Review: Amagi Brilliant Park (Vol. 1)

Amagi Brilliant Park aus dem Jahr 2014 ist eine heitere Anime-Serie, die den Wiederaufbau eines heruntergekommenen Vergnügungsparks in Japan behandelt. Damit dabei kein Auge trocken bleibt, wurden die zahlreichen Comedy-Einlagen noch dazu mit Fantasy-Elementen angereichert.

Protagonist Kanie Seiya ist ein gut aussehender wie eingebildeter Oberschüler, der direkt zu Beginn der ersten Episode von seiner Mitschülerin Sento Isuzu zu einem Date eingeladen wird. Damit er nicht fliehen kann, hält sie ihm gleich die Pistole auf die Brust. Er hat also keine andere Wahl, als ihre Einladung zum Rendezvous anzunehmen. Ihr gemeinsames Treffen soll im titelgebenden Amagi Brilliant Park stattfinden, der jedoch seinen einstigen Glanz als beliebter Vergnügungspark längst verloren hat. Die verbleibenden beziehungsweise überhaupt noch geöffneten Attraktionen sind allesamt heruntergekommen, die letzten Mitarbeiter durchweg apathisch und selbst Isuzu ist dermaßen „begeistert“ vom Park, dass sie Broschürentexte auswendig gelernt hat und Teile des Parks absolut emotionslos vorstellt. Irgendwann platzt Seiya der Kragen und posaunt laut heraus, dass jemand den Themenpark überarbeiten müsste, damit hier überhaupt noch Kinder zum Lachen gebracht werden können. Enttäuscht vom Amagi Brilliant Park möchte er das Date abbrechen, doch dann erklärt Isuzu ihm, dass sie von seiner Vergangenheit als Kinderstar weiß und sie – als insgeheime Mitarbeiterin des Parks – von ihm verlangt, am Wiederaufbau des Parks zu helfen. Trotz Bedenken wird Seiya von Isuzus Vorgesetzter Latifa Fleuranza überredet, die Leitung des Parks zu unterstützen.

Fortbestand eines Vergnügungsparks

Obwohl Isuzu keinen Hehl daraus macht, dass manche Mitarbeiter des Vergnügungsparks magische Lebewesen seien, glaubt Seiya das erst, als er selbst von Latifa geküsst und so mit Magie gesegnet wird. Fortan hat er die Fähigkeit, einmalig die Gedanken eines Mitmenschen zu lesen. In den ersten beiden Episoden wird das primäre Ziel der 13-teiligen Anime-Serie unmissverständlich erklärt. Innerhalb von fünf Jahren muss der Amagi Brilliant Park eine Besucherzahl von einer halben Million erreichen, da er ansonsten geschlossen wird. Blöd nur, dass diese fünf Jahre mittlerweile fast verstrichen sind und nur eine viertel Million Menschen den Park besucht haben. Es bleiben lediglich drei Monate, um den heruntergewirtschafteten Park zu retten und Antagonist Kurisu Takaya den Park schließen wird. Besonders schlimm ist die drohende Schließung aber vor allem für die magischen Lebewesen, deren Existenz von ihrer Bekanntheit abhängt. Sollten sie in Vergessenheit geraten, werden die einstigen Bewohner des Fantasy-Reiches Maple Land verschwinden respektive sich in Luft auflösen. Obwohl Seiya sich den Problemen des Amagi Brilliant Parks zunächst überhaupt nicht widmen will, sorgen vor allem Gedanken an seinen persönlichen Lebensweg dafür, dass er sich zumindest in den nächsten drei Monaten für den Fortbestand des Parks einsetzen will. Herzerweichend!

Witzigkeit kennt keine Grenzen

Humor wird in Amagi Brilliant Park tatsächlich großgeschrieben – und das auf vielfältige Art und Weise. Isuzu bleibt meistens monoton und stellt Andenken und Mitbringsel des Parks als die neuesten Produkte vor, während Seiya trocken kommentiert, dass die Artikel schon etwas älter seien. Ebenfalls lustig ist, wenn die Maskottchen in Kneipen gehen, das Bier vom Fass bestellen und auch noch schlüpfrige Bemerkungen gegenüber der Kellnerin fallen lassen. Auch kriminelle Tätigkeiten, in denen Besucher des Parks angegriffen und anschließend ihr Gedächtnis gelöscht wird, oder auch Teambesprechungen, in denen unter anderem die Öffnungszeiten um ein paar Stunden verlängert und der Ruhetag gestrichen wird, gehören zu den witzigsten Momenten der Serie. Unter optischen Gesichtspunkten gibt es ebenso nichts zu bemängeln, denn die Charaktermodelle als auch die Hintergründe wirken wie aus einem Guss. Auch die teils überzeichneten Animationen passen wunderbar zum Humor der Serie. Akustisch werden alle Szenen mit der passenden Musik unterlegt und die Synchronsprecher wurden sowohl für den japanischen Originalton als auch für die deutsche Übersetzung sehr passend ausgewählt. Digitales Bonusmaterial gibt es in Form eines Clear Opening, eines Clear Endings und zwei lustigen Miniclips á fünf Minuten Laufzeit. Laut Herstellerangaben liegen als physischer Bonus noch ein Spielposter und ein Stickerbogen bei. Ein netter Zusatz!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Amagi Brilliant Park ist grundlegend eine sehr lustige Anime-Serie. An allen Ecken und Enden haben Regisseur Takemoto Yasuhiro und sein Team humorvolle Elemente aus Light Novel und Manga in den Anime übertragen – und diese Rechnung geht durchweg auf. Zwar sind viele Witze sehr seicht, doch hier und da verstecken sich einige Brüller, die das kleine Manko wieder wettmachen. Obwohl es in den ersten Minuten vielleicht nicht vermutet werden kann, steckt unter der Oberfläche ebenso eine sehr mitreißende und herzerweichende Geschichte, die in erster Linie von den manchmal etwas melancholischen, leicht reizbaren, überaus höflichen oder überdrehten Maskottchen getragen wird. Die ersten fünf Episoden von Amagi Brilliant Park machen Lust auf mehr, zumal am Ende einer jeden Folge die aktuelle Besucherzahl und die Zeit bis zur Deadline angezeigt werden. Es bleibt also spannend, wie die Serie auf dem gelungenen Einstand aufbauen wird!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Amagi Brilliant Park (Vol. 1)!

 

 

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