Review: Kirby und das extra magische Garn

Wie allgemein bekannt sein dürfte, sind Spiele des Kirby-Franchises nicht sonderlich schwierig zu meistern. Obwohl die Ursprungsversion von Kirby und das magische Garn auf der Wii ein einfaches Spiel ist, wurde die 3DS-Portierung achteinhalb Jahre nach der Erstveröffentlichung des Titels mit ein paar Herausforderungen positiv angereichert.

An der grundsätzlichen Story hat sich in Kirby und das extra magische Garn nichts verändert: Nach wie vor beginnt das Spiel damit, dass Kirby eines Tages durch das Dream Land schlendert und eine Metamomate aufsaugen möchte, womit er den gemeinen Zauberer Grimmgarn verärgert. Dieser ist wütend und transportiert den kugelrunden Helden durch eine magische Socke in das sogenannte Stoffland. Kurz nach seiner Ankunft trifft Kirby auf Prinz Plüsch. Obwohl er am liebsten sofort zurück nach Hause möchte, hilft er seinem neuen Freund bei dessen Problem, das in mehrere Stücke zerrissene Stoffland zu flicken. Die magischen Fäden, die das Stoffland zusammenhalten, sind nun im Besitz hinterhältiger Kreaturen. Gemeinsam brechen sie auf, um die fiesen Bossgegner wie einen feuerspeienden Drachen, einen riesigen Kraken oder einen kürbisköpfigen Showmaster zu besiegen und dem Stoffland seine altbekannte Form wiederzugeben. Indessen sorgt Grimmgarn im Dream Land für Aufsehen, indem er König Dedede und Meta-Knight konfrontiert, die mit dem Magier Konkurrenz bekommen. Zwar steht das Schicksal zweier Welten auf dem Spiel, die Geschichte, die durch einen deutschsprachigen und sympathischen Erzähler geschildert wird, bleibt jedoch eher verdeckt im Hintergrund. Auch in diesem Spiel aus dem Hause Nintendo zählt zuerst das Gameplay!

Kirby, der Fallschirmspringer

In Kirby und das extra magische Garn können wir auf dem 3DS im Gegensatz zur 2010 veröffentlichten Wii-Version des Spiels gelegentlich Spezialfähigkeiten von Gegnern mopsen, anstatt sie nur mit Fäden einzufangen, zu einem Wollball zu spinnen, auf andere Gegner zu werfen oder Blöcke mit ihnen zu zerstören. Angriffe mit dem Schwert oder das Wirbeln durch die Luft nimmt dem Titel zwar in gewisser Weise seine Eigenständigkeit, verknüpft das Abenteuer aber zu einem guten Stück mit dem klassischen Gameplay der Kirby-Spiele. Von Haus aus verfügt der Edelknödel zudem über drei Fähigkeiten, wie die Gabe sich in einen Sportflitzer zu verwandeln. So sind Abgründe schnell überwunden und wird es doch einmal brenzlig, kann sich Kirby einfach in einen Fallschirm verwandeln, um langsam aber sich auf die entfernte Plattform zu gelangen. Entdecken wir einen geheimen Raum unter Kirbys Füßen, der mit einer Decke aus Blöcken geschützt ist, verwandeln wir Kirby einfach in ein Gewicht und zerstören so die Blockade. Im größten Teil der hübsch designten Levels erwarten uns auch noch weitere Verwandlungsmöglichkeiten. Haben wir mit dem rosafarbenen Etwas die Gestalt eines Feuerwehrautos angenommen, dürfen wir Brände löschen und Edelsteine vom Himmel putzen. Später dürfen wir Kirby auch noch in ein Ufo, ein Flugzeug, einen Delfin und sogar in einen surfenden Pinguin verwandeln. Abwechslung wird hier großgeschrieben!

Kirby, der Wohnungseigentümer

Zu Beginn des Spiels landen wir in der Stadt Filzingen. Dort angekommen, dürfen wir unsere Wohnung frei mit Möbeln einrichten, von denen es jeweils zwei in einem Level zu finden gibt. Einen Nutzen ziehen wir daraus zwar nicht, doch die Spielerei entschlackt den Alltag und wir fühlen uns so richtig heimisch im Stoffland. In Filzingen entdecken wir schon bald den Stoff- und den Möbelladen. Während wir uns im Stoffladen – wie könnte es auch anders sein – mit neuen Stoffen eindecken, die die Rolle des Fußboden und der Tapete einnehmen, erwerben wir im Möbelgeschäft neue Möbelstücke wie Schränke oder Fernsehgeräte. Je weiter wir ins Spiel vorrücken, desto größer wird das Wohnheim und mehr Wohnungen stehen zur Verfügung. Um neue Mieter anzulocken, dürfen wir bestimmte Möbelstücke an vordefinierten Stellen platzieren. Die neuen Bewohner des Hauses erteilen uns dann wiederum Nebenaufträge, für die neue Stoffe als Belohnung winken. So dürfen wir in abgetrennten Gebieten der jeweiligen Spielabschnitte eine bestimmte Menge an Perlen einsammeln, ein Wettrennen durch das Level veranstalten, fünf Charaktere aufspüren oder eine gewisse Gegnerzahl in einer bestimmten Zeit besiegen. Diese Aufgaben sind allerdings nur Nebensache – ob wir sie nun absolvieren oder nicht, hat keine Auswirkungen auf das eigentliche Spielerlebnis.

Kirby, der Fädenzieher

Neu hinzugekommen sind zwei Minispiele, die auf der Oberweltkarte aus dem Menü gestartet werden: Mit dem alleine rennenden Dedede müssen wir im richtigen Moment springen, rutschen oder um uns schlagen. Mit Meta-Knight gilt es hingegen in automatisch scrollenden Levels so viele Gegner wie möglich zu besiegen. Unterwegs sammeln wir Bügelperlen ein. Je nachdem wie gut wir den Level abschließen, gewinnen wir zwischen ein bis vier Platten pro Level. Auf diese dürfen wir die Bügelperlen stecken und daraus Motive erstellen. Das Konzept motiviert und da vor allem die Meta-Knight-Abschnitte anspruchsvoll sind, kehren wir immer wieder zu den kurzweiligen Minispielen zurück. Hinzu kommt, dass der Titel auch im Jahr 2019 mit einem der schönsten Grafikstile der letzten Jahre punktet. Alles wirkt wie aus einem Guss und bietet die gewohnte Abwechslung: Das freundliche Grasland, das feurige Hitzland, das kunterbunte Hurraland und das futuristische Kosmoland sind nur eine kleine Auswahl und zeigen gut, dass es uns auf der Reise durchs Stoffland niemals langweilig wird, zumal auch jeder Level große Unterschiede mit sich bringt. In einem Level hängen wir uns beispielsweise an eine fliegende Pusteblume und in einem anderen Abschnitt reißen wir einem Teddy die Fäden aus. Noch dazu wird alles mit einem bezaubernden und zugleich charmanten Soundtrack unterlegt, der es mit Super Mario Galaxy und Co aufnehmen kann.

Kirby, das Leichtgewicht

Ein Kritikpunkt von Kirby und das magische Garn war der viel zu leichte Schwierigkeitsgrad. Auf eine Lebensenergieanzeige wird im Normalmodus nach wie vor komplett verzichtet, was aber nicht heißt, dass das Spiel nicht bestraft. Fallen wir einen Graben oder werden wir Opfer einer gegnerischen Attacke, verlieren wir gesammelte Perlen. Hartgesottene Spieler dürfen auf dem 3DS jedoch den Teufelchen-Modus aktivieren, in dem Kirby über fünf Lebenspunkte verfügt und zudem permanent von einem temporär besiegbaren Teufelchen gejagt wird. Verluste von Perlen sind auch hier an der Tagesordnung, das Abschließen eines Levels mit voller Lebensenergie wird jedoch mit sammelbaren Kram belohnt. Spielentscheidend ist das Sammeln von Perlen, Möbeln und Co zwar nicht, doch wenn wir mit einer ausreichenden Anzahl an Perlen die Zielglocke läuten, können wir je mit einer Bronze-, Silber- oder Goldmedaille punkten. Außerdem kosten neue Stoffe und Möbelstücke ebenfalls Perlen. Wer also eine möglichst heimelige Wohnung besitzen möchte, stellt gerne neue Rekorde auf und trotzt allen Gefahren. Es ist jedoch egal, in welcher Schwierigkeitsstufe ihr Kirby und das extra magische Garn spielen möchtet, da das Spiel stets Spaß macht. Wer sich einmal in den knuddeligen Look des Spiels verliebt hat, möchte den 3DS so schnell nicht mehr aus der Hand geben!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der 3DS-, der Virtual-Console- und Wii-Fassung): Seitdem ich mich für Videospiele interessiere, stellen diese für mich im Optimalfall auch immer eine kleine Herausforderung dar. Ich möchte in einem Spiel gerne an meine Grenzen getrieben werden und peu á peu immer kniffligere Passagen meistern. Während dies in der Wii-Fassung nur hier und da möglich war, bietet mir die 3DS-Version mit dem Teufelchen-Modus deutlich mehr Anreiz, unbeschadet durch ein Level zu gelangen. Mich hat das Spiel sowohl auf der Wii als auch auf dem 3DS auf ganzer Linie überzeugen können. Der süße und verspielte Stil des Titels ist den Entwicklern unglaublich gut gelungen. In jedem Level entdecke ich innovative Ideen, die mit viel Charme umgesetzt worden sind. Dazu kommt der wirklich herausragende Soundtrack, der mich in jedem Abschnitt bei Laune hält. Selten hat mich ein Spiel, auch beim wiederholten Durchspielen inklusive dem Abklappern von alten und neuen Nebenaufgaben, so sehr begeistert. Wer den Edelknödel mag, sollte unbedingt einen Blick riskieren!

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kirby und das extra magische Garn!

 

Ein Kommentar zu “Review: Kirby und das extra magische Garn

  1. Habe es bisher nur auf der Wii gespielt, aber für den Meta Knight-Modus würde ich es mir wohl noch mal zulegen *großer Fan*

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