Review: Dragon Ball Super (Vol. 2, Episoden 18–27)

Dragon-Ball-Fans haben in der ersten Volume von Dragon Ball Super nur wenig Neues erlebt, die ersten 18 Folgen basieren im Grunde auf dem Film Dragon Ball Z: Kampf der Götter. Bei der zweiten Volume sieht es sehr ähnlich aus, denn auch hier gab es einen Film als Vorlage.

Ein Großteil der Ereignisse in den gerade einmal zehn Folgen der zweiten Volume von Dragon Ball Super ist dem Film Dragon Ball Z: Resurrection ’F’ entnommen. Wirklich schlimm ist das nicht, da die Story auch in Serienform wunderbar funktioniert, mit ein paar erweiterten Szenen überzeugt und zudem neue Figuren einfügt, die in Resurrection ’F’ nicht aufgetreten sind. So wird die Geschichte in ein wesentlich greifbareres Gesamtpaket gepackt, das inhaltlich sehr wohl überzeugen kann, auch wenn beinharte Fans, die den vierzehnten Dragon-Ball-Z-Film bereits gesehen haben, hier und da etwas gelangweilt von der logischerweise gestreckten Handlung sein dürften. Handlungstechnisch knüpft das zweite Episodenpaket an die Folgen der ersten Volume nahtlos an. Nach langem Flehen und Betteln und Burumas freundlichen Einladungen zum Essen, willigte Uisu schließlich ein, Son Gokū auf Birusus Planeten zusammen mit Bejīta zu trainieren. Das Training gestaltet sich für die beiden kampfeslustigen Saiyajin jedoch ganz anders als sie es erwartet haben. Anstatt sofort neue Kampftechniken zu erlernen, ihre Angriffe zu verfeinern oder ihre Körper zu stählen, sollen sie für Uisu und Birusu die Hausarbeit erfüllen: Unter anderem müssen sie den Rasen mähen und Birusus Bett machen – während dieser darauf schläft und unter keinen Umständen geweckt werden darf.

Alter Feind mit neuer Stärke

Anderorts verlagert sich die Geschichte auf Sorube, den Kommandanten von Furīzas verbleibenden Truppen. Dieser begibt sich mitsamt dem Führungsstab, nachdem er die Bewohner des Planeten Namekku nicht ausfindig machen konnte, auf die Erde. Dort angekommen sammeln sie die sieben irdischen Dragon Balls und lassen den toten Tyrannen wieder auferstehen. Furīza ist sichtlich froh, den Qualen der Heiterkeit in der Hölle entkommen zu sein. Aufgrund dessen, dass Gokū in den letzten Jahren sehr viel mächtigere Feinde wie Majin Bū besiegt hat, begibt sich Furīza auf eine mehrmonatige Reise, um zu trainieren und seine Kampfkraft zu steigern. Anstatt auf dutzende Filler-Episoden zu setzen, überspringt Dragon Ball Super ein paar Monate und setzt kurz darauf mit der Ankunft des Bösewichts auf der Erde ein. Da Gokū und sein ewiger Kontrahent Bejīta Millionen von Lichtjahren entfernt trainieren, ahnen sie nichts von dem, was auf der Erde geschieht. Somit müssen Gokūs Sohn Son Gohan, sein wohl bester Freund Kuririn und sein alter Lehrmeister Muten Rōshi zusammen mit Pikkoro, Tenshinhan und Burumas neuen Freund Jako für die beiden Saiyajin einspringen. Die Lage scheint aufgrund Furīzas neuer Stärke allerdings aussichtslos, sodass Buruma den Entschluss fasst, mit einem Erdbeereisbecher Uisu und Birusu auf den Stand der Dinge aufmerksam zu machen.

Solide Fortsetzung mit bekannten Mängeln

Wie in Resurrection ’F’ funktioniert die Handlung auch in der Serie mit einigen Überraschungen sehr gut. Unter anderem erfährt der Zuschauer etwas mehr über Birusus Familie beziehungsweise dessen Bruder Shanpa. Leider können diese frischen Inhalte nicht über die technische Qualität hinwegtäuschen. Das farbenfrohe Design der Serie weiß zwar zu gefallen, doch an Animationen und einigen Charakterzeichnungen hätte das Animationsstudio nicht sparen dürfen. Ulkigerweise wird diese Kontinuität hier und da unterbrochen, um Rückblenden aus Dragon Ball Z samt der älteren und der damaligen Zeit entsprechend besseren Qualität auf das 16:9-Format hochskaliert unterzubringen. Das geht an einer Stelle sogar so weit, dass ein Flashback aus einer in diesem Episodenpaket enthaltenen Folge eingespielt und die Bildqualität verschlechtert wird, was stilistisch jedoch auch nicht mit den Ausschnitten der Szenen aus den frühen 1990er-Jahren zusammenpasst. Hier bleibt für die Fans also zu nur hoffen, dass die Erfahrung der Köpfe hinter dem Projekt mit den nächsten Episoden wächst. Ansonsten bietet die zweite Volume von Dragon Ball Super nicht mehr und nicht weniger als das Seriendebüt. Das heißt auch, dass es neben einem – aufgrund der halbierten Episodenzahl – wirklich sehr kurzen Episodenguide kein Bonusmaterial gibt. Schade, aber dennoch verschmerzbar.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem die ersten Episoden von Dragon Ball Super ein immerhin noch gutes Seriendebüt aufs Parkett gelegt haben, ist die zweite Volume leider nur gehobener Durchschnitt. Auf jeden Fall weiß die Story zu gefallen, denn auch wer Resurrection ’F’ bereits gesehen hat, kommt an ein paar Stellen in den Genuss einer kleinen Überraschung oder zumindest zusätzlicher Szenen, die vor allem mit lauter Dragon-Ball-Humor und –Charme überzeugen. Negativ fällt hingegen die Qualität der Animationen und einigen Charakterzeichnungen auf, was bereits in den vorherigen Episoden bemängelt wurde. Insbesondere im Vergleich mit den eingespielten Flashbacks aus Dragon Ball Z, die nicht neu animiert worden sind, fällt die etwas schlechtere Qualität deutlich auf. Ebenso ist es schade, dass gerade einmal zehn Episoden in der zweiten Volume vorhanden sind. Da es keinerlei digitales Bonusmaterial und abermals nur ein kurzes und knappes Booklet mit Episodenguide gibt, bleibt von Dragon Ball Super dieses Mal nur ein kleiner Genuss übrig. Bleibt zu hoffen, dass sich die Serie ab der dritten Volume, die dann keine Filmvorlage mehr hat, auf bildtechnischer Ebene deutlich besser entfalten kann.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Super (Vol. 2, Episoden 18–27)!

 

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