut und Tapferkeit, auch Freundschaft ist einer der wichtigsten Aspekte, die die Serie beleuchtet. Auf technischer Seite entspricht auch die zweite Volume dem, was die erste Ausgabe vorlegte. Wer diese gesehen hat, kommt um die zweite Staffelhälfte nicht herum, um den gelungenen Abschluss der Story zu erleben!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blue Exorcist: Kyōto Saga (Vol. 2)!

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