Review: One Piece: Box 16 (Episoden 490-516)

In der fünfzehnten Serienbox der Anime-Serie One Piece hat sich die Erzählung voll und ganz auf Monkey D. Ruffy konzentriert. Fans der anderen Strohhut-Piraten müssen aber nicht verzagen, denn in der sechzehnten Serienbox gibt es ein Wiedersehen mit Nami, Sanji und Co.

Mit dem Tod von Ruffys Bruder Ace und Edward Newgate, besser bekannt als Kapitän Whitebeard, schien der Krieg zwischen den Piraten und der Marine endgültig zu eskalieren. Hinzu kam, dass sich die aussichtslose Lage mit dem Eintreffen von Kapitän Blackbeard erst in dem Moment relativierte, als auch noch der rote Shanks, einer der vier Kaiser, in den Kampf eingriff und den Krieg für beendet erklärt hatte. Davon mitbekommen hat Ruffy allerdings nichts, denn der Tod seines geliebten Bruders hat seine Psyche zum Einsturz gebracht. Mit Trafalgar Laws Unterseeboot sowie mit der Hilfe von Fischmensch Jinbee und der unsterblich in Ruffy verliebten Boa Hancock konnte der Anführer der Strohhut-Piraten in Sicherheit gebracht werden. Während er sich auf der Insel Amazon Lily ausruht und seine Wunden kuriert, erinnert er sich an seine Kindheit. Das heißt, dass die Anime-Serie einen Zeitsprung von zehn Jahren in die Vergangenheit macht. In einer mehreren Folgen umfassenden Geschichte erfährt der Zuschauer, wie Ruffy von seinem Großvater Garp zu Dadans Bergräuberbande in der Nähe des Windmühlendorfes auf der Insel Dawn im Eastblue gebracht wird und dort erstmals auf Ace trifft. Obwohl Ace anfangs kein Interesse daran hat, sich mit Ruffy anzufreunden, lässt dieser nicht locker und schafft es nach einigen Wochen, Ace im Dschungel der Insel aufzuspüren.

Kindheitserinnerungen

Hauptsächlich konzentriert sich diese etwas längere, aber absolut nicht langweilige Rückblende mit der zwischenmenschlichen Beziehung von Ace und Ruffy. Wie schon in den Episoden der fünfzehnten Serienbox bekannt wurde, handelt es sich bei den beiden Hitzköpfen nicht um leibliche Brüder. Daher ist es auch umso interessanter zu sehen, wie sich diese beiden ungleichen Charaktere zusammenraufen und sich Brüderlichkeit schwören. Alleine sind die Freunde jedoch nicht, denn die Anime-Serie nimmt sich ebenso die Zeit, auch noch eine weitere Figur einzuführen. Hierbei handelt es sich um den blonden Jungen Sabo, der Ace seit ein paar Jahren dabei hilft, einen durch mehrere Raubzüge ergatterten Schatz anzuhäufen. Sabo, der sich ebenso mit seinen beiden Freunden verbrüdert, hat eine sehr tragische Hintergrundgeschichte, über die aus Spoiler-Gründen allerdings nicht so viel verraten werden soll. An dieser Stelle sei nur gesagt, dass der Konflikt zwischen ihm und seiner eigenen Familie einen Einfluss auf das Fortbestehen ihrer Freundschaft hat, die mit Schmerzen unterschiedlichster Art behaftet ist. Alle drei Kinder schwören sich, eines Tages als Pirat in See zu stechen. Dass dieses Unterfangen zumindest für Ruffy und Ace geglückt ist, sollte für Fans keine Neuigkeit sein. Ob Sabo diesen Traum ebenfalls verwirklichen konnte, muss der Zuschauer aber selbst herausfinden.

Wiedersehen mit den Strohhüten

In den weiteren Erzählsträngen der gerade einmal 27-teiligen Serienbox rückt Ruffy in den Hintergrund, damit auch der weitere Verbleib seiner Freunde geklärt werden kann. Während Navigatorin Nami beispielsweise auf Wheateria Forschung über das Wetter betreibt, trifft Smutje Sanji auf Ruffys Verbündeten Emporio Ivankov nach dessen Rückkehr in sein Königreich, und Lorenor Zorro darf auf eine Revanche mit Mihawk Falkenauge hoffen. Über die Zeitung erfahren sie unabhängig voneinander, was mit Ace geschehen ist und wollen sich von überall auf der Welt unverzüglich auf den Weg machen, um ihren Kapitän in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Ruffy wird von Silvers Rayleigh jedoch davor gewarnt, sofort zum Sabaody-Archipel zurückzukehren, da er und auch seine Freunde im Kampf gegen die Marine und andere Piraten in der neuen Welt noch viel zu schwach seien. Es bleibt also durchaus sehr spannend und die verzahnte Erzählstruktur sorgt dafür, dass selbst weit zurückliegende Erlebnisse wie der Kampf gegen Enel auf Skypia eine Bedeutung haben. Inhaltlich sind die Folgen zwar nicht mehr ganz so stark wie die Episoden der fünfzehnten Serienbox, doch immer noch gut und detailliert gestaltet. Auch dass ab Episode 505 auf das 16:9-Format umgestellt wird, dürfte jeden One-Piece-Fan erfreuen, denn wie heißt es doch so schön: Besser spät als nie!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 490 bis 516 der Serie): One Piece erreichte mit den Episoden der fünfzehnten Serienbox eine inhaltliche als auch emotionale Tiefe, welche die Anime-Serie zuvor nur selten erreichte. Von der sechzehnten Serienbox darf dies – wenig überraschend – daher nicht erwartet werden. Dies ist aber auch gar nicht schlimm, denn mit einer sich über drei Datenträger ziehende Rückblende in die Kindheit von Ruffy und Ace kann das Phänomen One Piece mit einem durchaus sehr frischen Handlungsstrang ergänzt und somit ein paar Lücken gefüllt werden. Auch das Wiedersehen zwischen dem Zuschauer und den anderen Strohhüten kommt genau zur rechten Zeit, wenn auch das Einfinden in die einzelnen Geschichten zunächst etwas mühselig ist, da auch in jeder einzelnen Episode von einem Charakter zum nächsten gesprungen wird. Die verzahnte Erzählweise muss dem Aufbrechen der Handlungsstränge allerdings erneut zugutegehalten werden – und vor allem die letzte Episode der vorliegenden Serienbox stellt die Weichen für einen gänzlich neuen Handlungsstrang, auf den sich jeder Zuschauer und Fan von One Piece freuen darf.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 16 (Episoden 490-516)!

 

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