Review: Ranma ½ – New Edition (Band 8)

Mit dem achten Band der Manga-Reihe Ranma ½ gelingt es Zeichnerin Takashi Rumiko ein neues Kapitel aufzuschlagen. Dadurch fühlt es sich, gerade nach etwas längerer Pause, recht erfrischend an, mit dem Lesen des Mangas fortzufahren. Zu Beginn der Handlung der achten Ausgabe offenbart sich eine wesentliche Charakterschwäche von Tendō Akane. Die Oberschülerin ist die einzige in ihrer Klasse, die nicht schwimmen kann. Diesen Umstand will sie schleunigst beheben – und bekommt unverhofft Hilfe vom Direktor der Furinkan-Oberschule. Dieser scheint aber nicht sonderlich daran interessiert zu sein, dass sich Akane auch wirklich die Schwimmfähigkeit aneignet. Ob Akane das Schwimmen erlernt oder ob sie auch weiterhin als bleierne Ente verschrien wird, lassen wir an dieser Stelle unkommentiert. Turbulent entwickelt sich auch die Geschichte von Hibiki Ryōga weiter, der nach wie vor darunter leidet, stets den Kürzeren in Kämpfen mit Hauptfigur Saotome Ranma zu ziehen. Von einem unscheinbaren Einsiedler bekommt er deshalb ein künstlerisches Mal verpasst, dass fortan seinen Körper ziert. Er gewinnt daraufhin auch jeden Kampf gegen alle Dōjō-Meister und selbst gegen den sonst unnahbaren Ranma. Blöderweise lässt sich das Zeichen nicht mehr abwaschen, was dazu führt, dass er auch in seiner Verwandlungsform als kleines Ferkel enttarnt werden könnte.

Action, Humor und Mythologie

Damit nicht genug, bekommt sogar der sonst eher unbedachte Tatewaki Kunō die Möglichkeit, Akane oder dem Mädchen mit dem Zopf, bei dem es sich bekanntlich um Ranmas weibliche Erscheinung handelt, gefährlich nahe zu kommen. Er gelangte nämlich in den Besitz eines magischen wie wunscherfüllenden Schwertes. Ranma und sein Vater Genma sind von der fixen Idee, sich mit Hilfe eines drei Wünsche, welche die Klinge gewährt, endlich nicht mehr in ein Mädchen respektive in einen Panda verwandeln zu müssen, durchaus angetan. Tatewaki geht jedoch verschwenderisch mit seinen Wünschen um, sodass bald auch ein Konkurrenzdenken zwischen Vater und Sohn entsteht. Ähnlich verhält es sich auch in den Kapiteln, die sich um Ranmas Zopf-Haarband drehen. Hierbei handelt es sich um den ominösen Bart des Drachen, hinter dem eine Gruppe chinesischer Fieslinge her ist. Eine so tragische Geschichte wie die Suche nach dem Phönixspiegel im Videospielklassiker Shenmue entwickelt sich in Ranma ½ aber nicht, denn dafür ist das Werk zu humorvoll. Mit dem Bart sollen wohl auch auf Glatzen wieder Haare sprießen, was für den kahlköpfigen Genma selbstredend eine Offenbarung darstellt. Besonders lustig ist aber vor allem das Kapitel, in dem Happōsai von kleinen Kindern mit dem Weihnachtsmann verwechselt wird – das ist absolut lesenswert!

Geschrieben von Eric Ebelt

Eric Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Ranma ½ hat sich wirklich wieder gefangen, denn auch der achte Band der New Edition der Reihe überzeugt mit vielen tollen kleinen Geschichten, die mit wahnsinnigem Humor, abgedrehter Action und überspitzter Mythologie nur so strotzen. Hier hat Manga-Zeichnerin Takahashi Rumiko gezeigt, welche kreativen Ideen ihrer Feder entspringen können. Zwar nervt es mich persönlich, dass direkt im ersten Kapitel der Direktor der Furinkan-Oberschule wieder auftaucht, aber nach der ersten Geschichte des achten Bandes bleibt er dem Manga bis zur letzten Seite zum Glück fern. Danach erreicht die Handlung zudem mit kuriosen Situationen wie dem Auftauchen eines Glücksspielers, der nur gegen Kinder gewinnt und diese abzieht, wieder zahlreiche Höhen. Auch dass Happōsai von kleinen Kindern mit dem Weihnachtsmann verwechselt wird, ist ganz großes Kino in Manga-Form. Genau so darf es auch in den kommenden Ausgaben weitergehen!

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